34. Lehrter Bluesfestival im Hohnhorst-Park

Es herrscht Vorfreude auf das Wiedersehen: Nach 15 Jahren spielt auch „Lösekes Blues Band“ wieder einmal am Rodelberch. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Rodelberg im Stadtpark Lehrte |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Ein „Samstach“ mit Blues aus Schweden und den USA

LEHRTE (sv). 1984 – ausgerechnet in dem Jahr, in dem Orson Welles' düsterer Zukunftsroman gleichen Titels spielt, veranstaltete eine kleine Gruppe von Bluesfans auf einer Wiese im Stadtpark ein reines Blues-Festival – im strömenden Regen, aber mit immerhin 200 hart gesottenen Besuchern.
Mittlerweile zählt das anfangs von politischer und bürgerlicher Seite misstrauisch beäugte Open Air-Musikfest zu den Renommee-Veranstaltungen im Jahreslauf der Stadt Lehrte – 2014 sogar als das beste Bluesfestival ganz Deutschlands ausgezeichnet. Das Festival am „Samstach“ zu Füßen des „Rodelberchs“ genießt längst Kultstatus.
Der allumfassende Qualitätsanspruch der Veranstalter zeigt sich für das 34. Bluesfestival am Samstach, 2. September, auch in der Programm-Auswahl. Als „schwedische Sensation“ wird die 22jährige Lisa Lystam begeistert von der Fachpresse gefeiert. Mit ihrer vierköpfigen „Family Band“ erarbeitet sie sich gerade einen steilen Aufstieg in der Blues-Szene. Besucher des Lehrter Bluesfestivals können sich von der skandinavischen Senkrechtstarterin mitreißen lassen.
Hinan zieht es auch das Trio „Pickup the Harp“. Als Pausenband im vergangenen Jahr noch auf der Wiese musizierend begeisterte die Karlsruher Combo dermaßen, dass sie in diesem Jahr zu fünft oben auf der Hauptbühne das Festival eröffnet – die Besucher von 2016 wissen, dass sie da gleich zu Beginn Eins-A-“Homegrown Acoustic Blues“ serviert bekommen, der akkurat an den Tanznerven zerrt.
Nicht nur Täter, auch Musiker scheint es an ihre Tatorte zurückzuziehen: Beim zweiten Bluesfestival 1985 waren sie schon mit von der Partie, zuletzt vor 15 Jahren zu Gast am Berch: Auf ein Wiedersehen mit „Lösekes Blues Gang“ freuen sich nicht nur die Festival-Macher.
Die Hildesheimer Band ist mittlerweile auch schon seit mehr als 40 Jahren erfolgreich im Musikgeschäft unterwegs und gilt als eine der besten deutschen Bluesbands. Die sechs Lösekes holen sich zur Verstärkung noch drei Bläser, die Löseke Horns, dazu, man darf sich auf Großes freuen.
Erinnerungen an Muddy Waters, Otis Redding und Teddy Pendergrass will der Mann mit der weitesten Anreise wecken: Aus dem Ursprungsland des Blues kommt Sugaray Rayford mit seiner siebenköpfigen Band, um mit seinem „Old school-Blues“ die Fan-Gemeinde wieder zu den Wurzeln dieser Musik zu bringen.
Die Überbrückung der Umbaupausen in Tuchfühlung mit dem Publikum liegt diesmal bei MarKuz Walach. Man könnte meinen, da agiert eine komplette Band - der Multiinstrumentalist wird als begnadeter Blues-Gitarrist gehandelt, kann aber noch viel mehr und wurde unter anderem mit dem Kasseler Kunstpreis ausgezeichnet.
Der Kartenvorverkauf für das international besetzte 34. Lehrter Bluesfestival am Sonnabend, 2. September, startet jetzt. Einlass auf dem Gelände am Rodelberch ist ab 15.00 Uhr, das Programm beginnt wie immer pünktlich um 16.00 Uhr. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 15 Euro, an der Abendkasse 20 Euro.
Vorverkaufskarten gibt es in Lehrte in der Bücherstube Veenhuis und im Anderen Kino, in Sievershausen in der Hundepension Schmidt; in Sehnde im Bioladen Kiebitz und in Burgdorf im Musikhaus, in Hannover bei M+M und im Internet unter www.blues-in-lehrte.de.