Auch 150 Feuerwehrleute konnten Scheune in Köthenwald nicht mehr retten

Mit Löschangriffen von Drehleitern gingen die Feuerwehren gegen den Vollbrand des Scheunengebäudes vor. (Foto: Feuerwehr Sehnde)
 
Vom Keller bis zum Dach stand - zum zweiten Mal ein Opfer von Btrandstiftung - die Scheune in Flammen. (Foto: Feuerwehr Sehnde)

Vermeintlicher Brandstifter bei neuerlichem Feuer gefasst

SEHNDE/KÖTHENWALD (r/kl). Am vergangenen Donnerstag haben Beamte des Polizeikommissariats Lehrte den vermeintlichen Verursacher der Brandstiftungen auf dem Gelände des Klinikums Wahrendorff in Köthenwald festgenommen. Der 44-jährige Mann steht auch im Verdacht, kurz zuvor, gegen 20.30 Uhr, in der Hauptküche des Klinikums, in dem er Patient ist, ein Feuer gelegt zu haben.
Ein 35-jähriger Mitarbeiter der Küche hatte am Donnerstagabend die brennende Europalette bemerkt und Alarm geschlagen. Bereits wenig später konnte der 44-Jährige aufgrund mehrerer Zeugenaussagen hin vorläufig festgenommen werden.
Der Brand in der in einer Lagerhalle untergebrachten Zentralküche war schnell von der Freiwilligen Feuerwehr Ilten gelöscht - ein Gebäudeschaden konnte verhindert werden. Der Tatverdächtige, der bislang offen im Klinikum untergebracht war, wurde nach seiner Festnahme in eine geschlossene Abteilung eingewiesen.
Bislang äußerte sich der 44 Jahre alte Mann nicht zu dem Feuer. Die Kripo ermittelt nun wegen Verdachts der versuchten Brandstiftung. In ihre Überprüfungen bezieht sie auch einen Scheunenbrand vom 12. Juni in Köthenwald (wir haben berichtet), den Brand einer Tür der Tischlerei des Klinikums vom 4. Juni, sowie weitere Sachbeschädigungen durch Feuer - brennende Brachflächen zwischen dem Klinikum und der Justizvollzugsanstalt Sehnde - mit ein.Vom Dach bis zum Keller ist am Dienstagabend gegen 21.00 Uhr die an der Bundesstraße 65 gelegene Scheune des Reiterhofes Köthenwald in Brand geraten.
150 Feuerwehrleute bekämpften den Großbrand, bei dem zwar niemand verletzt worden ist, der entstandene Schaden aber auf 50.000 Euro geschätzt wird. Die Kripo geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus und sucht Zeugen!
Eine 30-jährige Frau, die zu Fuß mit ihrem 31 Jahre alten Freund zusammen auf dem Weg zu einer Bushaltestelle an der Ortsdurchfahrt Köthenwald gewesen war, hatte das Feuer in dem alten Kornspeicher bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die etwa 400 Quadratmeter große Scheune bereits im Vollbrand. Sofort leitete die Feuerwehr einen massiven Löschangriff ein, um die Brandausbreitung zu verhindern. In der Erstphase des Einsatzes kam ein Wenderohr über eine Drehleiter, mehrere C-Rohre sowie Wasserwerfer im Außenangriff zum Einsatz.
Aufgrund der enormen Hitzeentwicklung versagten die tragenden Teile der Scheune und Teile des Daches stürzten ein. Dadurch war ein Löschangriff innen durch Atemschutztrupps nicht mehr möglich.
Die Wasserversorgung für den massiven Löschangriff wurde über das Hydrantennetz sichergestellt und über eine Tiefpumpstation. Während des Löscheinsatzes entdeckten die Einsatzkräfte mehrere Gasflaschen. Diese wurden zum Teil geborgen und mit Wasser gekühlt, um einen Behälterzerknall zu verhindern.
Im weiteren Verlauf wurde die Ortsfeuerwehr Müllingen und eine weitere Drehleiter der Ortsfeuerwehr Lehrte nachgefordert. Um Glutnester im aufgetürmten Brandschutt abzulöschen, wurde ein Radlader des Technischen Hilfswerk der Ortsgruppe Burgdorf eingesetzt. Dieser zog das Brandgut schaufelweise auseinander, wo er dann von bereitstehenden Atemschutztrupps mit Löschschaum abgelöscht wurde.
Bei den Nachlöscharbeiten könnte das Kellergeschoss nicht ausgeräumt werden. Somit war der Zugang zu einzelnen Glutnestern erheblich erschwert. Dieser Bereich wurde ebenfalls mit Löschschaum geflutet und die Glutnester erstickt.
Während der Nacht wurden die Ortsfeuerwehren Dolgen, Wehmingen und Klein Lobke nachalarmiert um Einsatzkräfte aus dem Einsatz heraus zulösen.
Die Nachlöscharbeiten dauerten die ganze Nacht durch an. Die Bundesstraße 65 wurde ab Ilten und dem Kreisel Sehnde für den Verkehr die ganze Nacht vollgesperrt. Der Verkehr wurde großräumig umgeleitet. Gegen 7.30 Uhr konnte die Sperrung aufgehoben werden.
Bereits am frühen Morgen wurden Statiker des Bauamts und des Technischen Hilfswerks zum Einsatzort gerufen und begutachteten die stehende Giebelwand an der Bundesstraße. Im Laufe des Mittwochvormittags wurden Brandnachschauen durch die zuständige Ortsfeuerwehr durchgeführt.
Die Ermittler des Brandkommissariates, die am Mittwoch vor Ort waren, stellten auch dieses Mal vorsätzliche Brandstiftung als Ursache für das Feuer fest. Unbekannte hatten Abfall und Kunststoffreste in der Scheune angezündet. Menschen oder in angrenzenden Ställen untergebrachte Pferde wurden nicht verletzt.
Derzeit ist die Scheune - von der nur noch die Außenmauern stehen geblieben sind - einsturzgefährdet. In der Scheune, die einer 55-Jährigen gehört und auf einem Reiterhof gelegen ist, war es vor einigen Jahren schon einmal zu einem Feuer gekommen. Eine Sanierung fand zwischenzeitlich nicht statt.
Zeugen, die Hinweise zu der Tat oder dem Täter geben können, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Hannover unter Telefon (0511) 1 09 - 55 55 in Verbindung zu setzen.