Auf Frühlingswallfahrt nach Ahlten folgen die Fronleichnamsprozessionen in Lehrte

Sonja Robbeloth, Marie Weicht und Sarah Robbeloth erzählten an den Stationen der Kleinen Frühlingswallfahrt den Emmaus-Gang schauspielerisch nach. (Foto: St. Bernward/Uwe Kurmeyer)
 
Kurz nach 18.00 Uhr startete die Pilgergruppe ihre Frühlingswallfahrt von der katholischen Kirche St. Bernward aus. Mit guter Laune ging es, trotz angekündigten Regenschauern mit Gewitter, vorbei an blühenden Rapsfeldern, nach Ahlten. (Foto: St. Bernward/Uwe Kurmeyer)

St. Bernward-Gemeinde Lehrte pflegt alte Traditionen des Glaubenbekundens

LEHRTE/AHLTEN (r/kl). Auf die Frühlingswallfahrt zur Filialkirche St. Theresia Ahlten folgt in der katholischen Kirche St. Bernward Lehrte am morgigen Donnerstag, 30. Mai, gemeinsam mit Schülern der St. Bernward-Schule ab 9.30 Uhr das Hochfest "des Leibes und Blutes Christi", das Fronleichnamsfest, mit einer Heiligen Messe und einer Kinderprozession. Da Fronleichnam hierzulande kein Feiertag ist, wird die Fronleichnamsprozession der erwachsenen Gläubigen am Samstag, 2. Juni, "nachgeholt".
Im Anschluss an die um 9.30 Uhr beginnende morgige Heilige Messe in St. Bernward feiern die Kindergartenkinder auf ihre besondere Weise Fronleichnam und ziehen - wie auch schon in den vergangenen Jahren - in einer eigenen Prozession ab 11.00 Uhr mit ihren Fahnen durch die Lehrter Straßen, wo sie an verschiedenen Stationen ein Altärchen für eine kurze Andacht aufbauen.
Zum Abschluss spendet Pfarrer Roman Blasikiewicz allen den sakramentalen Segen. In der Abendmesse ab 19.00 Uhr feiern dann die Erwachsenen das Fronleichnamsfest.
Fronleichnamsfest der Erwachsenen am Samstag
Da Fronleichnam kein arbeitsfreier Feiertag ist, findet die große Fronleichnamsfeier der Lehrter Katholiken dann am Sonntag, 2. Juni 2013, statt. Sie beginnt um 9.00 Uhr mit einem festlichen Hochamt in der St. Bernward-Kirche in der Feldstraße, im Anschluss daran pilgern die Gläubigen in festlicher Prozession singend und betend mit dem Allerheiligsten in der Monstranz durch die Straßen von Lehrte.
Die Prozession versinnbildlicht das wandernde Gottesvolk, dessen Mitte Christus ist, der in Gestalt der konsekrierten Hostie in der Monstranz leibhaftig gegenwärtig ist. Prozessionsweg mit Andacht an vier Stationen
An vier Stationen auf dem Prozessionsweg wird an schön geschmückten Altären gehalten, gebetet und auch - von Blasmusik begleitet - gesungen. Dort spendet der Priester dann den Gläubigen und der Stadt den eucharistischen Segen.
Die Prozession nimmt folgenden Weg: Vom Kirchplatz in die Westerstraße, dann in die Köthenwaldstraße Richtung Chemiefabrik, dann über die Bahnhofstraße zurück zur Feldstraße und zum Kirchplatz. Dort geht es mit einem Platzkonzert unserer Musikkapelle weiter. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt: bei Grillwürstchen und Salaten kann man sich stärken.
Auch eucharistische Anbetungsstunde
Dieser Festtag endet mit einer eucharistische Anbetungsstunde zum Jahr des Glaubens in der Kirche. Schon Papst Benedikt XVI. hatte eine weltweite Anbetungsstunde für den 2. Juli um 17.00 Uhr als Höhepunkt im "Jahr des Glaubens" geplant, der neue Papst Franziskus hat nun alle Diözesen und Pfarrgemeinden dazu aufgerufen und steht selbst einer einstündigen eucharistischen Anbetung im Petersdom vor.
Auch Wallfahrten und Pilgerwanderungen haben auch in Deutschland eine sehr lange Tradition. Meist sind es längere Wegstrecken, die über mehrere Tage zurückgelegt werden, um das Ziel zu erreichen. Dass es auch deutlich kürzer gehen kann, hat vor kurzem die Gruppe „Mach-mal-Sonntag“ der katholischen St.-Bernward-Gemeinde am letzten Freitag gezeigt. Sie veranstaltete den Emmaus-Gang als Frühlingswallfahrt von Lehrte nach Ahlten.
Szenische Darstellungen bei Frühlingswallfahrt
Auf mehreren Stationen stellten Marie Weicht (19), Sarah (22) und Sonja Robbeloth (19) die Geschichte vom auferstandenen Jesus, der zwei Jüngern erschien und mit ihnen von Jerusalem nach Emmaus ging, szenisch nach.
Diakon Werner Mellentin erläuterte die Geschichte für die heutige Zeit und spendete in St. Theresia (Ahlten) den Abschluss-Segen für die ökumenische Pilgergruppe. „Aufgrund der positiven Resonanz planen wir für den Herbst eine Wanderung in den Sonnenaufgang, die dann höchstwahrscheinlich von Lehrte nach Immensen stattfinden wird“, erklärt Dr. Günther Schrüfer von der Gruppe „Mach-mal-Sonntag“. Informationen über weitere Aktivitäten und Angebote der St.-Bernward-Gemeinde können im Internet auf www.st-bernward-lehrte.de gefunden werden.

Foto_1: Kurz nach 18 Uhr startet die Pilgergruppe ihre Frühlingswallfahrt von der katholischen Kirche St. Bernward aus nach Ahlten.
Foto_2: Mit guter Laune geht es, trotz angekündigten Regenschauern mit Gewitter, vorbei an blühenden Rapsfeldern.
Foto_3: Sonja Robbeloth, Marie Weicht und Sarah Robbeloth erzählen den Emmaus-Gang schauspielerisch nach.
Foto_4: Diakon Werner Mellentin erklärt den Pilgern die nachgestellte Szene.
Foto_5: Nach etwa zweistündiger Wanderung erreichen die Pilger St. Theresia in Ahlten.
Alle Bilder dürfen für redaktionelle Zwecke unter Angabe von „St. Bernward/Uwe Kurmeyer“ honorarfrei genutzt werden.

Kontakt: Dr. Günther Schrüfer, Guenther.Schruefer@yahoo.de, Telefon 0151 1420 5754

Emmausgeschichte Lukas 24,13-35
Zur Situation: Jesus ist wenige Tage zuvor hingerichtet worden. Die beiden Männer gehören zum Kreis seiner Anhänger. Sie haben all ihre Hoffnung auf Jesus gesetzt, den sie für den Messias hielten. Jetzt ist diese Hoffnung offenkundig zunichte gemacht.
Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.