Abend-City-Lauf Lehrte bei mehr als 50 Grad Celsius auf dem Straßenasphalt!

"Wasser marsch!": Am großen HDI-Läufercamp (mehr als 60 Anmeldungen) in der Parkstraße gab es für alle Läufer/innen, welche dies wollten, abkühlend-erfrischende Berieselung aus dem Gartenschlauch. (Foto: Walter Klinger)
 
Bei mehr als 30 Grad Aussentemperatur absolut unverzichtbar waren die "Wassertische" am Lauf-Rundkurs durch die Lehrter City (auf unserem Foto die großen Wasserspender, mit denen sich der LSV bevoratet hatte). (Foto: Walter Klinger)

Dennoch schafften es 2.130 Läufer/innen (über bis zu zehn Kilometer) ins Ziel!

LEHRTE (kl). Dem wieder dicht gedrängt in der Lehrter City Beifall klatschenden Publikum war der Respekt vor dieser Leistung deutlich anzumerken: Bei mehr als 30 (!) Grad Außentemperatur (die Zeitnahmefirma "Lausitz Timing" maß sogar über 50 Grad auf dem Asphalt) kamen beim Lehrter Abend-Citylauf unglaubliche 2.130 Läufer/innen ins Ziel - nur 429 gaben unterwegs wegen der Hitze auf oder traten gar nicht erst an.
Möglicherweise waren sogar noch mehr Teilnehmer dabei, denn einige hatten es nicht mehr geschafft, sich für eine kürzere Distanz (meist vier statt zehn Kiometer) umzumelden, liefen diese aber dann außer Wertung mit. Schon beim Start über zwei Kilometer hatte Bürgermeister Klaus Sidortschuk (Schirmherr und des Laufevents und auch für die Gefahrenabwehr in der Stadt zuständig) eindringlich gewarnt: "Gehen Sie mit Ihrem Körper verantwortlich um!".
Zu beobachten war, dass vor allem Kinder, welche nach im letzten Jahr die 2 Km jetzt erstmals die 4 Km-Distanz angigen, sich bei beginnender Erschöpfung gleich an den Straßenrand setzten, einige der (mehr über den Kopf funktionierenden) erwachsenen Läufer/innen ich aber fast bis vorm Umfallen weiter voran kämpften. Für viele bedeuteten die "Wassertische" vom veranstaltenden Lehrter Sport-Verein (LSV, Bundesbahn) und neu auch von "JJ's Musikschule" an der Strecke sowie die von den Stadtwerken bereit gestellte "Wassertheke" wirkliche Konditionsrettung. Ernste Zwischenfälle mussten der LSV-Abteilungsvorsitzende Bernd Lilie und "Citylauf-Vater" Dr. Jürgen Teiwes indes nicht bilanzieren (dafür aber viel Lob aus dem Publikum und von den Läufer/innen für die wieder reibungslose Organisation).
Dafür kamen zum Teil die Ergebnislisten ins Wanken, denn selbst gestandenen Läufer/innen setzte die Hitze zu. Über die 10 Km sonst "Dauersiegerin" musste sich Ulrike Wendt (Hannover 96) in 39:50 Minuten hinter der Siegerin Tabea Themann (SV Mollbergen, 38:30 Minuten) mit dem zweiten Platz zufrieden geben.
Bei den Männern siegte der derzeit auch im "Laufpass der Region" der (auch den Lehrter Citylauf mitsponsorenden) Sparkasse Hannover führende Emanuel Schoppe (Braunschweig) in 32:51 Minuten vor Volker Goineau (33:07) aus Düsseldorf. Beste Lehrter waren Mandy Krause (46:43) und (irgendwie passend zur Hitzwelle) der auch als Führungskraft in der Freiwilligen Feuerwehr bekannte Marc Wilhelms (37:43).
Über 4 Km stellte die 13-jährige Sophie Kretschmer aus Aschersleben in 15:50 Minuten den Streckenrekord der Jugend ein und belegte auch in der Frauenwertung den ersten Platz.
Aus der benachbarten Lehrter Partnerstadt Staßfurt erhielten die Läufer des Gymnasiums (sie hatten Freitag Ferienbeginn) Sonderapplaus für ihre achtbaren Leistungen, ihr Oberbürgermeister René Zok stand indes im Stau (nach dem türkischen Generalkonsul Mehmet Günay und dem Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Trzcianka, Kristof Czarnecki, startete deshalb Turkish Airlines-Generalmanager Orhan Kabaoglu den für Zok vorgesehenen Lauf.
Traurig aber stimmte die mehr als 100 Citylauf-Helfer vom LSV und anderen Vereinen dies: Die beiden Mitarbeiter einer Lehrter Verkehrssicherungsfirma, die eigentlich die Absperrgitter für den Abend-City-Lauf entlang der Burgdorfer Straße aufstellen sollten, waren am Vortag auf ein Stauende bei Lehrte aufgefahren, wobei einer von ihnen tödlich verletzt wurde. Der städtische Baubetriebshof übernahm ihre Arbeiten.
Ein viel kleineres, aber doch ärgerliches Problem: Im "planierten" Baustellenbereich der Manskestraße, über welchen die amtlich vermessene Laufstrecke verläuft, parkten unerlaubterweise Autos. Nachdem im vergangenen Jahr ein Autofahrer in den Gesperrten Laufbereich eingefahren war und den LSV-Schlussläufer "touchiert" hatte, sorgte dieses Mal ein mit dem Citybike auf der Strecke patroullierender Polizeibeamter für mehr Respekt vor den Läufer/innen.
Den das bewundernde Publikum den Athleten ohnehin bezeugte: an den Getränkeständen des Start und Ziel in der Burgdorfer Straße umgebenden begleitenden Sportfestes hatten die abgekämpften Heldinnen und Helden dieses "Hitze-Laufs" überall Vortritt. Wegen der Ferien dieses Mal vorverlegt, hatte schon der Vorjahreslauf Anfang September bei Temperaturen um 26 Grad Celsius stattgefunden. Aber so schwül wie jetzt im Juni war es damals eben nicht.