Rolling Chairs machten mit Grundschülern in Kirchhorst den Rollstuhlführerschein

Die Schüler/innen der Grundschule Kirchhorst waren begeistert vom Inklusionsprojekt der Rolling Chairs Isernhagen. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Inklusionsarbeit mal ganz anders . . .

KIRCHHORST (dno). Ordentlich Verkehr herrschte eine Woche lang auf dem Schulhof der Grundschule Kirchhorst. Da wurden 13 Sportrollstühle abgeladen, das Fernsehteam von RTL Nord baute Kameras auf und mittendrin eine entspannte Anja Hesse von den Rolling Chairs (RC) Isernhagen e.V.
„Wir sind heute den letzten Tag an der Grundschule Kirchhorst und mittlerweile kommen die Kinder ganz selbstverständlich auf uns zu“, berichtete sie uns. Aktion gelungen – denn die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Menschen, die im Rollstuhl sitzen, musste sich erst erarbeitet werden.
Zu Beginn der Projektwoche sah das noch ein wenig anders aus. Nur zaghaft näherten sich die Schüler/innen den RC-Mitgliedern. Doch die Zurückhaltung wich der Neugierde und die Kinder gingen mehr und mehr auf die Akteure zu.
Im Rahmen eines 5-tägigen Inklusionsprojektes wurde den Grundschüler/innen dann auf spielerisch-sportliche Weise, die Hemmungen vor Behinderungen genommen. Am Ende winkte für alle acht Grundschulklassen der Rollstuhlführerschein. Hierfür musste vor- und rückwärts, ein enger Kreise sowie Slalom gefahren werden und es galt, Bremsübungen zu bestehen.
Seit 2015 besuchten die Rolling Chairs bereits sieben Schulen in Großburgwedel und Isernhagen und ließen mit ihrem Konzept Inklusionsarbeit lebendig werden. Eine große Kooperation mit der IGS Isernhagen ist derzeit in Planung.
„Wir sind der Meinung, dass Inklusion nicht nur bedeutet, jemanden im Rollstuhl wahrzunehmen und ihm womöglich mit Vorsicht oder Angst zu begegnen. Es geht vielmehr darum, dass das Zusammenspiel normaler und selbstverständlicher wird“, so Anja Hesse.
„Das hat richtig viel Spaß gemacht“, berichtet Erstklässlerin Lizzy. Ihr Rollstuhlführerschein hängt nun stolz am Kühlschrank. „Die Aktion kam gut an und die Kinder waren interessiert und engagiert. Ein normaler Umgang ist wichtig. Vielfalt ist unser Motto, nicht Ausgrenzung“, ergänzt Schulleiter Helmut Lenz.