„Wärme to go - Energie an Bord“

Die Vertreter der Kooperationspartner sind stolz auf das Modellprojekt "Wärme to go". Am Schulzentrum präsentieren sie die Elektro-Zugmaschine mit dem Container, der "Energie an Bord" hat (v. l.): aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz mit Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, Arpad Bogya, Gemeindebürgermeister Isernhagen, und Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Anlagenführer Stefan Bode koppelt den Schlauch ab, bevor der Wärmecontainer von der Deponie in Hannover-Lahe zum Schulzentrum Isernhagen gefahren wird. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Modellprojekt startet in Isernhagen mit Heizenergie aus Restabfällen

ISERNHAGEN (bgp). Ein Teil des Schulzentrums Isernhagen wird zukünftig mit Energie aus der Wärmegewinnung von biologisch behandeltem Restabfall geheizt. Das Gebäude gehört zu dem vom Bund geförderten Modellprojekt "Wärme to go - Energie an Bord" in der Gemeinde Isernhagen.
Die auf der Deponie Hannover-Lahe durch Verstromung von Methangas gewonnene Wärme wird in Spezialcontainern gespeichert und anschließend mit einer elektrisch betriebenen Zugmaschine zum Schulzentrum am Helleweg in Altwarmbüchen gefahren, um dort in das adaptierte Heizsystem eingespeist zu werden.
Das Projekt umfasst ein Gesamtvolumen von 1,7 Millionen Euro, darin enthalten sind 1,4 Millionen Fördermittel des Bundesumweltministeriums. Beteiligt sind der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha), die Gemeinde Isernhagen und die Klimaschutzagentur der Region Hannover. Die Vertreter der Kooperationspartner stellten die innovative Technik zum Start des Modellversuches am vergangenen Mittwoch auf der Anlage der Deponie vor.
„Methangas entsteht bei der biologischen Behandlung des Restabfalls und wird schon jetzt klimafreundlich in einem Blockheizkraftwerk zu Strom umgewandelt“, erläuterte Thomas Schwarz, Verbandsgeschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover (aha). „Nun verpufft auch die Wärme nicht länger. Sie wird im Rahmen des Modellprojekts in Container eingebracht, die mit dem Wärmespeichermedium Natriumacetat gefüllt sind." Als Vergleich zog er die Funktion sogenannter "Taschenöfen" heran, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren.
„Dank der ergänzenden Förderung der Heizungsoptimierung über die Leuchtturmrichtlinie der Region konnten die ersten beiden kommunalen Brennstoffzellen im Schulzentrum installiert werden“, erklärte Gemeindebürgermeister Arpad Bogya voller Stolz. Durch die Brennstoffzellen wird das bestehende Heizsystem im Gebäude kompatibel mit den Heizcontainern von "Wärme to go".
Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kooperationspartner: „Der innovative Ansatz von ,Wärme to go‘ hat auch den Fördermittelgeber, das Bundesumweltministerium, überzeugt. Wir setzen hier moderne technische Lösungen ein, um Klimaschutz und Energiewende voranzubringen und unsere Klimaschutzziele zu erreichen.“ Er hob die Vorteile des modernen Energiekreislaufes hervor, mittels der vorgesehenen zehn Wärmecontainer und der Elektro-Zugmaschine sei es dann möglich, bis 2020 Treibhausgasemissionen von bis zu 8.000 Tonnen zu vermeiden.
Das Förderprojekt wurde in punkto Konzeption und Antragstellung von der Klimaschutzagentur intensiv begleitet, da diese über viel Erfahrung mit den Bundesprogrammen im Bereich Klimaschutz verfügt. "Deshalb unterstützen wir die Kommunen in der Region – und in diesem Fall auch die Regionstochter aha - gern mit unserem Know how bei der Entwicklung von Modellprojekten“, sagte Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur.
Die Gemeinde Isernhagen setzt nicht zum ersten Mal neue Techniken im Energiesektor ein: „Wir verfügen bereits über langjährige Erfahrungen mit innovativer Heiztechnik und beim Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung“ hob Bogya hervor. Mittlerweile versorgen dreizehn Blockheizkraftwerke (BHKW) klimaschonend das Rathaus, fünf Schulen, vier Sporthallen und das Hallenbad. Die Baugebiete Wietzeaue und HB werden durch die Gemeindewerke Isernhagen (GWI) ebenfalls mit BHKW-Wärme versorgt. Das Modellprojekt in Isernhagen und die Bewilligung der Fördermittel für „Wärme to go“ sind weitere Schritte zum Klimaschutz, die Bogya positiv kommentierte: "Schön, dass es einen erwischt."