570 „Bananen-Kartons“ aus Arpke für Belarus

Hat jetzt im Arpker DIA-Gewerbepark selbst ein regionales Lager für die "Hilfe im Bananenkarton" eingerichtet: Almuth Müller beim Beladen des Lkiw's mit Hilfsgütern für Belarus. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll: Osteuropa-Hilfe läuft wieder an - erster Lkw gestartet

ARPKE (dno). Fünf Tonnen Hilfsgüter sind derzeit in einem Lkw auf dem Weg nach Hoiniki in Belarus. In den 570 Bananen-Kartons befinden sich vor allem Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Haushaltswaren und Handarbeitsartikel.
„Die Spenden kamen hauptsächlich aus Arpke und den Nachbarorten, aber auch aus Ahlten, Steinwedel, Bettrum, Hohenhameln, Celle, Eiklingen und sogar aus der Nähe von Gifhorn“, so Almuth Müller, die bereits seit 1990 die Osteuropa-Hilfe organisiert und Hilfsgüter sammelt.
Hauptsächlich Einzelpersonen aber auch die vier selbstständigen evangelisch-lutherischen Kirchen-Gemeinden (SELK) aus Braunschweig, Hannover, Uelzen und Celle haben etwa 100 Kartons gebracht, deren Inhalt in den Gemeinden bereits sortiert und verpackt wurde.
Bis Ende November wurden die Sachspenden gesammelt, zusätzlich kamen noch etwa 1.000 Euro zusammen. „Das ist eine enorme Summe“, so Müller.
Bis zum Jahr 2000 brachte die SELK-Gemeinde Arpke die Spenden selbst mit Transportern und Hängern nach Litauen. Dann trat Litauen der EU bei und die Hilfe wurde beendet.
„Es gab noch ärmere Länder“, so Müller. So engagierte sich Almuth Müller ehrenamtlich für den christlichen Verein „Humanitäre Hilfe Osteuropa“. Im Januar 2015 musste sie diese Hilfstransporte nach Belarus und Moldawien einstellen, denn das zentrale Sammellager für Hilfsgüter in Groß Sachau wurde geschlossen.
Doch im Sommer 2016 bot sich mit dem Zelt auf dem DIA-Gewerbegelände in Hämelerwald eine neue Möglichkeit auf. Almuth Müller zögerte nicht lange und „schlug zu!“ „Mehr als ein Jahr wurde nicht gesammelt, jetzt konnte es endlich wieder losgehen“, freute sich die Arpkerin.
Ein Lkw bringt nun die Sachen in den Süden Weißrusslands, dass noch noch zur Tschernobylzone gehört. Hier wird dann in einer Halle des Zolls entladen und die Papiere machen sich zur Genehmigung auf den Weg. „Das kann schon mal bis zu drei Monate dauern“, so Müller.
Nach Freigabe der Hilfsgüter muss alles sehr schnell gehen und die Waren innerhalb einer Woche abgeholt werden. Die humanitäre Hilfe erreicht unter anderem Krankenhäuser, Kinderheime, Schullandheime und auch die evangelische Gemeinden der SELK Belarus.
Diese verteilen die Hilfsgüter in ihrer Nachbarschaft und an Bedürftige in der Gemeinde. Jeder Einwohner, so bestimmt es Weißrussland, darf nur zehn Kilogramm Hilfsgüter pro Jahr erhalten!
2004 war Almuth Müller selbst in Belarus vor Ort und 2014 auch in Moldawien. „Ich bekomme immer wieder Dankesbriefe von den Verteilern. Sie schreiben, wie groß die Not im Land ist und wie viel Freude die Hilfsgüter bereiten, denn die Inflation steigt rasant so wie auch die Arbeitslosigkeit."
Auch im kommenden Jahr wird deshalb die Osteuropa-Hilfe aus der regionalen Sammelstelle in Arpke wieder anlaufen, voraussichtlich im April/Mai.