Alles klar für eine "saubere" Landtagswahl in Lehrte

Wieder wie frisch: Die Wahlurnen wurden am Donnerstag in der Container-Waschanlage der Firma Hellmich gereinigt - und wegen der Schneeflocken beim Aufladen zum Rücktransport auch noch per Hand nachpoliert. (Foto: Walter Klinger)

Wahlurnen sind frisch in Containerwaschanlage gereinigt

LEHRTE. Es könnte noch einige Schwierigkeiten geben bei der Landtagswahl am morgigen Sonntag. Gemeint ist nicht die große Frage bei den Parteien, ob wie bisher Schwarz-Gelb oder neu Rot-Grün die Regierung bilden, sondern in erster Linie das wieder winterliche Wetter. Eine Grippewelle ist im Anmarsch. Werden sich also alle auf die 40 Wahllokale verteilten 400 ehrenamtlichen WahlhelferInnen pünktlich zum Einsatz melden?
Der beginnt schon früh, damit die Wahllokale um 8.00 Uhr geöffnet werden können - und endet mit der Auszählung und der Abgabe der Wahlunterlagen vermutlich erst zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr. Je nach Funktion erhalten die WahlhelferInnen dafür 25 bis 35 Euro Verpflegungspauschale.
Mit rund 40 in Bereitschaft stehenden Ersatzkräften haben die Lehrter Wahlsachbearbeiterin Karin Thiedeke und ihre helfenden KollegInnen vom Ordnungsamt gegen die mögliche Grippewelle vorgesorgt und auch dadurch, dass durchschnittlich acht WahlhelferInnen pro Wahllokal eingeteilt sind, während das Wahlgesetz selbst als Mindesstärke eigentlich nur fünf verlangt.
Ein kleines Problem mit dem Wetter ist bereits per Hand gelöst: Die Wahlurnen hatten eine Reinigung nötig, die am Donnerstag in der Container-Waschanlage des Recyclingunternehmens Hellmich erfolgte. Beim Aufladen für den Rücktransport aber schneite es - die Plastikbehälter wurden deshalb kurzentschlossen noch einmal per Hand nachpoliert. "Wir sind für eine saubere Wahl!", freute sich Firmenchef Mathias Hellmich über diesen besonderen Auftrag.
Mehr Arbeit als sonst gab es im Wahlamt des Rathauses mit der Briefwahl. Mit mehr als 2.300 per Wahlbrief eingehenden Stimmzetteln (bei 33.567 Wahlberechtigten sind dies fast sieben Prozent) gab es hier eine Steigerung um über 400 WählerInnen.
"Das verursacht auch Kosten, wir müssen vielleicht künftig stärker die Berechtigung zur Briefwahl prüfen, die eigentlich nur für Ausnahmen wie Krankheit oder Abwesenheit vorgesehen ist", kommentiert Stadtpressesprecher Fabian Nolting. Zu sehen sei allerdings auch, dass beim steigendem Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung auch mehr EinwohnerInnen den Weg zum Wahllokal nicht mehr bewältigen könnten.
Bei dieser Landtagswahl mit vermuteten deutlichen Auswirkungen auf die Bundespolitik, so nehmen Beobachter an, könnten sich trotz der Kälte aber mehr WählerInnen als sonst auf den Weg in die Wahllokale machen.
Einen Ergebnisservice auf Großleinwand im Bürgeramt gibt es bei dieser Landtagswahl in Lehrte nicht. Die Schnellmeldungen über ausgezählte Wahlbezirke werden nur im Sitzungszimmer des Rathauses ausgehängt.