Zum "Tag der offenen Tür" wurde ein neues Einsatzfahrzeug an die Ortswehr Isernhagen H.B. übergeben

Bei der Übergabe wanderte der Schlüssel von Bürgermeister Bogya über das Feuerwehrkommando bis zu Gerätewart Kurt Ebeling.
 
Im wahrsten Sinne des Wortes: Die Löschwölfe-Bande ist die jüngste Abeteilund der Ortswehr H.B.

Großes Interesse bei der Bevölkerung am Feuerwehrwesen/“An den Wehren wird nichts eingespart“

ISERNHAGEN H.B. Der vergangene Samstag war ein richtig guter Tag für die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen H.B. Erstens blieb es entgegen allen Wetterprognosen trocken, was dem Tag der offenen Tür sehr dienlich war, zu dem die Feuerwehrkameraden dort eingeladen hatten. Zweitens hatten sie alle guten Grund zum Feiern. Ortsbrandmeister Robert de la Chaux stellte seinen Kameraden und Gästen eine frisch gegründete, neu Abteilung vor: Die Löschwölfe-Bande, eine Spezialeinheit für Nachwuchsfeuerwehrleute im Alter von vier Jahren und älter. Und drittens stand vor dem Feuerwehrgerätehaus ein neues Fahrzeug, mit Girlanden geschmückt, das an diesem Tag der Ortswehr offiziell übergeben werden sollte.
Am nachmittag waren es sicherlich ein paar hundert Besucher, die sich zwischen den Feuerwehrfahrzeugen auf der Straße An der Beeke tummelten. In der Fahrzeughalle hatten die Kameraden Tische und Bänke platziert, damit man die leckeren gegrillten Speisen sowie Kaffee und Kuchen nicht im Stehen genießen musste. Die Isernhagener begutachteten die Einsatzfahrzeuge, deren Türen alle weit offen standen. Die Kameraden beantworteten alle offenen Fragen, das war beste Werbung in eigener Sache.
Im Mittelpunkt des Interesses stand aber fraglos das neue HLF 20. HLF ist die Abkürzung für „Hilfeleistungs-Löschfahrzeug“. Das Fahrgestell hat MAN geliefert. Der 18-Tonner ist motorisiert mit 340 PS und verfügt über Allradantrieb. Der Aufbau stammt von Magirus. Die Pumpe leistet 2.000 Liter pro Minute bei zehn bar. Der Wassertank fasst 2.000 Liter, der Schaummitteltank 200 Liter. Der Falt-Schnellangriff hat 30 Meter Reichweite. Auf dem Fahrzeugdach befindet sich ein sogenannter „Dachmonitor“, der 1.200 Liter Wasser pro Minute 60 Meter weit werfen kann.
An Bord befindet sich ein 4m-Band-Fahrzeugfunkgerät sowie fünf Handsprechfunkgeräte. Ebenfalls zur Ausstattung gehören ein Mehrgasmessgerät und eine Wärmebildkamera.
Das ist beileibe noch nicht alles: Zur Ausstattung gehören noch Scheinwerfer, Stromerzeuger, ein Lichtmast, Überdruckbelüfter, Motorsägen, Trennschleifer, vier Atemschutzgeräte, Sicherheitstrupptasche, Hitzeschutzanzüge, Wathosen, ein Überlebensanzug, Steckleitern, Seilwinde, medizinische Notfalltasche, Defibrillator, Rettungsbrett, Abstützsystem, hydraulische Rettungssystem wie Rettungsschere, Rettungsspreizer und zwei Teleskopzylinder, zwei Hochdruckhebekissen als pneumatische Rettungssysteme, ein Gullyei, eine Rettungsplattform, Sperrwerkzeug, eine Dekontaminierungsausstattung und eine Absturzsicherung. „Ich glaube, wir haben an alles gedacht“, schmunzelte Ortsbrandmeister de la Chaux denn auch, als er nach Einzelheiten der Ausstattung gefragt wurde.
Das alles habe natürlich seinen Preis, führte denn auch Gemeindebürgermeister Arpad Bogya bei der Schlüsselübergabe aus. 315.000 Euro habe die Gemeinde für dieses Fahrzeug ausgegeben. Die Gemeinde Isernhagen lege großen Wert auf höchste Qualität in der Ausstattung ihrer Ortswehren. Angesichts der gegenwärtigen Belastungen der Städte und Gemeinden durch die unerwartet hohen Flüchtlingszahlen brauche sich in Isernhagen niemand Sorgen darüber machen, dass der Rat bei den Feuerwehren einsparen werde. Das werde keinesfalls geschehen, so Bogya, die Wehren werden alles bekommen, was in den Plänen für sie vorgesehen sei. Applaus gab es dafür von den Aktiven. Dann übergab der Bürgermeister den Fahrzeugschlüssel an den stellvertretenden Regionsbrandmeister Detlef Hilgert, der ihn dann an Clive von Plehn, Isernhagens Gemeindebrandmeister weiter gab. Von dort wanderte er weiter zum Ortsbrandmeister, der ihn an den Gerätewart der Wehr weiterreichte. Kurt Ebeling hielt ihn noch einmal hoch, er schmunzelte und dann verschwand der Schlüssel in der Ebelingschen Hosentasche. Alle Gäste wünschten den Kameraden, dass das neue Fahrzeug wie sein Vorgänger, ein LF 8, auch mindestens 23 Jahre durchhalten werde. Die Belastung sei nicht zu unterschätzen. Die 44 Aktiven der Ortswehr H.B. müssen im Schnitt 50 Einsätze jährlich abarbeiten.
Schließlich wurde die neue Abteilung den Gästen vorgestellt, die Löschwölfe-Bande. Das sind etwa 15 Kinder im Alter von vier Jahren und älter, die in einer Gruppe betreut werden. Sie alle hätten sich sehr stark für das Feuerwehrwesen interessiert. Also habe man für den ganz jungen Nachwuchs hier eine Möglichkeit geschaffen, altersgerecht an die Ortswehr herangeführt zu werden. Wer sich dafür interessiert, wende sich an den Betreuer der neuen Abteilung Andreas Berkeling bei der Ortswehr H.B.