„Saure Wochen - frohe Feste“

Ein Tisch, gedeckt für viele Personen nahm die Mitte bei der Ausstellung ein. (Foto: Renate Tiffe)

Eröffnung der Jahresausstellung im Wöhler-Dusche-Hof

ISERNHAGEN NB (ti). Wieder ein Stück Isernhagener Kulturgeschichte: verdienstvoll zusammengetragen und dargestellt in der Jahresausstellung des Vereins Nordhannoversches Bauernhaus Museum Wöhler-Dusche-Hof.
Und gleichzeitig die Verankerung im Hier und Jetzt. Am Tag der Ausstellungseröffnung gab die neue Vorsitzende Stephanie Buhtz auch die Fertigstellung der Homepage bekannt. Das Isernhagener Bauernhaus-Museum ist jetzt online zu finden unter unter www. Bauernhausmuseum-isernhagen.de.
„Saure Wochen – frohe Feste“, so das Thema der Jahresausstellung 2017. Die Eröffnungsveranstaltung passte gut in den Monat Mai, in dem die Welt auch einmal mit den Augen auf die Schönheit der Natur, auf die besseren Seiten des Lebens betrachtet werden darf.
Die zur Schau gestellte Sammlung konzentrierte sich auf die Art des Feierns in Isernhagen in der Zeit von der Reichsgründung im 19. Jahrhundert bis in die frühen 1960-er Jahre. In den Blick genommen wurden nicht nur private Feiern. Auch Vereinsfeste, deutlich gemacht an denen der Schützen, und Nationale Feiertage, wie sie im frühen 20. Jahrhundert begangen wurden, sind weitere Beiträge.
Für das inhaltliche Konzept und die Texte zeichnet die bisherige Vorsitzende Dr. Inge Hanslik verantwortlich. Bei der Vorstellung am Eröffnungstag stellte sie klar heraus: ein Fest zu feiern ist etwas anderes als Party machen. Es gehören die Bemühungen um die Gestaltung dazu, die besondere Kleidung und das gemeinsame feine Essen. So gesehen spielte das Feiern auch in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle und trug zur Gemeinschaftsbildung bei. Hochzeiten waren dörfliche Feste, zu denen auch einmal 300 Personen eingeladen wurden. Die Bilder in der Ausstellung zeugen davon auf vielfältige Weise. Noch mehr Fotos sind im Begleitheft enthalten, mit dem die Gepflogenheit der jährlich veröffentlichen Broschüren wieder aufgenommen wurde.
Viel Interesse dürften die persönlichen Erinnerungsstücke aus Privatbesitz auf sich ziehen. Das schwarze Brautkleid, das auch für andere kirchliche Anlässe herhalten musste, und das weiße Brautgewand der 60-er Jahre samt zusätzlicher Ausstattung.
Das Taufkleid, das um 1900 angeschafft wurde - mit rosa Unterkleid für die Mädchen und blauem für die Jungen – hat 14 Täuflinge begleitet. Nicht zu vergessen die reich bestückte Aussteuertruhe.
Die Isernhagener Tradition des Hahnenschießens, an dem bis heute alle örtlichen Schützenvereine teilnehmen, reicht in das Jahr 1909 zurück und wurde 1959 wieder aufgenommen. Der silberne Hahn, kaum als solcher zu erkennen, ist allerdings nur als Abbildung präsent. Er befindet sich wohlverwahrt im Tresor der Isernhagener Gemeindeverwaltung.
Einen wesentlichen Anteil bei der Gestaltung der Feste hatte die Musik. Sie trug auch zur heiteren Stimmung am Sonntag der Ausstellungseröffnung bei. Es spielte das Cosma-Akkordeon-Quartett der Musikschule mit dem Solisten Clemenz Wendt.