Auch Rot-Grün im Wahlkreis will es gemeinsam schaffen . . .

Waren sich vor 50 ZuhörerInnen bei der Veranstaltung in der Alten Schlosserei Lehrte einig, dass der politische Wechsel in Niedersachsen nur gemeinsam gelingen kann (v.l.): Herbert Schmalstieg und Hans-Jürgen Licht von der SPD, Moderatorin Dunja Borges, Detlef Knauer und Ingrid Lange von Bündnis '90/Die Grünen. (Foto: Walter Klinger)

Erst- und Zweitstimmen-Splitting für den Wechsel

LEHRTE/BURGDORF/UETZE. Eine offizielle Beschlusslage gibt es dafür insbesondere bei den Grünen nicht, aber bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der SPD bestätigten am Montagabend in der Alten Schlosserei Lehrte insgesamt 80 Jahre politische Erfahrung, dass nur die Erststimme für die SPD und die Zweitstimme für die Grünen den angestrebten politischen Wechsel in Niedersachsen bewirken könne - und Rot-Grün eine verlässliche Partnerschaft bedeutet.
Für die SPD sprach Herbert Schmalstieg, fast 35 Jahre hannoverscher Oberbürgermeister und auch ein Jahrzehnt Landtagsabgeordneter. "Eigentlich ist die CDU-FDP verbraucht, hat im Prinzip kein Profil mehr", analysierte der Ex-OB: Insbesondere "wenn wir wieder ein soziales Niedersachsen wollen, brauchen wir möglichst viele Erststimmen für die SPD und möglichst viele Zweitstimmen für die Grünen".
Auf dem von der stellvertretrenden Betriebsratsvorsitzenden des Klinikums Region Hannover, Dunja Tacke, moderierten Podium wurden die Themen benannt, in denen der Wechsel zu rot-grünen Alternativen besonders wichtig sei, darunter gleiche Bildungschancen mit Wegfall der Studiengebühren, Schulvielfalt ohne Behinderung der IGS, mehr Einsatz und Fachkräfte für frühkindliche Förderung.
"Stets auf Augenhöhe" habe er mit den Grünen in der Landeshauptstadt und im Städte- und gemeindebund zusammengearbeitet, die immer verlässlich gewesen seien, "auch dann, wenn es meine Leute waren, die nicht wollten", bekannte Schmalstieg. Was Inge Lange, zehn Jahre lang seine ehrenamtliche Stellvertreterin von den Grünen, absolut bestätigte. Auch sie kritisiert die soziale Kälte, die sich mit Schwarz-Gelb in Niedersachsden verschärft habe. Eine Schuldenbremse sei wichtig, aber nicht ein Kaputtsparen.
Einig sind sich die Partner, wie Grünen-Landtagswahlkandidat Detlef Knauer aus Burgdorf unterstrich, in der Notwendigkeit zu einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschafts- und Energiepolitik, einen erfolgreichen "Umbau" wie er - der Erwachsenenbildner ist mittlerweile seit 20 Jahren in der Burgdorfer Kommunalpolitik aktiv - ihn bereits in seiner Geburtsheimat, dem Ruhrpott, miterleben durfte.
Dass Rot-Grün verlässlich sei, belegte SPD-Landtagskandidat Hans-Jürgen Licht am eigenen Beispiel: Er gehörte selbst zu den "Abweichlern", die gegen den SPD-Wortbruch in sachen OBI gestimmt haben, weshalb die Grünen die kommunale Koalition zunächst verließen - heute aber arbeite man wieder gut und verlässlich zusammen . . .