Lokführerstreik: Ab 18.00 Uhr kostenlose Servicenummer der Bahn geschaltet

Bahn fordert Rückkehr der Gewerkschaftsspitze an den Verhandlungstisch

BERLIN/HANNOVER (r/kl). Die Deutsche Bahn kritisiert die angekündigten
Streikaktionen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) als völlig
überzogen und fordert die GDL auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch
zurückzukehren. Die GDL hat ihre Mitglieder für heute Abend (Dienstag, 7. Oktober) ab 21.00 Uhr bis Mittwoch, 6.00 Uhr, zu einem neunstündigen, flächendeckenden Streik aufgerufen.
Der GDL-Streik wird sich bundesweit auf den Nah-, Fern- und Güterverkehr
auswirken. Damit die Kunden am Dienstagabend noch ihre Reiseziele
erreichen, empfiehlt die DB, Züge zu benutzen, die vor 21.00 Uhr im Zielbahnhof
eintreffen. Die Folgen der Arbeitsniederlegungen werden auch am Mittwoch
nach Streikende um 6.00 Uhr zu spüren sein. Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen im morgendlichen Berufsverkehr zu rechnen. Voraussichtlich wird es Auswirkungen bis in die Mittagsstunden geben, vermutet die Bahn.
Da die GDL erneut keine Informationen über die bestreikten Züge zur
Verfügung stellt, bittet die DB um Verständnis, dass Auskünfte über Ausfälle
und mögliche Ersatzverkehre erst nach Streikbeginn möglich sind. Die DB wird
zusätzlich mehrere hundert Mitarbeiter einsetzen, vor allem beim Service-
Personal in den Bahnhöfen, in den Betriebszentralen und Transportleitungen
sowie bei der Reisendeninformation.
Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer unter (0180) 6 99 66 33 (20ct/Anruf
aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf) schaltet die DB ab
heute, 18.00 Uhr, eine kostenlose Servicenummer unter (08000) 99 66 33.
Informationen sind mit Streikbeginn auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter
m.bahn.de abrufbar.
Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder
Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können
ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den
DB Agenturen kostenlos erstatten lassen.
Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.
Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.