Am „Männertag“ dürfen auch Frauen zum Gottesdienst

Der Lehrter Männerchor gestaltete weitgehend den musikalischen Teil des Gottesdienstes. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Markus-Arbeitskreis gestaltet die besondere Andacht

LEHRTE (hdb). Wuchtig erklingt das Vorspiel der Orgel in den aufmerksamen Ohren von etwa 50 Zuhörer/innen – obwohl eigentlich „Männergottesdienst“ angesagt ist. Traditionell bereitet der Männerkreis der evangelisch-lutherischen Markusgemeinde diese Andacht jeweils Anfang November vor. Schon seit mehr als zehn Jahren dabei: Der Lehrter Männerchor.
„Der spezielle Gottesdienst wird zwar ausschließlich von Männern vorbereitet, aber besuchen können ihn natürlich auch weibliche Christen“, erläutert Pastor Andreas Anke die Situation, bevor er sich den schwarzen Talar überstreifte.
Der Männerkreis seiner Gemeinde, der grenzüberschreitend auch die benachbarte Matthäusgemeinde mit ins Boot geholt hat, trifft sich regelmäßig einmal im Monat – das nächste Mal wieder am Samstag, 26. November, um 19.30 Uhr. Dann wird der Referent Axel Hinterthür über „Arbeiten der ‚Inaktiven Kali-Bergwerke‘“ berichten. Für Ende Januar hat nach Angaben des Arbeitskreises auch bereits Bürgermeister Klaus Sidortschuk als Referent zugesagt.
Themen zum gegenseitigen Gedankenaustausch gibt es genug, weiß Gerhard Liesenberg, der gemeinsam mit Horst Struckmann den Arbeitskreis leitet und mit einigen weiteren Mitstreitern den besonderen Gottesdienst vorbereitet hat. Wenn das monatliche Treffen in der Markusgemeinde ansteht, kann Liesenberg immer mit 20 bis 25 Teilnehmern rechnen – auch, wenn ausdrücklich kein Alkohol ausgeschenkt wird.
Zu den martialischen Orgelklängen bildete das eher sanfte Lied „Danke“ des Lehrte Männerchores zu Beginn einen schönen Kontrast. Die etwa 30 Mitglieder unter Leitung von Klaus Wolf hatten später noch mehrfach Gelegenheit, ihre Klangkunst unter Beweis zu stellen.
Der Chor stellt sich bereits mehr als ein Jahrzehnt lang in den Dienst der guten Sache. Das bundesweit vorgeschriebene Motto „ . . . und ob ich schon wanderte . . .“ nutzte Pastor Anke für eigene Gedanken zur Bedeutung und zum Sinn des bekannten 23. Psalms.
„Sich von seiner Sehnsucht finden lassen“ ergänzte den Spruch von dem finsteren Tal, in dem die Gläubigen „kein Leid“ zu fürchten bräuchten. „Sehnsucht bestimmt die Richtung, in der wir uns bewegen, inklusive der Umwege, predigte Anke. Der Pastor entdeckte bei seinen Worten sogar auch Parallelen zu der „Eisenbahnerstadt Lehrte“.
Das abschließende Lied „Vertrau den neuen Wegen“ – vor dem gemeinsamen Abendmahl und dem sich anschließenden Kirchencafé – war der passende Schlusspunkt dieses „Männergottesdienstes“.