Marlis Helfers ist neue Ortsbürgermeisterin von Altwarmbüchen

Nicht ohne Rührung nahm Marlis Helfers den großen Blumenstrauß von Wolfgang Dorn, dem Ortsvereinsvorsitzenden, entgegen. (Foto: Renate Tiffe)

Mit den Stimmen von SPD und „Grünen“ gewählt/Nahtloser Übergang

ALTWARMBÜCHEN (ti). Nach dem überraschenden Rückzug von Monika Dehmel (CDU) hat Altwarmbüchen jetzt eine neue Ortsbürgermeisterin. Am 17. April wählte der Ortsrat von Isernhagens Zentralort mit fünf zu vier Stimmen die Sozialdemokratin Marlis Helfers an seine Spitze. Bei der Kommunalwahl im September 2011 hatte sie das zweitbeste Ergebnis erzielt. Ihre Stellvertreter sind Katja Jelinek (CDU) und Norbert Hildebrand (SPD).
Die Wahl war keine Überraschung mehr nachdem die „Grünen“ bereits im Vorfeld angekündigt hatten, dass sie nun zusammen mit der SPD abstimmen würden. Die Christdemokraten hatten bei der Wahl die absolute Mehrheit verloren und verfügen nur noch über vier Sitze im Ortsrat. SPD und „Grüne“ nehmen je zwei Sitze ein. Wegen deren überragenden Wahlergebnisses hatten die „Grünen“ ursprünglich ihre Stimme der früheren Ortsbürgermeisterin gegeben. Sie waren jetzt also sozusagen das Zünglein an der Waage bei der Wahl der Nachfolgerin.
Die CDU hatte das Feld nicht kampflos aufgegeben. Bereits im Vorhinein hatte sie auf ihre Mehrheit im Ortsrat gepocht. Bei der Vorstellung der Kandidaten am Wahltag hatte Ratsherr Arne Grävemeier geltend gemacht, dass ihr Favorit, Malte Neubert, keine Chance auf einen höheren Stimmenanteil hatte, weil die frühere Ortsbürgermeisterin die meisten Wählerstimmen abgeschöpft hatte. Die CDU ist jetzt in stark verjüngter Formation mit lauter Neulingen im Ortsrat vertreten.
Nach mehr als 30 Jahren führt nun wieder eine Sozialdemokratin den Ortsrat. Marlis Helfers bezeichnet ihre Wahl gern als „historische Chance“ für die SPD in Altwarmbüchen. Sie erinnerte an Erna Schütte, die legendäre sozialdemokratische Ortsbürgermeisterin, die dem Ortsrat von 1956 (!) bis 1981 angehört hatte. Nicht ohne Rührung nahm sie den großen Blumenstrauß von Wolfgang Dorn, dem Ortsvereinsvorsitzenden, entgegen. Viele Nachbarn und Parteifreunde waren bei ihrer Wahl zugegen.
Die neue Frau an der Spitze des Ortsrates betonte, dass sie über die Parteigrenzen hinweg eine gute Ortsbürgermeisterin sein wolle. Sie freue sich auf die neue Aufgabe und eine gute Zusammenarbeit. Als Neuling in der Ratsarbeit bat sie um Hilfe und auch Kritik. Mit Norbert Hildebrand, der am gleichen Tag zu ihrem Stellvertreter gewählt wurde, habe sie jedoch einen „alten Hasen“ an ihrer Seite. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin ist Marlis Helfers nicht im Gemeinderat vertreten, hat aber bei der SPD den Platz als erste Nachrückerin inne. Dem Ortsrat von Altwarmbüchen gehören auf jeder Seite zwei beratende Gemeinderatsmitglieder (ohne Stimmrecht) an. SPD und „Grüne“ werden von Wolfgang Hansen und Heiko Weichert („ Linke“) unterstützt. Bei der CDU sind dies Rolf Vogel und Oliver Mengershausen.
Die sozialdemokratische Ortsbürgermeisterin hatte schon Ende 1980 zwei Jahre lang dem Altwarmbüchener Ortsrat angehört. Seit der letzten Wahl war sie stellvertretende Ortsbürgermeisterin. Die 62-jährige Versicherungskauffrau in Altersteilzeit hat zwei erwachsene Kinder und ist stolze Großmutter von drei Enkelkindern. Seit mehr als 40 Jahren wohnt sie in Altwarmbüchen.
Dass sich der Übergang nahtlos von der jüngeren, erfahrenen Ortsbürgermeisterin nahtlos vollzieht, zeigte sich im Fortgang der Sitzung. Wie selbstverständlich nahm Marlis Helfers die Zügel in die Hand und Malte Neubert als Fraktionssprecher der CDU und Ute Bobe auf der SPD-Seite machten ihre konstruktiv Mitarbeit deutlich. „Die machen das schon“, hatte Monika Dehmel nach ihrem Rückzug mit Überzeugung geäußert. Am Tag nach der Wahl hatte sie ihrer Nachfolgerin gratuliert und die beiden hatten einen Gesprächstermin vereinbart.