Weihnachtsmarkt-Erlös fließt in die Flüchtlings-Sprachförderung

Gemeinsames Engagement für Sprachkurse für Flüchtlinge: Rainer Brakebusch und Martin Weber vom Lions Club Burgwedel-Isernhagen, Yimaz Baris von der Asyl- und Flüchtlingsarbeit der Gemeinde Isernhagen mit Dr. Joachim Wegener, dem Vorsitzenden der Bürgerstiftung Isernhagen. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Lions Club in Isernhagen-Burgwedel unterstützt mit Spende Deutschkurse für Neubürger aus Konfliktgebieten

ISERNHAGEN (dno). Der Lions Club Isernhagen-Burgwedel traf sich jetzt mit Vertretern des Bürgernetzwerkes, Vertretern der Gemeinde Isernhagen sowie deren Bürgermeister Arpad Bogya im Rathaus in Altwarmbüchen. Im Gepäck: Der Erlös aus dem Verkauf von Glühwein und Krustenbraten vom vergangenen Weihnachtsmarkt in Burgwedel.
Stolze 2.000 Euro kamen im Dezember für den „guten Zweck“ zusammen. Der „gute Zweck“ ist in diesem Fall die Sprachförderung von Neubürgern aus Konfliktgebieten.
„Sprache ist ein entscheidendes Element der Integration“, so Dr. Joachim Wegener, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Wer sich nicht verständigen kann, bleibt außen vor. Der Gang zu Ärzten, Institutionen, das Ausfüllen von Formularen und vor allem der Aufbau sozialer Kontakte ist ohne Deutschkenntnisse schwierig.
Einen Anspruch auf einen Sprachkurs haben vorwiegend alle Neubürger im Asylverfahren, die dem Arbeitsmarkt zugeführt werden können. Doch häufig sind die Kurse mit Wartezeiten verbunden und obwohl eine Arbeitserlaubnis vorliegt, kann der Job ohne Sprachkenntnisse nicht angetreten werden.
„Wir sind über die Unterstützung und das aktive Helfernetzwerk sehr dankbar“, so Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya. Derzeit leben knapp 200 Personen im Asylverfahren in der Gemeinde. Bis Ende 2015 kommen noch mindestens 112 Flüchtlinge in Isernhagen dazu.
„Die Gemeinde macht einen guten Job. Wir wollen den politischen Instanzen ihre Arbeit nicht abnehmen. Dennoch ist man gerade bei Sprachkursen auf externe Hilfe angewiesen“, so Dr. Wegener.
Die 2.000 Euro gehen in gleichen Teilen jeweils nach Burgwedel und Isernhagen. Derzeit engagieren sich Sprachlehrer ehrenamtlich im Helfernetzwerk, um gerade den Flüchtlingen den Wortschatz zu vermitteln, die keinen Anspruch auf einen bezahlten Deutschkurs haben. Von der Spende sollen vor allem Kurs- und Wörterbücher sowie Unterrichtsmaterialien finanziert werden.
Sicherlich sind die jeweils 1.000 Euro nur „ein kleiner Zuschuss“, dennoch ein wichtiger. Denn es zeigt, dass die Bereitschaft da ist, Flüchtlinge nicht nur aufzunehmen, sondern sie zu integrieren und ihnen damit die Chance zu geben, Teil der Gesellschaft zu werden. Auch in Zukunft wollen der Lions Club und das Helfernetzwerk ihre Synergien nutzen, um dort zu helfen, wo Bedarf ist.
Das Helfernetzwerk Isernhagen unterstützt seit Gründung vor gut einem Jahr Neuankömmlinge und steht ihnen mit Rat und vor allem Tat zur Seite. Bereits beim letzten Treffen im Januar 2015 waren 36 Personen anwesend, die mit helfen möchten. „Wir waren überwältigt! Die Bereitschaft in der Bevölkerung ist groß“, so Beate Rosbach vom Helfernetzwerk.