A cappella vom Feinsten in der Markuskirche

Das Vocalensemble Ars nova kommt aus dem ganzen Norden und tritt seit Jahren im Frühsommer in der Lehrter Markuskirche auf. (Foto: C. Schumann)

Vocalensemble Ars nova faszinierte mit großem Können

LEHRTE (r/jk). Man kann es nur als Höhepunkt des musikalischen Geschehens in Lehrte bezeichnen, wenn das Vocalensemble ars nova sein jährliches Konzert gibt. Sehr schöne Stimmen, gepaart mit großem sängerischem Können und wunderbar abgestimmter Klangfarbe hielten das Auditorium im Bann, als der kleine Hamburger Chor a cappella in der Markuskirche auftrat.
Sehr geradlinig und sprachlich klar, wie es bei Heinrich Schütz sein muss, kamen die ersten zwei frühbarocken Motetten daher, quasi als Vorspiel zu dem immer wieder beeindruckenden „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Wolfgang Mauersberger, der darin die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 verarbeitete. Wie warm und weich, wie kraftvoll und bedrohlich kamen die entsprechenden Stellen des Werkes an das Ohr des Zuhörers.
Kontraste hieß das Programm des Ensembles und kontrastreich ging es weiter. Mehrere kurze Stücke von Henry Purcell bereiteten auf William Walton vor, dessen klangliche Herausforderungen grandios und sicher im Ansatz gemeistert wurden.
Mit dem Salve Regina, einmal von Josquin des Préz, einmal von Francis Poulenc, wurde mit der andersartigen Gegensätzlichkeit der Stücke ein wieder etwas weniger aufregender Schluss gefunden.
Zur Trennung der Kontrastgruppen spielte der Leiter des Ensembles, KMD Volkmar Zehner aus Kiel, zunächst ein Orgelwerk von Johann Sebastian Bach und nach dem zweiten Block, ebenfalls kontrastreich, ein Werk des noch lebenden Arvo Pärt . So gab es Gegensätze auf mehreren Ebenen, im Gesungenen, in den Orgelwerken und zwischen Gesang und Orgel, eine sehr feinsinnige Gestaltung. Anhaltender Applaus des dankbaren Publikums in der, ob des Wetters leider nicht gefüllten Kirche, entließ die sehr zufriedenen Sängerinnen und Sänger.
Die Erinnerung an dieses Konzert des Vocalensembles Ars nova wird sicher eine Weile währen, und direkt in die Vorfreude auf das Konzert im nächsten Frühsommer übergehen.