Umzug ohne Ross und Reiter

Die Musikfreunde Bilm führten in diesem Jahr den Umzug an, da dass „Martins-Pferd“ erkrankt war. (Foto: Dana Noll)

Pferd erkrankt - Martinsumzug mit über 400 Laternengängern

KIRCHHORST (dno). Seit über 40 Jahren lädt die Laienspielgruppe Stelle zum traditionellen Martinsumzug in Kirchhorst ein. Wie in jedem Jahr, wird sie dabei von den beiden Feuerwehren Stelle und Kirchhorst unterstützt.
Leider war in diesem Jahr das Pferd erkrankt und der Umzug musste ohne Ross und Reiter auskommen. Und so führten die Musikfreunde Bilm unter dem Kommando der Wehren die über 400 Laternengänger durch die Kirchhorster Straßen.
Ein wenig traurig schauten die Kinder schon, als weder Sankt Martin noch sein Ross am Treffpunkt Moorstraße warteten. Das Pferd war erkrankt und so musste der Tross in diesem Jahr ohne „die traditionelle Spitze“ auskommen.
Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Das Wetter war ideal und die Aussicht auf Schmalzbrote, Bratwürste sowie heiße Getränke trieb den Umzug über die Steller Straße in Richtung Neuwarmbüchener Straße und Grundschule zurück zum Feuerwehrhaus Kirchhorst.
Die Musikfreunde Bilm sorgten für musikalische Begleitung und die bunten Laternen der Kinder für das nötige Licht. Dinos, Gespenster, Prinzessinnen oder Feuerwehrautos zählten dabei wieder zu den Lieblingsmotiven und leuchteten mit den Kinderaugen um die Wette.
Neben der Tradition des Martinssingens werden die Martinsumzüge vielerorts gepflegt. Schon seit über 40 Jahren initiiert die Laienspielgruppe Stelle den Martinsumzug in Kirchhorst. Und bereits zum 1.700 Mal jährte sich in diesem Jahr das Fest des heiligen Martin. Martin von Tours war mit 17 Jahren Soldat und bei der römischen Reiterabteilung in Gallien stationiert. Hier soll ihm an einem kalten Wintertag ein Bettler begegnet sein, der spärlich bekleidet war und fror.
Ohne viel zu überlegen, ignorierte er das Leid des Bettlers nicht und teilte seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Hälften. Diese Mantelteilung symbolisiert bis heute die Wohltätigkeit des Sankt Martin. In der darauffolgenden Nacht soll dem schlafenden Martin Jesus erschienen sein, der seinen halben Mantel trug. Für Martin stand fest, dass dies ein Zeichen war.
Er verließ die Armee und stellte sich ganz in den Dienst Gottes und wurde Priester. Am 4. Juli 372 wurde er zum Bischof von Tours geweiht, obwohl er sich selbst als nicht „würdig“ dafür empfand. So soll er sich sogar in einem Gänsestall versteckt haben, um der Weihung zu entgehen – doch die Gänse schnatterten so laut, dass er gefunden wurde.
Als Strafe landeten diese auf dem Grill – und so entstand unser Traditionsgericht zum Jahresende, die Martinsgans! Am 8. November 397 starb Martin im Alter von 81 Jahren in Candes und wurde am 11. November, dem heutigen Martinstag, in Tours beigesetzt.