Stabwechsel auf dem Wöhler-Dusche-Hof

Die Ortsbürgermeisterin von Isernhagen NB, Renate Matz-Schröder, und Ortsratsmitglied Karsten Kowala ehrten Astrid Jeuther mit einem Blumenstrauß und einem Präsent. (Foto: Renate Tiffe)

Astrid Jeuther gab Vorsitz im Museumsverein ab – Nachfolgerin ist Dr. Inge Hanslik

ISERNHAGEN NB (ti). Was wäre Isernhagens Wöhler-Dusche-Museumshof ohne Astrid Jeuther? An der Spitze des Vereins „Nordhannoversches Bauernhausmuseum“ hat sie dafür gesorgt, dass aus einer der vielen stattlichen Hofstellen in den Isernhagen-Dörfern ein anerkanntes, vielbesuchtes Museum entstanden ist – eine Stätte, in der das historische Erbe der Gemeinde dargestellt und für die Zukunft bewahrt werden kann. Nach 20 Jahren hat sie jetzt den Vereinsvorsitz an Dr. Inge Hanslik abgegeben.
Unprätentiös wie ihre Vorgehensweise nach außen immer war, vollzog sich auch der Wechsel, den Astrid Jeuther lange und wohlbedacht vorbereitet hatte. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Gasthaus Sievers in Isernhagen HB – 45 der insgesamt 135 Mitglieder des Vereins waren anwesend – berichtete die scheidende Vorsitzende zunächst über „ein arbeits- und erfolgreiches Jahr 2009“, das die vielfältigen Aktionen im Museum widerspiegelte. Den Neuwahlen des Vorstandes ging eine Würdigung der bisherigen Arbeit durch die Besitzerin des Wöhler-Dusche-Hofes, Ilse Dauer-Böhm, voraus. Sie erinnerte an die vielen sensiblen Um- und Einbauten auf dem mehr als 400 Jahre alten Hof, die Astrid Jeuther mit viel Engagement und Liebe in ganz vielen Stunden vorangetrieben habe. Es sei nicht zu ermessen, wie viel sie geleistet habe.
16 wunderbare Sonderausstellungen sind hinzugekommen, die allesamt die Geschichte der Isernhagendörfer durchleuchteten. Keiner wisse so gut über Isernhagen Bescheid wie sie, sagte Frau Dauer. Darüber hinaus habe sie besonders auch Kindern auf liebevolle Weise viel Wissen über die Vergangenheit vermittelt. Eine kurze Ehrung durch die Ortsbürgermeisterin von NB, Renate Matz-Schröder, in Vertretung der Gemeinde, schloss sich an und ein „Sie haben viel für NB getan“, vom Ortsratsherrn Karsten Kowala. Der einstimmig gewählten Nachfolgerin wünschte der Versammlungsleiter „ein ganz gutes Händchen in der Führung des Vereins“ und schickte ein „es wird schon gehen“ nach.
Dr. Inge Hanslik ist gebürtige Isernhagenerin, in KB geboren. Sie war Lehrerin am Gymnasium Altwarmbüchen, deren Geschichts-AG sie zu bundesweiten Erfolgen führte. Seit 2008 lebt sie im Ruhestand. Fünf Jahre gehört sie dem Museumsverein an, in dessen Vorstand sie von Anfang an mitarbeitete. Sie war bereits stellvertretende Vorsitzende. Bei den Schülerlesungen zur letzten Jahresausstellung „Kindheit und Schule in Isernhagen“ trat sie zuerst in der Öffentlichkeit hervor.
Von Statur aus zwar zierlicher als sie hinterlasse Astrid Jeuther aber sehr große Fußstapfen, die auszufüllen sie erst einmal versuchen müsste, sprach Inge Hanslik die Vereinsmitglieder an. Dabei sei sie noch mehr auf Unterstützung angewiesen. Sie erläuterte die Vorhaben für das Jahr 2010, für die weniger Geld zur Verfügung stehen wird. Die 5.000 Euro der Region fallen weg und auch die Gemeinde wird weniger zahlen, so dass 10.000 Euro in der Kasse fehlen. Am Haupthaus sind nur noch wenig Arbeiten erforderlich, die teilweise schon erledigt sind. Ein neues Faltblatt gibt Auskunft über den Wöhler-Dusche-Hof, der sich als kultureller Anziehungspunkt in der Region weiterentwickeln soll. Extra aufgezählt sind die besonderen Veranstaltungen der Saison 2010, die am 2. Mai sozusagen mit einer Vorausstellung „Vom Kienspan zur Petroleumlampe“ beginnt. Es wird wieder zwei plattdeutsche Theaterstücke und mehrere Backtage geben sowie die „Offene Pforte“ im Garten. Der Webstuhl wird eingerichtet. Das hannoversche Johann-Strauss-Orchester hat sich am 6. Juni angesagt und auch die Lions-Landpartie wird wieder dabei sein. Ein großer Teil der Anstrengungen werde sich auf die neue Sonderausstellung konzentrieren „...ein gerüttelt, gestrichen und gehäuftes Maß... Messen und Wiegen im Laufe der Zeit“. Es seien bereits viele Exponate vorhanden und bei genauerem Befassen erweise sich das Thema als durchaus spannend, meinte die neue Vorsitzende.
Die Mitgliederversammlung schloss mit einem Bildvortrag von Astrid Jeuther über die Bauernhäuser in den Isernhagen-Dörfern. Das umfangreiche Fotoarchiv werde sie weiter betreuen und auch sonst werde sie dem Verein mit Rat und Tat zur Seite stehen, versprach sie. Eine größere Würdigung ihrer verdienstvollen Arbeit durch die Gemeinde steht noch aus. Lediglich im Jahre 2003 ist Astrid Jeuther beim Tag des Ehrenamtes der Region eine öffentliche Anerkennung zuteil geworden.