Wie soll das Zentrum aussehen?

Bauamtsleiterin Heike Uphoff erläuterte Fragen zum Bereich Grüngestaltung und Verkehr. (Foto: Renate Tiffe)
 
Peter Carl (Mitte) und sein Büro sind für den Rahmenplan zuständig. (Foto: Renate Tiffe)

Viel Diskussionsstoff bei Einwohnerversammlung zur Umgestaltung

ALTWARMBÜCHEN (ti). Mit der immer wieder geforderten Bürgerbeteiligung an großen kommunalen Projekten ist es so eine Sache. Meistens interessieren sich die Bürger nur für Entwicklungen, von denen sie unmittelbar betroffen sind.
So war es auch bei der eigens von der Gemeinde zur Sanierung des Zentrums einberufenen Einwohnerversammlung. Statt der bis zu 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit denen Bürgermeister Arpad Bogya gerechnet hatte, erschienen nicht einmal 100 in der Agora des Schulzentrums. Der weitaus größte Teil von ihnen war in dem 14,7-Hektar-großen Sanierungsgebiet in Altwarmbüchen ansässig.
Offenbar klafft bei der Sanierung für das Zentrum ein großer Zwiespalt zwischen den jahrelang geschürten Erwartungen der Bürger einerseits und der mühevollen und komplizierten Kleinarbeit, die Politik und Verwaltung zu leisten haben, andererseits. Viel davon war in Form von Unmutsäußerungen in der rechtzeitig angekündigten und gut organisierten Versammlung wahrzunehmen. Es ist nicht leicht zu vermitteln, dass für die Realisierung des etwa 2,5 Millionen Euro teuren Projektes ein Zeitraum von etwa zehn Jahren veranschlagt werden muss.
Alles Erforderliche ist bereits vorhanden: die Finanzierung erscheint soweit gesichert, als Sanierungstreuhänder wurde die NLG Niedersächsische Landgesellschaft mit Ulf-Bernhard Streit als Ansprechpartner gewonnen, ein Rahmenplan ist vom Planungsbüro Lohaus und Carl erarbeitet worden.
Jetzt geht es in den jeweiligen Bereichen um die Details, zu denen die Bürger ihre Meinung kundtun konnten und sollten. „Wir wollen heute viele Anregungen bekommen und in unsere Planungen mitnehmen. Am Ende wollen wir alle zusammen ein bißchen schlauer sein, was das Zentrum in den nächsten Jahren betrifft“, sagte Bogya. Dabei gehe es sozusagen um eine Operation am offenen Herzen.
Zunächst ging es darum, dass sowohl der Rahmenplan wie auch die Fördermöglichkeiten vorgestellt wurden. Streit wies darauf hin, dass es wichtig sei, vor allen Modernisierungsvorhaben im Sanierungsgebiet mit der Verwaltung zu sprechen. Erste Informationen für Grundstückseigentümer sind einem Flyer zu entnehmen, den die Gemeinde erstellt hat. Weitergehendes ist im Internet unter www.isernhagen.de zu erfahren.
Peter Carl erläuterte den Rahmenplan mit dem Kerngebiet um die Bothfelder Straße dessen Farb- und Materialkonzept. Das Herzstück wurde mit verschiedenen Bodenbelägen dargestellt - als Einheit erkennbar, mit der Abgrenzung des Verkehrs. Die Verbindung werde das Zentrum stärken, meinte er, und ging auf Einzelheiten ein, wie die Sitzskulpturen vor dem Rathaus, die Beleuchtung, die Brunenanlage und das Blaue Band, das in aufgelöster Form als Schlängellinie erhalten bleiben könnte, mit Mosaiken und Leuchtsteinen. Auch auf den Bewuchs mit Gehölzen ging Carl ein.
Die Verwaltung hatte mit Hilfe von in der Agora verteilten Stellwänden fünf „Stationen“ aufgebaut, an denen die Teilnehmer in wechselnden Gruppen bei den Plänen genauer hinsehen und ihre Vorstellungen zu den einzeln Themen mitteilen konnten. Zum Bereich Grüngestaltung und Verkehr gab Heike Uphoff Auskunft, die Leiterin des Bauamtes.
Am Ende der Veranstaltung wurde zusammengefasst, was sich an den einzelnen Stationen ergeben hatte. Bauamtsleiterin Heike Uphoff berichtete über Grüngestaltung und Verkehr. Eine Sperrung der Bothfelder Straße für den Individualverkehr – wie an den Markttagen – ist bei den Bürgern auf Ablehnung gestoßen.
Viel diskutiert wurde der Mangel an Parkplätzen. Bei den Gehölzen wurde teilweise für den Erhalt der Gingkos votiert. Großkronigere Bäume werfen im Herbst viel Laub ab, gaben einige zu bedenken. An der Station von Ulf-Bernhard Streit ging es vorweigend um die Höhe des finanziellen Ausgleichs bei Sanierungsmaßnahmen von Gemeinschafts- und privatem Eigentum. Dazu waren allerdings in diesem Rahmen noch keine weiteren Angaben zu machen. Die Unsicherheit bei Investitionen ist groß.
Bogya versprach, dass bei der Planung alle Meinungsäußerungen berücksichtigt würden. Mit dem fertigen Entwurf kann im Sommer nächsten Jahres gerechnet werden.