"Mit Demut den Wählern zuhören"

Vortrag und Diskussion in der Begegnungsstätte Buhrschen Stiftung lieferten Timm Jacobsen (von links), Ralph Brinkhaus, Hendrik Hoppenstedt und Rainer Fredermann. (Foto: D. Noll)

Ralph Brinkhaus zu Gast in der Buhrschen Stiftung

ISERNHAGEN (dno). Zum Vortrags- und Diskussionsabend in der Begegnungsstätte Buhrschen Stiftung hatten der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt und der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Timm Jacobsen eingeladen. Als Redner konnte Ralph Brinkhaus gewonnen werden, der im Fraktionsvorstand für den Arbeitsbereich Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik zuständig ist. Als Experte in den Bereichen Investitionen, Schuldentilgung und Steuersenkung gab er einen anschaulichen Rundblick und vor allem Einblick, wie die Union sich in diesen Bereichen bewährt. Denn am 24. September ist Wahl und obwohl die Union bei den Umfragen die Nase vorn hat, ist das kein Grund, den Wahlkampf herunterzufahren. „Umfragen sind keine Stimmen. Wir haben eine gewisse Demut und geben uns weiterhin Mühe, den Wählern zu zuhören“, sagte Ralph Brinkhaus, „Es wird derjenige gewählt, der den Menschen die Sicherheit gibt, die anstehende Arbeit auch ordentlich zu machen.“ Und die war, laut Ralph Brinkhaus, in den vergangenen Jahren mehr als ordentlich. „Es geht uns in unserem Land besser als je zuvor. Seit 70 Jahren herrscht hier Frieden und Freiheit – die Wirtschaft wächst und die Arbeitslosigkeit sinkt“, sagte er.
Trotz dieser Bilanz wwerde die Wahl am 24. September vorwiegend von den Themen Bildung, innere Sicherheit und natürlich der Finanz- und Wirtschaftspolitik bestimmt. Hier zeigte sich der gebürtige Westfale und studierte Wirtschaftswissenschaftler in seinem Element. Mit seinen Zuhörern begab er sich auf eine Zeitreise in das Jahr 2005, in das Jahr, in dem Angela Merkel zur Bundeskanzlerin gewählt wurde.
„Bei damals fünf Millionen Arbeitslosen, hätte man ihr da gesagt, dass sich dies in nur zwölf Jahren halbieren wird, hätte sie uns vermutlich für verrückt erklärt“, hob Ralph Brinkhaus vor. Doch dies sei nicht der einzige Stolperstein für die Kanzlerin geblieben. Es folgten die Bankenkrise, als größte Wirtschaftskrise in der Nachkriegsgeschichte, die Griechenland-Pleite sowie das dafür geschnürte Rettungspaket, im Jahr 2011 die Energiediskussion und ab 2015 die Flüchtlingskrise. „Trotz allem geht es uns noch gut, obwohl politisch noch einiges nicht final abgearbeitet wurde“, meinte Ralph Brinkhaus.
Nach dem Blick zurück wagte er auch einen Blick nach vorn. Dort warten vor allem Fragen zur „Elektromobilität, neuen Produktionstechnologien, fortschreitende Digitalisierung und das Wettbewerbsrecht “ auf ihre Lösung. Doch auch hier zeigte sich Brinkhaus optimistisch. Er warnte davor, sich von falschen Visionen, wie sie von Parteien wie der AfD vermittelt werden, blenden zu lassen und sagte: „Sie suggerieren uns, die Zukunft ist böse und wir können euch beschützen. Doch das ist so nicht richtig, denn vor der Zukunft kann man sich nicht schützen, nur dafür stark machen.“