Rekord: 132 Einsätze im Jahr 2016

Freude bei Orstbrandmeister Marc Perl (r.) über die Geehrten und Beförderten (v. l.): Thomas Blawid, Jürgen Heger, Sebastian Bahl, Stefan Karsten, Philipp Krettek, Steffen Ehling, Patrick Schmuhl, Pascal Bethusy-Huc, Nikita Kostjuk und Timo Bodendorf. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Freiwillige Feuerwehr Altwarmbüchen leistete im Jahr 2016 ihre persönliche Bestmarke bei der Anzahl der Einsätze. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Feuerwehr Altwarmbüchen fährt höchste Zahl an Einsätzen ein

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Ortsbrandmeister Marc Perl hatte bei der Jahreshauptversammlung der Altwarmbüchener Stützpunktfeuerwehr einen Rekord zu verkünden, 132 mal wurde sie zu Einsätzen gerufen. Der Dienst der Ehrenamtlichen läuft jedoch nicht ohne Reibereien ab. Eine Anzeige aus der Bevölkerung wegen Lärmbelästigung und Umweltverschmutzung trübte die Stimmung.
Der Bericht auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen führte die Vielfalt der Einsätze vor Augen. Marc Perl hatte davon einige im Gepäck. So war die Wehr im vergangenen Jahr unter anderem damit befasst, zwei Pferde samt Reiterinnen, die einen Ausflug in das Moor unternommen hatten, zu bergen. Die Tiere drohten beim Herausführen aus dem Moorgelände zu versinken. In einem acht Stunden dauernden Großeinsatz, zu dem auch das Technische Hilfswerk aus Lehrte zur Beleuchtung angefordert werden musste, wurde die Bergung zu einem guten Ende gebracht. Das mediale Interesse an diesem Einsatz sei groß gewesen, in Zeitungen, Funk und Fernsehen sei darüber berichtet worden, so Perl.
Die positive Resonanz auf die Arbeit der Feuerwehr spiegelt sich jedoch nicht überall wieder. Zwei große Möbelhäuser hätten im vergangenen Jahr im Rahmen eines beantragten verkaufsoffenen Sonntages einen „Tag der Helfer“ geplant, zu dem sie die Unterstützung der Feuerwehr benötigten. Eine diesbezügliche Anfrage an die Altwarmbüchener Feuerwehr musste laut Marc Perl abgelehnt werden, da zu wenig Zeit und Personal zur Verfügung stand. Ein Filialleiter habe ihn daraufhin angerufen: „Was mir wohl einfallen würde, einfach abzusagen, denn man hätte ja nur die Genehmigung erhalten eben, weil man die Feuerwehr als Partner dazu geholt habe", schilderte Perl bei der Jahreshauptversammlung. Der Ortsbrandmeister betonte: „Ich persönlich empfinde es als höchst unangenehm, auf meinem privaten Anschluss derart durchbeleidigt zu werden und verlange, dass solche Drückermethoden – ausgetragen auf dem Rücken des Ehrenamtes – nie wieder vorkommen."
Perl sparte auch nicht mit Kritik in Richtung Gemeindeverwaltung. Trotz fristgerechter Einreichung der Anträge sei die Ersatzbeschaffung der Fahrzeuge nicht vorangekommen. Mangelnde Pflege des Außengeländes um das Feuerwehrhaus und ein fehlender Übungsplatz waren weitere Punkte, die er kritisierte. Ebenso seien Mängel im neuen Feuerwehrgerätehaus bisher nicht beseitigt worden. Gemeindebürgermeister Arpad Bogya reagierte darauf mit dem Hinweis, dass nicht alles schlecht sei. Die erforderlichen Mittel zur Ersatzbeschaffung der Fahrzeuge müssten vom Rat durch Einsparung an anderer Stelle bereitgestellt werden. Er verwahrte sich dagegen, auf Politik und Verwaltung „rumzutrampeln“ und bat darum, diese zu motivieren. Trotz der Misstöne sicherte Bogya der Wehr jederzeit Unterstützung zu und danke ausdrücklich für die außergewöhnliche Arbeit im Vorjahr.
Die ehrenamtlichen Helfer berichteten von zunehmenden Anfeindungen aus der Bevölkerung. Gerätewart Stefan Karsten flatterte eine Anzeige wegen Ruhestörung und Umweltverschmutzung ins Haus, nachdem die Polizei kurz zuvor auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses mitgeteilt hatte, dass sich Anwohner beschwert hätten. Karsten hatte im Rahmen des normalen Dienstes Aggregate und Fahrzeuge auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, davon hätten sich andere offenbar belästigt gefühlt. Der frisch beförderte Erste Hauptfeuerwehrmann zweifelte im Schlusswort an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, machte aber mit der beherzten Annahme seiner Wiederwahl mehr als deutlich, dass er der Freiwilligen Feuerwehr auch zukünftig als Gerätewart für Einsatzmittel und Technik zur Verfügung stehen wird.
Bei den Ehrungen wurden Herta Hähnel-Tomaszko, Astrid Rinne und Renate Tietz für 40 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr von Gemeindebrandmeister Clive von Plehn und seinem Stellvertreter Oliver Behnsen ausgezeichnet. Manfred Herrmann und Klaus Puskeppeleit erhielten für ihre 60-jährige Feuerwehrzugehörigkeit eine Urkunde und die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes.
Bei den Wahlen wurde Claudia von Veen in ihrem Amt als Leiterin der Kinderabteilung bestätigt, ebenso wie Schriftführer Dirk Dannenberg und Stefan Karsten als Gerätewart. Zum neuen Gerätewart Persönliche Schutzausrüstung wurde Tammo Külp gewählt.
Grund zur Freude bot auch die feierliche Übernahme von drei jungen Mitgliedern, die mit der Ernennung zum Feuerwehrmann in den aktiven Dienst überstellt wurden: Philipp Krettek, Nikita Kostjuk und Timo Bodendorf. Pascal Bethusy-Huc wurde zum Oberfeuerwehrmann ernannt, die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann erhielt Steffen Ehling. Patrick Schmuhl wurde der Dienstgrad des Löschmeisters durch Gemeindebrandmeister Clive von Plehn verliehen. Bürgermeister Arpad Bogya ehrte Sebastian Bahl, Jürgen Heger und Thomas Blawid mit der silbernen Gemeindenadel für 15-jährige ehrenamtliche Tätigkeit.