Alles hat seine Zeit?!“ - Zeitarbeitschef Kurtulus auf der „Matthäuskanzel“

Hasan Kurtulus, hier am Schreibtisch seiner Lehrter Firmenzentrale, will in seiner "Kanzelrede" mit der KURT Zeitarbeit-Firmenphilosophie das Predigerwort Salomos um Erkenntnisse zur modernen Zeitarbeit um die Dimension "Arbeit hat seine Zeit!" ergänzen. (Foto: KURT Zeitarbeit)
Lehrte: Matthäuskirche |

Ist Zeitarbeit wirklich so ein menschenverachtendes modernes Teufelsding?

LEHRTE (r/kl). Am Sonntag, 1. Juni, wird der Geschäftsführer der von Lehrte aus mittlerweile in mehreren (Bundes-)Ländern operierenden KURT (Zeitarbeits-)Unternehmensgruppe, Hasan Kurtulus, ab 18.00 Uhr auf der „Matthäuskanzel“ der Kirche am Lehrter Markt zu Gast sein.
Zeitarbeitsfirmen haben in der Regel keinen guten Ruf. Sie stehen unter dem Generalverdacht, von ihren Mitarbeitern über die Maßen zeitliche und räumliche Flexibilität zu verlangen, und sie werden von vielen als Sklavenhalter der Moderne betrachtet.
Ist dem wirklich so? Oder kann eine Zeitarbeitsfirma auch so geführt werden, dass menschlichen Bedürfnissen nach Freizeit und Muße Rechnung getragen wird, und so der aus der Bibel stammende Leitspruch „Alles hat seine Zeit!“ zur Geltung kommt?
In seiner Kanzelrede wird sich Hasan Kurtulus mit diesen beiden Fragen auseinandersetzen. Dabei wird er allgemein über Bedingungen von Zeitarbeit sprechen und konkret das eigene Firmenethos der KURT Zeitarbeit zur Sprache bringen.
Der Bibeltext, der als Impuls für die Kanzelrede und die ihr vorangehende Predigt gesetzt ist, findet sich im Alten Testament, im Prediger Salomo, Kapitel 3, 1-8. Dort wird deutlich benannt, dass es für alles die richtige Zeit gibt. Nur fürs Arbeiten nicht, denn der Satz „Arbeiten hat seine Zeit“, kommt in diesem Text, wie Hasan Kurtulus bemerkte, nicht vor. Man darf gespannt sein, wie er in seiner Kanzelrede darauf reagieren wird.
Musikalisch wird der Gottesdienst von Klaus Wolf gestaltet, die Predigt hält Pastorin Beate Gärtner. Sie übernimmt auch die liturgische Begleitung des Gottesdienstes.
Für die freundliche Bewirtung beim sich anschließenden Empfang sorgt der Vorstand der Matthäusstiftung Lehrte.
Hasan Kurtulus wurde am 30. April 1962 in Bartin an der Schwarzmeerküste geboren. Im Advent 1969 kam er mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er das erste Mal „Bäume sah, die brannten“ – es waren Weihnachtsbäume. 1970 wurde er als erster türkischstämmiger Junge in die Albert-Schweitzer-Schule in Lehrte eingeschult.
Er machte seinen Realschulabschluss, an den sich eine Lehre als Maschinenschlosser anschloss. Im Jahr 1983 fuhr Hasan Kurtulus als Heimkehrer in die Türkei, arbeitete dann als Vorrichter in Atomkraftwerken und anschließend bis 1991 bei der Zeitarbeitsfirma „Time-power“. Dann wurde er, wie er selbst sagt, durch den Verkauf der Firma zur Selbstständigkeit gezwungen und gründete Ende 1991 / Anfang 1992, die inzwischen zur Firmengruppe gewachsene KURT Zeitarbeit, deren Geschäftsführer er bis zum heutigen Tag ist.
Hasan Kurtulus ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Er ist Mitglied im Rotary Club Lehrte und vielfältig sozial engagiert. Eine „Kanzelrede“ in Matthäus halten zu dürfen, empfindet er als Ehre. „Wir alle atmen dieselbe Luft“, sagt er. Und genau das weist für ihn den Weg, den man in einer pluralen Gesellschaft miteinander gehen sollte . . .