SPD stellt den Ortsbürgermeister

Der neue Ortsrat in Kirchhorst (v.l.): Andre Marburg (SPD), Dr. Anne Ingrid Kollenrodt („Grüne“), Ulrich von Rautenkranz (FDP), Hugo Berkelmann (CDU), Herbert Löffler (SPD), Carsten Frey (CDU) und Thomas Mazur (parteilos). (Foto: Renate Tiffe)
 
Die ausgeschiedenen Ortsratsmitglieder, in ihrer Mitte die langjährige Ortsbürgermeisterin Dr. Renate Vogelgesang. (Foto: Renate Tiffe)

Herbert Löffler tritt Nachfolge von Dr. Renate Vogelgesang an

KIRCHHORST (ti). Dass Dr. Renate Vogelgesang (CDU) nach 15 Jahren im Amt als Ortsbürgermeisterin in Kirchhorst nicht mehr für den Posten zur Verfügung stand, war lange bekannt.
Dass der Sozialdemokrat Herbert Löffler ihre Nachfolge antreten würde, sorgte jedoch zum mindesten unter den CDU-Anhängern im übervollen Saal der „Alten Schule“ für eine wenig erfreuliche Überraschung. Obwohl die CDU mit 40 Prozent der Stimmen aus der Kommunalwahl im September hervorgegangen war, konnte sich ihr Kandidat Carsten Frey bei der konstituierenden Ortsratssitzung nicht durchsetzen.
Renate Vogelgesang hatte noch ihres Amtes gewaltet und die drei neuen Mitglieder im Ortsrat, Carsten Frey und Thomas Mazur, beide CDU, sowie Andre Marburg, SPD, verpflichtet. Zu ihrer persönlichen Verabschiedung nach 25 Jahren im Ortsrat dankte sie für die gute Zusammenarbeit. Fast alle Beschlüsse seien einstimmig gefallen. Für den Ortsteil sei viel erreicht worden.
Im Isernhagener Gemeinderat, dem sie weiter angehört, werde sie sich auch künftig für Kirchhorst stark machen, betonte sie. Die Mitglieder des neuen Ortsrates ermahnte sie, achtsam miteinander umzugehen.
Die herzliche Atmosphäre mit Geschenken und vielen Umarmungen bei der Verabschiedung des Ortsrates der zu Ende gegangenen Wahlperiode übertünchten ein wenig, dass es bei der Kür des neuen Ortsbürgermeisters zu einer Kampfabstimmung kommen würde. Bei der geheimen Wahl erhielt Löffler fünf Stimmen, Carsten Frey dagegen nur zwei.
Mit den Stimmen der beiden Ratsmitglieder von FDP und Grünen war dies eine satte Mehrheit für das neue Oberhaupt des Ortes. Die ebenfalls geheime Wahl von Frey war dann nur noch eine Formsache. Für die Wahl seiner Stellvertreter hatte Löffler ebenfalls zwei Wahlgänge vorgeschlagen. Ulrich von Rautenkranz (FDP) wurde mit den Stimmen von fünf Ortsratsmitgliedern gewählt und ebenso Thomas Mazur (parteilos).
Angesichts der ansehnlichen Zuhörerschaft im Saal freute sich Löffler über die große Zustimmung, die die Arbeit des Ortsrates in Kirchhorst finde. Es habe viele Gespräche im Vorfeld der Sitzung gegeben mit einem großen Spektrum unterschiedlicher Meinungen. Parteipolitik habe dabei weniger eine Rolle gespielt. Das solle auch sein Credo für die nächsten fünf Jahre sein. Es gehe vielmehr um einen Wettstreit um die besten Ideen für Kirchhorst. Er wies darauf hin, dass sechs Vertreter des Ortsteils Mitglieder im Rat der Gemeinde Isernhagen seien. Damit müsste viel zu erreichen sein.
Der neue Ortsbürgermeister freute sich über sein Amt. Seine Vorgängerin hinterlasse große Spuren, bemerkte er. Manches werde sich ändern. So werde es künftig eine Bürgermeistersprechstunde geben. Er wolle Ansprechpartner für alle Einwohnerinnen und Einwohner sein, sagte Löffler. Aus diesem Grund werde er den Parteivorsitz niederlegen. Natürlich bleibe er weiter Parteimitglied.
Auf den neugebildeten Ortsrat warten große Aufgaben, wie der anschließende Tagesordnungspunkt ergab. Es wird um den Dorfentwicklungsplan gehen. Ein Entwurf für die neue Ortsmitte wurde bereits vorgestellt.