Ausstellung und Gesprächskreis: Das Christentum hat viele Gesichter

Den Gesprächsabend anlässlich der Ausstellung „Gesichter des Christentums“ leiteten Damaris Frehrking (stehend) und Hille de Maeyer (rechts daneben). (Foto: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Ev.-luth. Markuskirche Lehrte |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Pastorin Damaris Frehrking: „In jedem Land ist Christ sein eine Herausforderung“

LEHRTE (hdb). "In jedem Land ist Christ sein eine Herausforderung": Dieser Einschätzung von Pastorin Damaris Frehrking haben sich - teils aus eigener Erfahrung - etwa 20 Teilnehmer eines Gesprächskreises in der Markuskirche Lehrte angeschlossen. Das Treffen war Teil der Ausstellung „Gesichter des Christentum“.
Pfingstlerinnen aus Ghana, Katholiken aus Indien, Methodistinnen aus China, Orthodoxe aus Griechenland oder Lutheraner aus Nigeria – unter den Christinnen und Christen in Deutschland sind längst viele „Zugewanderte“. Das stellte sich auch bei der Teilnehmerschar eines Gesprächskreises unter Leitung der beiden Pastorinnen Damaris Frehrking und Hille de Maeyer heraus.
So berichteten unter anderem ein Spätaussiedler-Ehepaar aus Kasachstan, das aus dem Irak stammende katholische Ehepaar Nadja und Bernhard Albert und die beiden evangelischen Christen aus Ägypten, Michel Youssif und Francis Iskander, von eher - wegen ihres Glaubens - problematischen Erlebnissen in ihren Heimatländern.
Die Frage an die ehemaligen Ausländer, wo denn jetzt ihre Heimat sei, beantwortete ein Adressat mit der verblüffend einfachen Antwort: „Im Himmel.“ Ein anderer meinte: „Ich finde das Leben in Deutschland schön, weil wir Christen hier nicht in der Minderheit sind.“
Der Bibeltext „Ihr seid das Salz der Erde“ stand während des eineinhalbstündigen Gedankenaustausches im Zentrum einer vertiefenden Betrachtung. Es wurde auch, trotz der schwierigen Akustik, gemeinsam gesungen und gebetet. „Der Gesprächsabend hat die Gemüter sichtlich bewegt. Eindrücklich sprachen arabische und russlanddeutsche Christinnen und Christen von ihren oft schweren Biografien“, zog die Sehnder Pastorin Damaris Frehrking Bilanz.
In Übereinstimmung mit ihrer Kollegin Hille de Maeyer vom Klinikum Wahrendorff ergänzte sie: „Wir haben es als Reichtum erfahren zu erleben, dass eine gemeinsame Hoffnung Menschen verschiedener Herkunft und verschiedener Glaubenskulturen verbinden kann.“
Die Ausstellung „Gesichter des Christentums – Kulturelle und konfessionelle Vielfalt in Niedersachsen“ ist noch bis zum 26. November freitags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Markuskirche zu besichtigen. In einer weiteren Sonderveranstaltung wird am Freitag, 20. November, ab 19.00 Uhr der Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ gezeigt. Die Finissage am Donnerstag, 26. November, gestalten ab 19 Uhr Chorleiter Phenyo Lawrence Matloke (Südafrika) und die Kirchenmusikerin Iveta Weide mit weiteren Musikern der Markusgemeinde.