"Soziale Vitalität" für das Zentrum

Ortstermin im Zentrum Isernhagen (v. l.): Wolfgang Dorn (Vors. der SPD Isernhagen), Marco Brunotte, Ulf-Bernhard Streit, Caren Marks, Hans-Edgar Ojemann und Reinhard Lensch (Ratsherr). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Abgeordnete informierten sich über die Umsetzung von städtebaulichen Maßnahmen

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Bund und Länder stellen den Kommunen in diversen Förderprogrammen Gelder für städtebauliche Maßnahmen zur Verfügung. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks und ihr Kollege aus dem Landtag, Marco Brunotte, nahmen dieses zum Anlass, um sich bei der Gemeinde Isernhagen über den Fortgang der Sanierung des Zentrums zu informieren.
Insgesamt waren die Beteiligten mit dem Vorlauf in Altwarmbüchen zufrieden, doch nun müssten weitere Maßnahmen zur Planung der Zentrumssanierung erfolgen. Ein erster Versuch, sechs sorgfältig ausgesuchte Planungsbüros zur Angebotsabgabe für die städtebauliche Versuchsplanung zu gewinnen, war gescheitert.
Die Gemeindeverwaltung bekam den allgemeinen Bauboom und die Überlastung der gewählten Büros deutlich zu spüren, da diese in der gewünschten Zeit wegen Arbeitsüberlastung keine Aufträge mehr annehmen konnten.
Heike Uphoff, Leiterin des Bauamtes der Gemeinde Isernhagen, ist bezüglich des Zeitrahmens jedoch optimistisch. Die bisher erfolglose Ausschreibung des Planungsauftrages beunruhigt sie nicht, angesichts des Gesamtzeitraums für das Sanierungsprojekt sei die Verzögerung eher gering.
Die Ausschreibung werde wiederholt und auf eine größere Anzahl von Planungsbüros ausgeweitet. Ebenso werde man den Zeitraum für die Planung von drei auf sechs Monate erhöhen, so Uphoff.
Auf konkrete Angaben zum Zeitpunkt des Baubeginns mochte sich die Bauamtsleiterin nicht festlegen: "Wir müssen erst mal die Ausschreibung abwarten. Wenn ich eine Entwurfsplanung an der Hand habe, kann ich mehr sagen", erläuterte Uphoff. Dem stimmte auch Ulf-Bernhard Streit, Sanierungsträger von der Niedersächsischen Landgesellschaft, zu.
Vor dem Hintergrund von sechs bis zehn Jahren Zeit für die Zentrumssanierung legt er ebenso wie Uphoff vor allem Wert auf eine gründliche städtebauliche Entwurfsplanung, welche als Basis für die spätere Ingenieurplanung dienen wird.
Die Vertreter aus Politik und Verwaltung waren sich einig darüber, dass für ein Gelingen der Zentrumsgestaltung die Bürgerbeteiligung hohe Priorität hat. Dazu gehöre laut Ratsherr Burkhard Kinder (CDU) auch, dass man die Anlieger möglichst schnell darüber informieren sollte, wie hoch die Kostenbeteiligung für sie ausfallen werde, um nicht den Rückhalt in der Bürgerschaft zu verlieren.
Klarheit wünschen sich die Beteiligten außerdem über die weitere Nutzung der Bothfelder Straße und eine eventuelle dauerhafte Sperrung für den Autoverkehr. Damit wird sich die Zentrums-AG am 14. Februar befassen, ein Gremium mit Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie Gewerbetreibenden.
Hans-Edgar Ojemann, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, sieht den Fortgang der Zentrumssanierung für Isernhagen auf einem guten Weg. Mit Blick auf die neue katholische Kirche, welche der Öffentlichkeit als Gemeindezentrum offen steht, und dem gegenüberliegenden großen Supermarkt sowie der Bücherei sagt er: "Wir haben ein Zentrum geschaffen, dass belebt ist".
Caren Marks richtet ihr Augenmerk auf den integrativen Ansatz, der das Zentrum in sozialer Hinsicht mit Leben füllen soll: "Verschiedene Belange der Nutzer sollten zum Tragen kommen". Sie appellierte an Kommunalpolitik und Verwaltung, man müsse auch Kinder und Jugendliche "mitnehmen" und solle ihnen Gehör verschaffen. Sie wünsche sich für das Zentrum "Soziale Vitalität".
Marco Brunotte unterstrich die Intention der Förderprogramme, sich nicht nur auf Baumaßnahmen zu beschränken, sondern auch über Impulse aus Politik und Gemeinde inhaltlich etwas zu bewegen: "Die soziale Stadt findet sich nicht nur in Beton, sondern auch im Personal".