Anwohner nutzten die Chance auf „Infos aus 1. Hand“

Stabsleiter Jens Engel informiert über den Baustand in der Gemeinschaftsflüchtlingsunterkunft Everner Straße in Lehrte. (Foto: Dana Noll)

Stadt informierte über Flüchtlingsunterbringung in der Everner Straße

LEHRTE (dno). Derzeit bauen die Malteser im Auftrag der Stadt Lehrte die leerstehende, ehemalige Lagerhalle „Golden Toast“ zu einer kommunalen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge um. In Kürze sollen hier bis zu 200 Personen untergebracht werden.
Die Stimmung war interessiert, aufgeschlossen und positiv. Etwa 100 Anwohner nutzten die Möglichkeit, sich auf der öffentlichen Versammlung in der Städtischen Galerie in Lehrte über das Projekt „Flüchtlingsunterbringung Everner Straße“ zu informieren.
Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk, Lehrtes Polizeichef Ulrich Bode, Tatjana Makarowski von der CARITAS Ortsverband Hannover, Stabsleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim Jens Engel sowie Michael Großmann, Bürgerservice der Stadt Lehrte, standen Rede und Antwort.
Dabei standen Fragen zur Sicherheit und zu den Kosten bei den Bürgern im Vordergrund. „Die ankommenden Flüchtlinge haben häufig ein anderes Rechtsverständnis, aber wir sagen ihnen was sie von uns erwarten können und was wir natürlich auch von ihnen erwarten“, so Ulrich Bode, „es gibt nicht mehr Kriminalität als vorher, es gibt keinen Grund sich nicht sicher zu fühlen.“ Auch die Befürchtungen zu „Kostenexplosionen“ oder den möglichen Investitionen für die Lehrter Bürger, die in einen „Dornröschenschlaf“ gelegt wurden, konnte Klaus Sidortschuk entkräften: „Das Notwendige für Lehrte wurde und wird gemacht – ohne wenn und aber!“
In Lehrte sind etwa 820 Asylbewerber und Flüchtlinge erfasst (Stand 31.12. 2015), von denen über 470 in städtischen und angemieteten Wohneinheiten untergebracht sind. Darüber hinaus wurden in der Zwischenzeit die ersten Gemeinschaftsunterkünfte auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke sowie in der Nordstraße in Betrieb genommen. Über 90 Prozent der Flüchtlinge sind in der Kernstadt untergebracht. Dennoch, bis Ende März wird die Stadt Lehrte weitere 405 Menschen aufnehmen müssen.
„Das ist auch für uns als Caritas eine große Herausforderung, denn mit jedem Mensch, kommt auch ein Schicksal zu uns“, so Tatjana Makarowski. In der Everner Straße geht es hauptsächlich um Grundversorgung und Betreuung sowie erste Schritte zur Integration.
Auf dem 2.200 Quadratmeter großen Gelände werden 50 Wohneinheiten mit Doppelstockbetten und Schränken errichtet, in denen jeweils 2 bis 6 Personen untergebracht werden. Mahlzeiten werden in einem winterfesten, beheizten Vorzelt eingenommen, Dusch- und Toilettencontainer werden aufgestellt. Hauptberufliche sowie zahlreiche Ehrenamtliche werden sich um die neuen Bewohner kümmern. Wachleute sorgen rund um die Uhr für Sicherheit.
„Wir haben solche Projekte bereits umgesetzt und sind überrascht, wie offen die Flüchtlinge sind, ob in Sprachkursen oder in allen anderen Bereichen der Integration“, so Jens Engel.