Ausstellung “Ach du lieber Gott“ in Lehrte: Kirche lacht auch über sich selbst

Die Vorteile einer „Fusion“ diskutieren ein Protestant und ein katholischer Priester in einer Zeichnung von Gerhard Mester. (Foto: Repro: Horst-Dieter Brand)
Lehrte: Ev.-luth. Matthäuskirche am Markt |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - 28 Karikaturen in der Matthäus-Kirche noch bis zum 26. Oktober zu sehen

LEHRTE (hdb). Lachen ist gesund – haben sich der Kirchenkreis Bamberg und das Erzbistum Bayreuth vor sechs Jahren Gedacht und Karikaturen zum Ökumenischen Kirchentag im Jahr 2010 in Auftrag gegeben. Jetzt hat die Wanderausstellung anlässlich des gemeinsam zu feiernden Luther-Jahres die Matthäus-Gemeinde erreicht.
In der Kirche sind die meist farbigen Bilder allerdings nur bis zum 26. Oktober zu besichtigen. Der Ausstellungsraum ist geöffnet jeweils mittwochs von 16.00 bis 18.00 Uhr, sonnabends während der offenen Kirche und sonntags nach dem Gottesdienst. Gottes „Bodenpersonal“ wird unter dem generellen Motto „Ach du lieber Gott!“ anhand von 28 Beispielen ökumenischer Fort- und Rückschritte mit spitzer Feder auf die Hörner genommen.
„Christ?! – Ach! Interessant. Und was macht man da so?“ lautet beispielsweise der Text in einer Sprechblase. Und in einer anderen Skizze, auf der Christen in Kirchenbänken vor Computern sitzen: „Bitte beten Sie nach dem Piepton“.
Fast alle Karikaturen unterschiedlicher Künstler wie Werner Kiki Kistenmacher, Thomas Blaßmann oder Gerhard Metz betonen auf einfache Weise das Gemeinsame, mehr aber noch das Trennende der Ökumene – und wenn es leere Seiten sind bei der Zettelfrage nach dem Glauben.
Dabei, stellt eine Zeichnung über Katholiken und Protestanten fest: „Die Vorteile einer Fusion liegen auf der Hand: Ausbau der Markposition, Kostensenkung, Synergieeffekte usw., usw. . . .“.
„Dass wir mit diesem Stilmittel umgehen, ist doch ein gutes Zeichen der Entwicklung“, sagte Andreas Wilkening, Vorsitzender des Gemeinde-Beirates, vor einer Handvoll Zuhörern bei seiner kurzen Begrüßungsrede. Ingrid Struckmann steuerte den Ursprung der Ausstellung bei: Vor drei Jahren hatte sie im Urlaub bei einem regnerischen Tag im Schwarzwald die Ausstellung gesehen – und sie nun endlich nach Lehrte geholt.