Ortsbrandmeister findet klare Worte zum Thema Politik und Feuerwehr

Gemeindebrandmeister Wolfgang Schneider mit den Geehrten Sebastian Bahl, Friedhelm Wittbold, Vanessa Suppan und Marc Perl. (Foto: Birgit Schröder)

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen

ALTWARMBÜCHEN (bs). Zur gut besuchten Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen gab es klare Worte von Ortsbrandmeister Marc Perl zu der verfahrenen Situation zwischen der Freiwilligen Ortsfeuerwehr, Verwaltung und Politik. Doch bevor Marc Perl seinem Unmut Luft machte, gab es erst die nüchternen Einsatzahlen.
Insgesamt 89 Mal wurden die Kameradinnen und Kameraden zum Einsatz gerufen: 22 Mal zu mittleren und kleinen Bränden, 40 technische Hilfeleistungen, 10 Brandmeldealarme und 11 Fehlarme. Die Feuerwehr Altwarmbüchen weist derzeit 333 Mitglieder auf, die sich wie folgt zusammensetzen: Einsatzabteilung 61 Mitglieder, Altersabteilung 42 Mitglieder, Jugendabteilung 20 Mitglieder, Kinderabteilung 46 Mitglieder und 164 Fördermitglieder. Es sei ein gutes Zeichen, wenn die jüngste aller Abteilungen ebenso wie die Einsatzabteilung die Vorgaben für eine Schwerpunktfeuerwehr erfülle, erklärte der Ortsbrandmeister. Man könne mit der Nachwuchsabteilung sehr zufrieden sein, was aber fehle, seien die Quereinsteiger im Einsatzdienst. Es sei schwer, die Bürgerinnen und Bürger für den aktiven Dienst zu gewinnen. Wer wolle sich schon so eine zeitfressende Aufgabe an die Backe nageln?
„Aber wir müssen für unsere Freiwillige Feuerwehr kämpfen, denn eine Pflichtfeuerwehr ist nicht bezahlbar“, forderte Perl. Er hoffe darauf, dass die große niedersächsische Werbekampagne „Ja-zur-Feuerwehr“ Früchte tragen wird. Doch dies allein werde nicht reichen. „Wir müssen mehr Menschen für den feuerwehrtechnischen Dienst anwerben, wenn es sein muss mit Klinkenputzen von Tür zu Tür“, rief der Ortsbrandmeister seinen Kameraden zu und erklärte, sein gesetztes Ziel für 2013 seien zehn Quereinsteiger im Alter zwischen 25 und 45 Jahren.
Dann nutzte Marc Perl die Gelegenheit, die verfahrene Situation um den geplanten Standort für das neue Feuerwehrhaus aus seiner Sicht darzustellen. Als klare Falschaussage wies er den Vorwurf der Politiker zurück, die Feuerwehr habe zu spät ihre Bedenken bezüglich des Standortes angemeldet.
Zutiefst erschüttert sei er gewesen, angesichts der Falschaussage und den Beleidigungen im Rahmen der Sitzung des zuständigen Ausschusses.
Die Bedenken gegen den Standort seien kein spontaner Aprilscherz gewesen, sondern seiner Verantwortung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger geschuldet. „Faktische 8 Minuten Anrücke- und Anfahrtszeit bleiben den Rettungskräften, und das von einem Standort aus, der am Ende des Ortes liegt, wenn doch das Einsatzgeschehen der vergangenen Jahre in genau der entgegengesetzten Richtung stattfindet“, erklärte Perl.
Nun bleibe abzuwarten, was der beauftragte Gutachter ermitteln werde. Er glaube fest daran, dass die von der Feuerwehr angemeldeten Bedenken bestätigt werden, so der Ortsbrandmeister. Wenn dem so sein sollte, arbeite die Ortswehr gern und wie immer kooperativ mit der Politik zusammen, um einen neuen Standort zu finden. Und selbst wenn der Gutachter zu einem anderen Ergebnis komme, dann seien ja alle Beteiligten auf dem neuesten Stand und die letztliche Entscheidung träfen die Politiker.
Abschließend standen noch Ehrungen und Beförderung auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung. Für 25 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr wurden Sebastian Bahl, Vanessa Suppan und Marc Perl ausgezeichnet, auf stolze 50 Jahre Zugehörigkeit kann Friedhelm Wittbold zurückblicken.
Aus den Reihen der Fördermitglieder wurden geehrt: Manfred Eggers und Bernhard Schmidt für 40 Jahre und Winfried Seeger für 50-jährige Mitgliedschaft.
Aufgenommen in den aktiven Dienst mit dem Dienstgrad Feuerwehrfrau bzw. Feuerwehmann wurden Moritz Mohme, Chris Stolorz, Saskia Schmuhl, Dennis Heinrich, Torben Malzahn und Thorsten Meyer.