Neue Wärmebildkamera erleichtert die Personensuche

Eine besondere Ehrung: Seit 50 Jahren ist Werner Meyer der Feuerwehr treu. Abschnittsleiter Horst Holderith überreicht den Anstecker. 40 Jahre dabei aber nicht anwesend ist Helmut Döpke. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Die Beförderten: Ortsbrandmeister Frank Wittky (rechts) wurde zum Hauptlöschmeister befördert. (Foto: Svenja Steinseifer)

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Neuwarmbüchen

NEUWARMBÜCHEN (svs). Insgesamt 20-mal musste die Freiwillige Feuerwehr Neuwarmbüchen im Jahr 2011 ausrücken – zehn der Einsätze waren Brandeinsätze. Doppelt so viele wie 2010. Besonders lebendig ist für Ortsbrandmeister Frank Wittky die Erinnerung an einen Saunabrand. „Man sieht den geschmückten Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen und denkt, hier werdet ihr dieses Jahr kein Weihnachten feiern.“
Wie viel Feuerwehr brauchen wir? Diese Frage stellte sich Ortsbrandmeister Frank Wittky auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neuwarmbüchen. Rein bürokratisch lässt sich die Frage leicht beantworten: „Den örtlichen Gegebenheiten entsprechend eine leistungsfähige Wehr“, für Wittky gleich zwei schwammige Aussagen. Was bedeutet „leistungsfähig“ und was entspricht den „örtlichen Gegebenheiten“?
„Wir müssen uns die Frage stellen, wie viel Sicherheitsgefühl vermitteln wir. Und das Sicherheitsgefühl ist – leider – immer stark an Katastrophen gekoppelt. Passiert lange nichts, hat man das Gefühl, weniger Feuerwehr zu brauchen“, sagt der Ortsbrandmeister, „vor allem aber hängt die Leistungsfähigkeit einer Wehr von den Freiwilligen ab – und die Freiwilligkeit wird weiter abnehmen“, vermutet Wittky. Die Faszination des Themas an sich, das Gemeinschaftsgefühl und die Verbindung zum eigenen Ort sind für ihn die ausschlaggebenden Faktoren für eine Entscheidung für die Feuerwehr. „Ich will uns nicht als heilige Kuh handeln“, sagt Wittky, unterstreicht aber deutlich die Wichtigkeit einer leistungsfähigen Wehr.
Dass der demographische Wandel auch der Feuerwehr gefährlich werden kann, weiß auch Gemeindebürgermeister Arpad Bogya: „Wo erwischt der demographische Wandel uns so, dass wir das, was getan werden muss, nicht mehr bedienen können?“, so der Bürgermeister und stellt eines klar: „Ich möchte den Eindruck, den Sie vielleicht in ihren Köpfen herum tragen, korrigieren. Wir reden mit Ihnen, nicht über Sie.“ Einig sind sich Bogya und Wittky bei der neu angeschafften Wärmebildkamera. „Wir müssen nicht mehr auf allen Vieren herumkriechen. Personensuche in einem verrauchten Raum ist so ähnlich wie Autofahren im Nebel, nur dass man hier rein gar nichts mehr sieht“, weiß Wittky.
Mit der Wärmebildkamera können sowohl gefährliche Wärmequellen als auch vermisste Personen viel leichter geortet werden. Ohnehin sei die Feuerwehr für Wittky in Sachen Ausrüstung sehr gut aufgestellt: „Wenn ich zum Lehrgang nach Celle fahre, sehe ich, wie es anderen Wehren, vor allem aus dem Norden geht – die müssen sich teilweise sogar ihre Gummistiefel selbst kaufen!“ Abschnittsleiter Horst Holderith betont dabei: „Eine gute Ausrüstung dient der Sicherheit der Menschen und nichts anderem! Hier zu sparen wäre das teuerste Sparen, was Sie sich vorstellen können! Und ohne denjenigen, der die Ausrüstung bedient, nützt sie sowieso nichts!“
Um generell bei Einsätzen eine bessere Orientierung zu haben, wurden im vergangenen Jahr Feuerwehrpläne erstellt. „Zum Beispiel stand in der Brandschutzordnung des Kindergartens so ungefähr: Wenn es brennt, ruft die Feuerwehr“, erinnert sich Wittky, „das ist ungefähr so, als wenn man im Navi München einstellt und gesagt bekommt, fahren Sie nach Süden!“ 2791 Dienststunden waren die Kameraden insgesamt im Jahr 2011 für Einsätze und Ausbildung unterwegs.
Für den stellvertretenden Ortsbrandmeister Frank Zeyn stand 2011 im Zeichen des „F“. „F“ wie „Facebook“, „F“ wie Feuerwehrhaus und „F“ wie „Fit for Fire“ – fit wollen die Kameraden sein, um am Celler Wasa-Lauf teilnehmen zu können. „Wenn Sie also im Dunkeln jemanden mit einer Stirnlampe durch den Ort laufen sehen, dann sind wir das“, schmunzelt Zeyn, „wir trainieren einfach!“
Befördert wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung: Jan Sievers (Feuerwehrmann), Sean Holt (Oberfeuerwehrmann), Jan Jürgens (Oberfeuerwehrmann), Benedikt Labove (Oberfeuerwehrmann), Tim Leineweber (Oberfeuerwehrmann), Jasmin Köneke (Hauptfeuerwehrfrau), Christian Kleber (Erster Hauptfeuerwehrmann) und Frank Wittky (Hauptlöschmeister).