Hygienevorschriften jetzt auch für kleinere Geflügelbestände

Nach wie vor gilt in den zehn im Altkreis Burgdorf zum Beobachtungsgebiet für die Wildvogel-Geflügelpest erklärten Dörfern zusätzlich ein zweiwöchiges Transportverbot für Geflügel und das Verbot, Hunde und Karten im Freien unangeleint herumstreunen zu lassen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Vogelgrippe: Sicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter in der Region Hannover

REGION HANNOVER (r/kl). Die Schutzvorkehrungen zur Eindämmung der Vogelgrippe in Deutschland werden ausgeweitet. Seit Wochenbeginn müssen auch für kleinere Bestände Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.
Diese Eilverordnung vom Bundesagrarministerium gilt auch in der Region Hannover für alle Geflügelhalterinnen und -halter. Mit den Vorschriften, die sofort umgesetzt werden müssen, soll die Einschleppung der Geflügelpest von Wildvögeln in Hausgeflügelbestände verhindert werden.
Bisher galten besondere Hygienevorschriften erst ab einer Bestandsgröße von mehr als 1.000 Stück Geflügel – ab sofort gelten sie für alle Geflügelhalterinnen und -halter, in der Region Hannover sind das rund 1.600.
Folgende Hygiene- beziehungsweise Biosicherheitsmaßnahmen müssen mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden:
• Zugänge zu den Geflügelstallungen oder anderen Standorten sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
• Fremde Personen dürfen Geflügelställe oder andere Standorte nur in betriebseigener Schutzkleidung einschließlich Schuhzeug oder Einwegkleidung betreten. Nach Verlassen des Stalles ist die Schutzkleidung abzulegen, sie bleibt im Bestand.
• Die Schutzkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren beziehungsweise bei Einwegschutzkleidung über den Restmüll zu entsorgen.
• Es muss eine einsatzbereite Möglichkeit zum Händewaschen und zur Desinfektion von Schuhen vorhanden sein. Die Schuhdesinfektion sollte am besten am Stallzugang eingerichtet werden.
Der Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover empfiehlt jedem Geflügelhalter und jeder Geflügelhalterin, auch selbst bei der Versorgung der Tiere Schutzkleidung zu tragen, die anschließend im Stall bleibt und regelmäßig gewaschen werden sollte.
Außerdem sollten bei jedem Stallgang entweder Einmalhandschuhe getragen oder die Hände gewaschen und desinfiziert werden. Zudem sollten Hunde und Katzen keinen Zutritt zu den Ställen haben.
Futter, Einstreumaterial und Geräte zur Versorgung des Geflügels sollten im Stall aufbewahrt werden oder abgedeckt sein. Stalldesinfektionsmittel sind im Landhandel erhältlich, Händedesinfektionsmittel in der Apotheke oder im Drogeriemarkt.
Wenn in einem Geflügelbestand erhöhte Verluste auftreten oder die Legeleistung erheblich sinkt, muss ein praktischer Tierarzt hinzugezogen werden. Als erhöhte Verluste gelten in Beständen bis zu 100 Tieren drei tote Tiere innerhalb von 24 Stunden, in Beständen mit mehr als 100 Tieren zwei Prozent Verluste innerhalb von 24 Stunden.
In reinen Enten- und Gänsebeständen liegen erhöhte Verluste vor, wenn über mehr als vier Tage die Sterblichkeit der Tiere mehr als dreimal so hoch wie normalerweise ist. Der Tierarzt muss dann immer eine Infektion mit dem Erreger der Geflügelpest ausschließen.
Bei Fragen zur Vogelgrippe oder der Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover unter Telefon (0511) 6 16 - 2 20 95 weiterhelfen. Dort sollten sich auch alle Geflügelhalter/innen melden, die unter Umständen noch nicht registriert sind.
Ortsteile von Lehrte (Arpke, Hämelerwald, Immensen, Sievershausen), Sehnde (Dolgen, Haimar) und Uetze (Dedenhausen, Dollbergen, Katensen, Schwüblingsen) sind zum Beobachtungsgebiet erklärt worden. Hier müss über die bereits allgemein geltende Aufstallungspflicht hinaus noch gesonderte Maßnahmen berücksichtigt werden. Dazu gehören:
- Gehaltene Vögel dürfen für mindestens 15 Tage nicht aus der Beobachtungszone gebracht und für mindestens 30 Tage nicht zur Aufstockung des Wildvogelbestandes freigelassen werden. Auf begründeten Antrag können Einzel-Ausnahmen genehmigt werden.
- Federwild darf nur mit Genehmigung oder auf Anordnung durch die zuständige Behörde gejagt werden.
- Hunde und Katzen dürfen nicht freilaufen. Sie müssen angeleint oder eingesperrt werden. Auf begründeten Antrag können Einzel-Ausnahmen genehmigt werden.
- An den Hauptzufahrtswegen sind durch die Städte Lehrte und Sehnde sowie die Gemeinde Uetze Schilder „Wildvogelgeflügelpest-Beobachtungsgebiet“ angebracht worden.