Ausstellung „Frauen in Führungspositionen“ wird im Bürgeramt Lehrte gezeigt

Die neue Gleichstellungsbeauftragte Freya Markovis (Mitte) bespricht mit Regina Steingräber (von links) von der Partei „Die Linke“, Bürgermeister Klaus Sidortschuk, dem ersten Stadtrat Uwe Bee und Uta Busch vom Landfrauenverband die Ausstellung über Frauen in Führungspositionen, die auf dem Ausstellungsflur im Eingangsbereich besichtigt werden kann. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Rathausplatz Lehrte |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Schlechte Bilanz zum Frauentag: Zu wenig Frauen an der Spitze

LEHRTE (sv). Es könnte ein Zeichen sein: Just am Tag der Ausstellungseröffnung zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ im Lehrter Rathaus beschloss der Bundestag die Frauenquote. Die bittere Bilanz: Auch mehr als 40 Jahre nach dem Beginn der Frauenbewegung in Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter noch immer nicht erreicht – schon gar nicht in wichtigen Führungspositionen wie etwa Aufsichtsräten.
Der Lehrter Bürgermeister Klaus Sidortschuk eröffnete die Wanderausstellung, welche die neue Gleichstellungsbeauftragte Freya Markowis kurzfristig zum "Internationalen Frauentag" am 8. März nach Lehrte holen konnte. „Was wollen Sie denn hier, das ist für Frauen!“ Mit dieser Frage habe er die anwesenden Männer bewusst provoziert, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Dabei gehe das Thema „Frauen in Führungspositionen“ auch sie etwas an. Denn den Frauentag gäbe es schon seit über hundert Jahren, und die Gesellschaft habe es immer noch nicht geschafft, die Frage der Gleichstellung zu lösen, sagte Sidortschuk.
Es läge nahe, einmal „in den eigenen Laden zu schauen“, meinte der Bürgermeister. Da sehe es beim Verwaltungsvorstand nicht besser aus: Die drei Posten seien mit ihm, dem ersten Stadtrat Uwe Bee und Stadtbaurat Burkhard Pietsch ausschließlich mit Männern besetzt. Auch in der Ebene darunter, bei der Fachdienstleitung, dominierten immer noch die Männer. In der folgenden Besoldungsgruppe sei der Idealzustand erreicht, in der darunter liegenden seine sogar die Frauen in der Überzahl.
Die Frauen stellen von den insgesamt 560 Mitarbeitern der Lehrter Stadtverwaltung mit 63 Prozent den größeren Anteil. Allerdings ist die Hälfte von ihnen in Teilzeit beschäftigt. Sidortschuk hat außerdem festgestellt, dass bei der Verabschiedung älterer Mitarbeiterinnen mit Gründung einer Familie und Kindererziehung immer ein deutlicher Karriereknick einher gegangen sei.
„Inzwischen haben wir ja auch einige wenige Männer, welche die Elternzeit in Anspruch nehmen“, lobte der Bürgermeister. Aber die Familiengründung dürfe nicht der beruflichen Entwicklung im Wege stehen, da sei durchaus noch einiges zu tun, sagte er und fügte hinzu: „Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich immer mit gemischten Teams arbeiten!“
Auf neun Stelltafeln im Gang zwischen Bürgerbüro und Fachdienst Ordnung sind die Möglichkeiten erläutert, die gesellschaftliche, soziale und politische Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Auch werden Beispiele aus der Geschichte über Frauen in Führungsrollen aufgezeigt.
Die Ausstellung endet am 20. März, dem so genannten „Equal Pay Day“ und damit einer weiteren gesellschaftspolitischen Baustelle, der gleichen Entlohnung: Noch immer müssen Frauen bis zum 20. März des Folgejahres arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt zu kommen, das ihre männlichen Kollegen in gleicher Position schon zum Jahresende auf dem Konto haben.