50 Jahre Realschule Lehrte – heute ein „Platz der Entfaltung“

Der Wahlspruch „Gemeinsam lernen, leben und sich wohlfühlen“ trifft auch heute noch zu: Elternratsvorsitzender Michael Flörke, Schulleiterin Ilse Beuke und Schülersprecherin Lena Pokrandt mit dem Zinnteller der Elternschaft zum 50-jährigen Bestehen der Realschule Lehrte. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Mathe ist gar nicht so leicht: Die Hausaufgabe der Tochter kann die ganze Familie beschäftigen, wie die Theater-AG zeigte. (Foto: Susanna Veenhuis)
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Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Feierstunde mit beachtlicher Bilanz: Zusammenhalt stets groß geschrieben

LEHRTE (sv). Während draußen ein maikühler Hagelschauer niederging, gab es drinnen viele warme Worte: Zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Lehrter Realschule hatten sich zahlreiche Honoratioren, Schulleitung, Lehrer, Schüler und Ehemalige in der Sporthalle Lehrte-Süd versammelt. Die Schulband spielte und die Theater-AG führte einen Sketch über eine schwierige Mathe-Aufgabe auf. Fazit aller Redner: Der Wahlspruch „Gemeinsam lernen, leben und sich wohlfühlen“ trifft auch heute noch zu!
Mit Petula Clarks Song „Downtown“ aus dem Jahr 1965 – dem Gründungsjahr der Realschule Lehrte – eröffnete die Schulband das Programm. „Downtown“, also mitten in der Stadt, liegt die Schule zwar nicht.
Aber in ihrer Vergangenheit war sich durchaus auch im Zentrum angesiedelt: Denn ab 1965 hatte Lehrte laut offiziellem Beschluss zwar eine Realschule, aber kein eigenes Schulgebäude dafür, so dass die Klassen auf verschiedene andere Schulen und Gebäude verteilt waren.
So residierten die ersten 56 Realschüler beispielsweise im damaligen Jugendheim, dem Fachwerkhaus im Stadtpark. Später war die Schule in einem Container an der Albert-Schweitzer-Schule untergebracht, bis der moderne Betonbau an der Südstraße 1969 eingeweiht wurde.
An diese Zeiten erinnerte Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Er wusste auch, dass die Lehrter Realschule seinerzeit nicht nur die größte im ganzen Landkreis, sondern sogar die größte Niedersachsens war. „Und auch heute noch ist sie ein wichtiger Bestandteil der Stadt, weil viele Lehrter diese Schule besucht haben – sie ist auch immer noch systemrelevant“, sagte Sidortschuk.
Die Einführung und Abschaffung der Orientierungsstufe, die Einrichtung von Wahl-Leistungs- und Pflichtkursen, Integration und Inklusion und viele andere Neuerungen habe die Schule seit ihrer Gründung erfahren, fuhr Sidortschuk fort. „Als großes Schiff hat die Realschule ihre Kurs über alle Veränderungen gesteuert“, sagte er.
Regierungsschuldirektor Oliver Brandt blickte zurück in Zeiten, als es noch Noten für Betragen und Schönschrift gab. Früher wurden Schüler noch mit Kopfnüssen, Ohrfeigen und Ziehen an den Ohren diszipliniert. Er erinnerte an neue Lerninhalte wie Verkehrsunterricht, Sexualkunde, Schreibmaschine, Informatik und Früh-Englisch und bilanzierte: „Allgemeinbildung und allgemeine Berufsbildung – all dies vermittelt die Realschule vorbildlich!“
Ilse Beuke, Schulleiterin seit 2001, hob die Schulpartnerschaft und den Austausch mit dem College Saint Exupery in Vanves bei Paris hervor, den die Schule unter der Leitung ihres ersten Rektors Klaus Gerdts bereits 1969 aufnahm. „Danke für die manchmal harte Arbeit, die Sie hier leisten“, wandte sie sich an ihr Kollegium. Dank sprach sie auch gegenüber der Elternschaft aus, die sich stets intensiv für die Schulbelange engagiert. Heute besuchen 588 Schüler die Realschule, verteilt auf 23 Klassen und unterrichtet von 58 Lehrern.
„Es bestand immer ein direkter Draht zwischen Elternvertretung und Schule – wirkungsvolle Elternarbeit ist auch nur möglich, wenn sie von allen partnerschaftlich ausgeübt und angenommen wird“, sagte der Elternratsvorsitzende Michael Flörke, selber Absolvent und Abschluss-Jahrgang 1983.
Schülersprecherin Lena Pokrandt lobte den Zusammenhalt an der Schule, der sich beispielsweise darin ausdrücke, dass die ganze Schule aus Anlass des 50-jährigen Bestehens für einen Tag nach Berlin reiste. Dies sei ja nicht selbstverständlich. „Wir nutzen den Platz zur Entfaltung, den wir hier geboten bekommen!“