Mehr Plätze und Grün

Öffentliche Vorstellung des städtebaulichen Entwurfs zur Modernisierung des Zentrums. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
So könnte nach dem Entwurf der Stadtplaner die Bothfelder Straße der Zukunft aussehen. (Foto: Quelle: argeplan)

Vorstellung des Sanierungskonzeptes für das Zentrum Altwarmbüchens

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die Konzeption für die Sanierung des Zentrums in Altwarmbüchen schreitet voran. Bereits zwei Wochen nach Auftragserteilung hatte das Planungsbüro argeplan aus Hannover im Mai 2017 eine Befragung im Rahmen eines Bürgerparcours durchgeführt. Die Auswertung floss in das Konzept mit ein, das Jörg Günther vom Planungsbüro in einer öffentlichen Sitzung des Ortsrates Altwarmbüchen am vergangenen Dienstag vorstellte.
Der Entwurf wurde von der Öffentlichkeit überwiegend positiv aufgenommen, mehrere Punkte sorgten jedoch für kontroverse Diskussionen. Die Einwohner fühlen sich in die Planung nicht genügend eingebunden, vor allem wenn es um die nach wie vor offene Frage der anteiligen Kosten geht, die auf die Eigentümer zukommen werden. Streit gab es auch um den Punkt, ob die Bothfelder Straße nach der Modernisierung für den Individualverkehr geöffnet bleiben soll. Ein entsprechender Ratsbeschluss dagegen sei bereits 2014 gefallen, monierte Fabian Peters von den Grünen. Auch die Gewerbetreibenden hegen noch Zweifel gegen das Konzept.

Wie könnte das Zentrum aussehen?

Der überwiegende Teil der Politik begrüßte den Entwurf, der laut Heike Uphoff, Leiterin des Bau- und Planungsamtes der Gemeinde Isernhagen, zunächst nur eine Vorstellung davon vermitteln sollte, wie das Zentrum zukünftig aussehen könnte.
Stadtplaner Jörg Günther erläuterte in seinem über eine Stunde dauernden Vortrag die Vision vom neuen Zentrum. Zunächst sollten städtebauliche Maßnahmen Vorrang vor der Gestaltung haben, erläuterte er die Planung. So werden die gestalterischen Maßnahmen unter dem Aspekt möglicher zukünftiger Veränderungen in der Gebäudestruktur angepasst. Insbesondere Erdgeschosszonen der umliegenden Gebäude könnten sich weiter entwickeln und im Zuge dessen Modernisierungsmaßnahmen mit Um- oder Neubauten nach sich ziehen. Das müsse bei der Gestaltung schon berücksichtigt werden.
Neben hellen Gebäudefassaden sollten Materialien wie Beton, Holz und Metall sowie moderne Beleuchtungskörper dem Zentrum ein zeitgemäßes Aussehen verleihen. Er wünsche sich auch Konsequenz in der Form, so Günther. Wenn man eckige Fahrradbügel einbaue, sollten auch eckige Abfallbehälter und Sitzgelegenheiten verbaut werden, um einheitliche Strukturen zu schaffen. Durch die Wahl moderner Materialien und einen einheitlichen Formenkanon vermeide man das „Altstadtflair“ im Zentrum. Das gesamte Ensemble könne durch Einzelbeleuchtung an exponierten Stellen wie Solitärbäumen unterstrichen werden, hob der Stadtplaner hervor. Besondere Gebäude, die durch eine Einzelbeleuchtung betont werden könnten, gebe es seiner Ansicht nach nicht.

Vier Plätze mit modernem Gesicht

Die Planer möchten die Flächen um die Gebäude in Form von Plätzen mehr hervorheben, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern: Im Norden rund um die sogenannte „Schnecke“ mit einem multifunktional nutzbaren Bereich für kleinere Veranstaltungen, im Süden hinter dem Rathaus eine größere Fläche, die in Teilen einerseits als Parkfläche dient und andererseits auch bei Veranstaltungen Platz etwa für ein großes Zelt zum Moorfest bietet. Die Fläche vor dem Eingang nördlich des Rathauses könnte als Platz mit verschiebbaren Sitzelementen flexibel genutzt werden, eine bessere Verbindung mit der anderen Seite nördlich der Bothfelder Straße sei gerade im Hinblick auf den Wochenmarkt wünschenswert, so Günther.
Die parallel verlaufenden Gebäude der nördlichen Ladenpassage hinter der „Schnecke“ könnten zu einer Passage mit einem Glasdach verbunden werden und ein Neubau quer zum östlich gelegenen Teil des Gebäudeensembles eine optische Abgrenzung bilden.
Ferner wurde vorgeschlagen, die Bothfelder Straße nicht zu sperren, sondern in Anbetracht der rund 160 durchfahrenden Busse pro Tag durch Verschwenkung der Fahrbahn und optische Barrieren wie Pflanzbehälter und Bäume die Geschwindigkeit niedrig zu halten. Die Bushaltestellen sollten dann verlegt werden. Insgesamt wolle man durch viel mehr Begrünung Schattenspender und eine höhere Aufenthaltsqualität schaffen. Optische Abgrenzungen oder Verbindungen sollen durch unterschiedliche Pflasterung, die farblich und von den Oberflächen her aufeinander abgestimmt ist, erreicht werden.
Ein zweigeschossiges Parkdeck im Süden des Rathauses mit einer Zufahrt von der Hannoverschen Straße aus wurde als Möglichkeit zur Verbesserung der Parksituation vorgeschlagen. Außerdem müssten an anderer Stelle für die durch die Sanierungsmaßnahmen verloren gegangenen Parkplätze etwa fünfzehn neue entstehen, um einen Ausgleich zu schaffen.
Das Planungskonzept für die städtebauliche Sanierung des Zentrums wird nun in den Fraktionen bis zum 18. Oktober 2017 beraten, um 18.30 Uhr treffen dann der Ortsrat und der Planungs- und Bauausschuss im Rathaus erneut zu einer Sitzung zusammen. Der anstehende Ratsbeschluss soll am 26. Oktober erfolgen.