Umbau der Hauptstraße in Isernhagen FB stark umstritten

Mit einer Schleife und einem Schild hatten die Grünen die Bäume gekennzeichnet, die beim Ausbau der Parkplätze gefällt werden sollen. (Foto: Renate Tiffe)

Baum-Rettungsaktion der „Grünen“ dauerte nur einen Tag

ISERNHAGEN FB (ti). In der Ortsratssitzung am Mittwoch in Isernhagen FB hatte „Grünen“-Ratsherr Jens Widdrich noch einmal den Umbau der Hauptstraße zum Thema gemacht. Er sprach von der Aktion der „Grünen“, die diejenigen Bäume mit einer Schleife gekennzeichnet hatten, die beim Ausbau der Parkplätze gefällt werden sollten. Vier Bäume waren es in FB und acht in KB. Die Aktion dauerte nur einen Tag. Bereits am Donnerstag-Nachmittag hat ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung die Schleifen entfernt.
Die Sanierung der Durchgangsstraße in FB und KB beschäftigt den Rat und die Verwaltung in Isernhagen schon seit September vorigen Jahres. Es geht um den ordnungsgemäßen Ausbau der Parkplätze auf der Südseite der Straße, die bislang auch schon genutzt werden. Erhalten bleiben soll der kombinierte Rad-Fußweg. Da es sich um eine Regionsstraße handelt – amtliche Bezeichnung K 113 – war von der Regionsverwaltung bereits ein Entwurf erarbeitet worden, der aber den Anprüchen der Gemeinde nicht genügte.
In der Ortratssitzung zuvor hatte ein Mitarbeiter der Region einen weiteren Entwurf vorgestellt, in dem die Anzahl der Stellplätze von 58 auf 110 fast verdopppelt worden waren. Der Plan war in der Sitzung, an welcher auch der Ortsrat von KB und der Planungsausschuss des Rates teilgenommen hatten, eingehend diskutiert worden. Als besonders problematisch wurde die Abführung des Regenwassers angesehen, die bereits jetzt an ihre Grenzen stößt. Neben dem Planfeststellungsverfahren wurde parallel ein wasserrechtliches Genehmigungsverfahren angekündigt. Schon damals hatten die „Grünen“ bei ihren Bedenken gegen den Plan auch auf die Bäume hingewiesen. Sie wurden unterstützt vom Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Friedrich Dusche.
Widdrich, selbst Anlieger der Straße und von Beruf Bauingenieur, hatte zwischenzeitlich den zweiten Entwurf der Region genau geprüft und nicht nur die Anzahl der Bäume festgestellt, die gefällt werden müssten. Teilweise würden auch den Anliegern die Zufahrten zu ihren Grundstücken genommen, meint er. Durch die Böschung in dem Bereich sind diese ohnehin schon schwierig, besonders wenn es sich auch noch um eine Grenzbebauung handelt.
Geplant ist, dass neben dem Parkstreifen von zwei Metern und einem Sicherheitsbereich von 0,75 m der kombinierte Rad-Fußweg 2,50 m breit sein soll. Die Straße ist 6,20 m breit. In der Diskussion ist auch ein Fahrradweg auf der Nordseite, der durch einen weißen Streifen an der Straße markiert werden soll.
Die Flächen auf der Südseite gehören der Gemeinde. Die Grundstückgrenzen liegen ziemlich hoch auf der Böschung.
Die prekäre Situation auf der vielbefahrenen Straße hat sich durch deren Historie ergeben. Die Höfe der Bauern lagen wegen der Wasserversorgung durch die Brunnen auf der Südseite. So war das alte Hagenhufendorf entstanden. Mit der Straßenbahnlinie nach Großburgwedel vollzog sich der Ausbau der Straße. Ein Sommerweg an der Südseite reichte aus. Als Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Bebauung der Südseite begonnen wurde, nahm man es nicht so genau mit den Grundstücken. - Die Aufgabe der Planer dürfte nicht leicht sein, nicht nur wegen der Bäume ...