Neu am Gymnasium: der Schulsanitätsdienst

Sturz vom Barren, ein schwerer Unfall, der den frischgebackenen „Sanis" Lisa Cording und Friederike Ohlendorf viel Umsicht bei der „Ersten Hilfe" abverlangte. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der Rettungsdienst ist eingetroffen. Die beiden Sanitäterinnen Lisa Cording und Friederike Ohlendorf haben ihre Aufgabe erfüllt. (Foto: Renate Tiffe)

DRK bildete 18 Schülerinnen und Schüler aus/Beginn im Januar

ALTWARMBÜCHEN (ti). Handys im Betrieb sind im Gymnasium Altwarmbüchen verboten. Zwei Ausnahmen wird es jedoch demnächst geben. Die Mitglieder des neugeschaffenen Sanitätsdienstes müssen bei Unfällen oder akuten Erkrankungen im Schulbetrieb jederzeit erreichbar sein. 15 Schülerinnen und 3 Schüler aus den Klassen 7 bis 9 haben sich im Oktober einer Ausbildung beim Roten Kreuz unterzogen und starten Anfang nächsten Jahres mit dem neuen Dienst in und an der Schule.
Um die Aufmerksamkeit der Klassenkameraden auf diesen besonderen Dienst zu lenken, wurde zu einer Art feierlichen Gründungsveranstaltung in der Aula eingeladen. Die Schulleiterin Elke Wolff freute sich über die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler und der Lehrerin Petra Eldag, die die Gruppe betreut. Das „freudige Ereignis“ sei lange geplant gewesen, erklärte sie. In der Realschule gibt es den Sanitätsdienst schon seit mehr als einem halben Jahr.
Etwa 2000 Euro sind für die Grundausstattung der frischgebackenen „Sanis“ notwendig. Ohne die Unterstützung durch Sponsoren wäre die Einrichtung des Sanitätsdienstes nicht möglich gewesen. Neben dem Unternehmen Funktechnik Elblinger ist vor allem die Bürgerstiftung zu nennen, die bereits Hauptsponsor der Realschule ist und die den real-Markt in Altwarmbüchen für das Vorhaben gewinnen konnte.
Schüler helfen Schülern, das gehe schneller und erfordere weniger Hilfe von außen. Das Element der Freiwilligkeit sei der Kern allen bürgerschaftlichen Engagements, lobte Wolfgang Stolt von der Bürgerstiftung, die sogleich von der Bedeutung der Aufgabe überzeugt war. Respekt gegenüber den Schülern zollte der Erste Gemeinderat Frank Niemeier, der der Schule für diesen wichtigen Dienst dankte.
Die Grundausbildung in der Ersten Hilfe haben Reinhold Siefken und Karl Zimmermann vom DRK Ortsverein übernommen, die auch für die laufende Fortbildung sorgen werden - ein aufwendiges Ehrenamt für die beiden Ruheständler. Die jungen „Sanis“ werden auf diese Weise befähigt, in Abstimmung mit dem Sekretariat selbständig zu handeln und in dringlichen Notfällen auch den Rettungsdienst anzurufen.
An drei Fallbeispielen demonstrierte dann der Sanitäts-Nachwuchs sein Können. Laura Minkus und Liesbeth Braun wussten mit den Atemschwierigkeiten bei einer Hyperventilation sicher umzugehen. Lennart Schultze Mosgau und Marcel Meier versorgten eine Schnittverletzung an der Hand fachgerecht.
Einen schweren Unfall mit Bewusstlosigkeit nach einem Barrensturz hatte Charlotte Loßin zu mimen. Im „Einsatz“ waren Lisa Cording und Friederike Ohlendorf, die nicht nur die „Verunglückte“ in die stabile Seitenlage zu bringen und die Schnittwunde am Kopf zu verarzten, sondern neben der Behandlung auch den Rettungsdienst zu organisieren hatten – eine spannende Sache, die allen Zuschauenden vermittelte, wie lang zehn Minuten sein können, bis der Notarztwagen eintrifft. Nicht nur die beiden DRK-Ausbilder auch Petra Eldag, sonst Lehrerin für Kunst und Geschichte, zeigten sich sichtlich zufrieden mit dem Ablauf.