Reisezeit: FDP Politiker zu Besuch in Neuwarmbüchen

(V.l.): Christiane Hinze, Thomas Bartels, Gastgeber und Inhaber des Autohauses, Gerhard Klier, Dr. Gero Hocker, Isa Huelsz, Bernhard Klockow, Manfred Kobusch und Gabriela König. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Autohaus Bartels: Neuwagenverkauf ist Branchenproblem

NEUWARMBÜCHEN (hhs). Sommerzeit ist Reisezeit. Das ist auch bei den Politikern so. In den großen Ferien fährt man aufs Land, in die Region und sucht das Gespräch mit dem Volk.
Am Dienstag hatten sich die Liberalen aus Region und Landtag in Neuwarmbüchen beim Opel-Autohaus Bartels angesagt. Neuwarmbüchen und Umland scheinen allerdings auch langsam zur liberalen Hochburg zu wachsen: bei der letzten Wahl zum Landtag schaffte Christiane Hinze hier mit 17% Prozent der Stimmen geradezu ein Traumergebnis für die FDP.
Gegen Mittag begrüßte Thomas Bartels, Inhaber und Geschäftsführer des Autohauses, die Liberalen Gäste: zunächst Christiane Hinze, Neuwarmbüchenerin mit Sitz für die FDP im Regionsparlament und Vorsitzende des Ortsverbandes Isernhagen, dann Dr. Gero Hocker, Umweltpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und Generalsekretär der FDP Niedersachsen, Gabriela König, wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion sowie vom Vorstand der Isernhagener FDP Manfred Kobusch, die Vorsitzende der FDP Burgwedel Dr. Isa Huelsz, Bernhard Klockow, FDP-Mitglied in der Regionsversammlung und Gerhard Kier, Vorsitzender des FDP-Regionsverbandes und stellvertretender Vorsitzender der Regionsfraktion der Liberalen.
Die Gäste bedankten sich bei Thomas Bartels für die Gelegenheit, diesen Betrieb näher kennenzulernen. Bartels sei ein bekanntes Familienunternehmen und „davon hätten wir gern viel, viel mehr“, sagte Gabriela König. Diese über die Jahre gewachsenen Familienunternehmen seien das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. „Sie bilden aus. Und das ist gut so. Machen Sie weiter so, wir brauchen Sie“, sprach sie den Geschäftsführer an.
„Wenn man uns lässt, dann machen wir weiter so wie bisher“, antwortete Bartels. Es werde für die Autohäuser immer schwieriger, Geld zu verdienen. Zum einen läge das an den Vorgaben der Hersteller, zum anderen an denen des administrativen Bereichs. „Natürlich ist uns als Familienunternehmen daran gelegen, unsere langjährig verdienten Mitarbeiter bis zum Erreichen des Rentenalters im Betrieb zu halten“, sagte er. „Wir rücken auch eng zusammen, wenn es schlecht läuft. Das Schicksal meiner Mitarbeiter liegt mir am Herzen“.
Es sei in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden in der Branche. Die Margen, die beim Neuwagenverkauf bleiben, sind schlecht, weil die Angebote im Internet mit starken Rabatten arbeiten können. Bei Opel sei es so, dass die Verkaufsziele nach Modellen gestaffelt seien.
„Wenn wir mehr verkaufen als im ursprünglichen Ziel formuliert, dann erhalten wir Boni. Aber es ist für uns ausgesprochen anstrengend, das vom Hersteller vorgegebene Verkaufsprogramm umzusetzen. Gelinge das nicht, dann reagieren die Hersteller knallhart, so Bartels.
„Opel“ habe Probleme auf zwei Ebenen: Zum einen habe der Mutterkonzern durch die Geschäftspolitik der vergangenen Jahre ein sehr schlechtes Image. Andererseits würden aber tadellose Autos produziert, die weitaus innovativer ausfallen, als das bei anderen Marken der Fall sei.
„Unter diesen Bedingungen hat Opel immerhin 7% Marktanteil. Weil wir an Neuwagen nur wenig Geld verdienen, muss der Service bei uns das Geld bringen“, so Bartels. Deswegen sei seine Werkstatt darauf ausgelegt, den Service für alle Marken fachgerecht auszuführen. Nur so könne man als Autohaus überleben.
Dr. Gero Hocker fragte, ob in der Branche die Umsatzdelle infolge der Abwrackprämie überwunden sei. Die Antwort von Thomas Bartels kam schnell: „Wir haben jetzt die Euro-Krise. Alle Hersteller mit Ausnahme von Audi, Benz und BMW machen schlechte Umsätze. Das ist ein grundsätzliches Problem“.