Schule im stetigen Wandel

Christina Bielefeld betonte die Aufgabe der Schule, ein „gutes Rüstzeug und Wertvorstellungen“ zu vermitteln. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Humorvoll präsentierte Lehrer Hans Drangmeister die Geschichte des Gymnasiums Isernhagen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Feier zum 40. Geburtstag des Gymnasiums Isernhagen

ISERNHAGEN (bgp). Das Gymnasium Isernhagen ist seit 40 Jahren fester Bestandteil der Bildungslandschaft in der Gemeinde. Schulleiterin Christina Bielefeld sah darin Grund genug, den runden Geburtstag der Schule sofort zu feiern und nicht bis zum 50. Jahrestag zu warten. Schließlich habe die Zahl 40 bereits in der Antike eine große Rolle gespielt, da sich die Ernte nach dem vierzigtägigen Verschwinden des Sternbildes der Plejaden richtete. Nach dessen Wiederkehr habe man als Ausdruck der Freude ein Bündel aus vierzig Schilfrohren entzündet, leitete Bielefeld die Jubiläumsfeier ein.
Die Chefin des Gymnasiums formulierte die Ansprüche, welche eine Schule zu erfüllen habe: "Sie muss ein gutes Rüstzeug und Wertvorstellungen vermitteln, kontrovers und spannend sein." Das Jubiläum stehe unter dem Eindruck der bisherigen guten Erfahrungen, dass man gemeinsam viel erreichen und einander vertrauen könne. "Wir müssen uns immer wieder auf den Prüfstand stellen", betonte die Schulleiterin im Hinblick auf Prozesse von außen, denen die Schule gerecht werden müsse.
"Bevor Schule jedoch stattfinden kann, muss das Haus da sein" resümierte Bielefeld und kündigte die stellvertretende Gemeindebürgermeisterin Sabine Müller an. Diese bezog sich auf eine wechselvolle Geschichte in der Schullandschaft vor Ort, die sich auch im Gebäudebestand abbilde. Daher ließe sich die Frage: "Wann ist ein Schulzentrum fertig?" nur mit „gar nicht“ beantworten, denn viele Dinge wie das Profil der Schule oder besondere Anforderungen entwickelten sich immer weiter. Müller betonte: "Wir möchten ein starkes Schulzentrum haben." Mit der Entwicklung des Campus Isernhagen werde in Zukunft eine Struktur geschaffen, von der alle Beteiligten profitieren werden, da die bisherige enge Zusammenarbeit der Schulen untereinander noch intensiviert werden könne.
Humorvolles Element der Jubiläumsfeier war der Bildvortrag von Lehrer Hans Drangmeister, der mit einer Retrospektive für so manchen Lacher im Publikum sorgte. Er zeigte mit seinen Fotos, dass vor dem Bau der Schule weder die Autobahn noch der Altwarmbüchener See existierten und stellte launig dar, wie sich das Gebäude und dessen späterer schulischer Inhalt entwickelten.
Die Anfangsjahre verbrachten die Isernhagener noch im Gymnasium Großburgwedel, im Februar 1977 seien die Gymnasial-Schüler dann in ihr "Mutterkloster" gezogen. Gleichzeitig verdeutlichte Drangmeister die wandlungsreiche Schulgeschichte mit dem Ende der Orientierungsstufe, dem Wechsel zum Abitur nach 12 Jahren und wieder zurück zum Abitur nach 13 Jahren. Drangmeister sprach sicher manchem Kollegen aus der Seele, indem er mit einem Stoßseufzer betonte: "Wir würden einfach gern mal unterrichten!" Trotzdem empfinde er die Schule als "toll", hielt er fest und ließ augenzwinkernd durchblicken, dass der Begriff durchaus unterschiedliche Facetten habe.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich ebenfalls kreativ am Jubiläumsprogramm beteiligt. Unter dem Motto "Klasse, wir singen" sang die Chorklasse 5C, Jeremias Heimbach (Klavier und Gesang) sorgte mit "Yesterday" von den Beatles für Gänsehautgefühl und viel Applaus. Isabelle Kune untermalte mit dem 2. Satz der Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven stimmungsvoll die Feier, gefolgt von der Jumpstyle Tanzformation der Klasse 7D, die im schnellen Rhythmus alles gab. Die I-Klasse "Ü 40" arbeitete die wechselvolle Schulpolitik in einem Sketch noch einmal humoristisch auf. Darstellerisch besetzt war das satirische Intermezzo aus dem Personalrat, Schüler- und Schulelternvertretern, Freundeskreis und dem Ehemaligenverein GymEX. Die Band des Gymnasiums begeisterte mit dem Musikstück „TheWallFor40“.