Von Aschaffenburg bis Berlin im 500-Meter-Takt

Trotz Regenwetter keine schlechte Laune und rege Beteiligung an Start und Ziel. Auf vier Pfoten durfte die Distanz ebenfalls überwunden werden. (Foto: Svenja Steinseifer)

Rund 100 Läufer beim 3. JuKi-Spendenlauf der St. Nikolai Gemeinde

KIRCHHORST (svs). „Komm komm, ihr seid top!“ Diakonin Hermine Jany wird nicht müde, die kleinen und großen Läufer beim 3. JuKi-Spendenlauf an der Strecke anzufeuern. Minimum 500 Meter müssen, maximal 15 Kilometer dürfen die Lauf-Fans absolvieren, umso Geld für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde sportlich zu verdienen.
Rund 100 Läufer trotzten am vergangenen Freitag dem schlechten Wetter und gingen für JuKi an den Start. Mit dabei ist auch Katharina, die nach elf Runden endgültig die Ziellinie passiert – trocken. „Das ist doch ganz einfach“, sagt die Neunjährige, „zwischendurch unterstellen und dann mit Regenschirm weiterlaufen!“ Und Katharina hatte Spaß – trotz Regen.
Zu einem kleinen Dorffest hat sich der JuKi-Spendenlauf mittlerweile gemausert und neben den Spendengeldern ist für Jochen Zoellner, den 1. Vorsitzenden von JuKi, eines dabei vor allem wichtig: „Es bringt die Leute zusammen.“ Denn vertreten sind alle Altersklassen ab zwei Jahren, ob mit Walking-Stöcken, Hund oder Kinderwagen – sie laufen und „sind irgendwie begeistert“, sagt Zoellner und macht sich gleich selbst wieder auf den Weg beziehungsweise auf die Strecke. Mindestens 15 Runden hat er sich vorgenommen. Genau wie alle anderen hat sich Jochen Zoellner vor dem Start Sponsoren gesucht, die pro Runde einen selbst fest gelegten Betrag spenden.
Begeistert und berührt ist auch Hermine Jany vom Engagement ihrer Gemeinde, die mit 96 Anmeldungen nicht gerechnet hat. „Dass so viele trotzdem gekommen sind, finde ich wirklich phänomenal“, freut sich die Diakonin und schwenkt ihre bunten Pompons unter anderem für Kim, die vor Runde 13 einen kurzen Zwischenstopp einlegt. Sie ist zwar nass, aber das macht ihr nichts. „Es macht echt Spaß und ich laufe sowieso gerne“, sagt die Siebenjährige und nimmt die nächsten 500 Meter in Angriff.
Nach maximal 30 Runden ist die Laufkarte voll. 15 Kilometer für einen guten Zweck haben die Läufer dann hinter sich. Doch nicht nur die Runden-Stempel auf der Karte zählen, sondern die Teilnahme an sich. Auch Birgit Konradt, die im Startzelt Laufkarten ausgibt, freut sich über so viel Begeisterung und Engagement. „Ein Blinder ist mit seiner Mutter gestartet“, erzählt Konradt, „das finde ich mutig und daran kann man das Engagement gut messen.“
Für JuKi, Förderverein für Jugendliche und Kinder e. V. der St. Nikolai Kirchengemeinde Kirchhorst/Neuwarmbüchen, sei der Spendenlauf eine der wichtigsten Einnahmequellen im Jahr. Über 3000 Euro kamen dieses Jahr zusammen. Jochen Zoellner zieht eine durchweg positive Bilanz. „Ein tolles Fest mit toller Stimmung“, sagt der 1. Vorsitzende. Eines findet Hermine Jany trotzdem schade – die etwas magere Besetzung der Fan-Kurve. Denn zusammengerechnet ergeben die gelaufenen Kilometer immerhin 565 – von Aschaffenburg bis Berlin.
Der Spaß an der Sache und der sportliche Ehrgeiz aller Teilnehmer kamen dennoch nicht zu kurz. Maté stürmt nach 30 schnellen Runden ins Ziel. „Es war ein bisschen nass, aber es war gut“, bringt der amerikanische Austauschschüler die Atmosphäre auf den Punkt.