Knappe Mehrheit für Jürgensen

Blumen und Glückwünsche von Bürgermeister Arpad Bogya (l.) für die frisch gewählte Erste Gemeinderätin Nicole Jürgensen. Als Willkommensgruß gab es außerdem eine Anstecknadel mit dem Wappen der Gemeinde Isernhagen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Neue Erste Gemeinderätin startet im September

ISERNHAGEN (bgp). Die Wahl eines Ersten Gemeinderates bzw. –rätin als Nachfolge von Amtsvorgänger Frank Niemeier stand weit oben auf der Tagesordnung der Ratssitzung in Isernhagen. Bevor am Donnerstagabend jedoch zur Wahl geschritten wurde, klärte der Ratsvorsitzende Dr. Christian Possienke (FDP) die Anwesenden über das Vorschlagsrecht des Bürgermeisters auf.
In der Vergangenheit hatte es Diskussionen um die Auswahl der möglichen Kandidaten gegeben. So wurden Vorwürfe erhoben, Bogya habe nur einen Kandidaten favorisiert und andere in Frage kommende Nachfolger nicht genügend berücksichtigt. Um Zweifel auszuräumen, hatte Possienke sich vom Leiter der Kommunalaufsicht telefonisch und schriftlich bestätigen lassen, dass das Vorschlagsrecht beim Bürgermeister liege.
Er machte damit deutlich, dass er anschließend keine weiteren Diskussionen zu dem Thema mehr haben wolle. Bürgermeister Arpad Bogya führte dazu aus, dass es im Auswahlverfahren zwei geeignete Kandidaten gegeben habe: „Ich habe mit beiden ein persönliches Gespräch geführt.“ Am Ende des Gespräches habe gestanden, dass „Frau Jürgensen und ich uns eine Zusammenarbeit gut vorstellen können“, erklärte Bogya und bat um Geschlossenheit: „Ich bitte Sie herzlichst, ein klares Signal an die Bürger zu senden“.
Hans-Edgar Ojemann (SPD) bemängelte die Absprache des Termins für die Ratssitzung am ersten Ferientag: „Einige sind im Urlaub, daher sind wir nur zu dritt“. Viele hätten Frau Jürgensen gerne mitgewählt, könnten dies aber nicht. Der Rat hätte im Auswahlverfahren „mehr mitgenommen“ werden sollen, da man mit der Kandidatin auch zusammenarbeiten müsse.
Helmut Lübeck (CDU) sah es anders und entgegnete, dass alle Fraktionen bei den Assessment-Centern dabei gewesen seien und demzufolge ihren Mitgliedern Bericht erstatten konnten. Christiane Müller-Koenig (Grüne) forderte ein Ende der langen Vakanz und mahnte eine Abkürzung des Verfahrens an.
Obwohl alle Fraktionen grundsätzlich ihre Unterstützung der Kandidatin betonten, fiel die auf Antrag von Heiko Weichert (Bürgerstimme) geheim abgehaltene Wahl sehr knapp aus.
Von den 35 Ratsmitgliedern waren lediglich 26 anwesend. 18 erklärten mit einem „Ja“ ihre Zustimmung, vier votierten mit „Nein“, vier enthielten sich. Damit hatte Jürgensen die notwendigen Stimmen auf den Punkt erreicht, um Nachfolgerin für das Amt der Ersten Gemeinderätin zu werden.
Die geborene Schleswig-Holsteinerin Nicole Jürgensen (47) studierte nach dem Abitur Verwaltungswissenschaften in Kiel und bringt Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen mit. Zunächst war sie in der Kreisverwaltung Pinneberg als Sachbearbeiterin tätig und übernahm recht bald leitende Funktionen.
Sie betreute Projekte in der Stabsstelle des Landrates und ist seit acht Jahren in der Gemeinde Wietze als Vertreterin des Bürgemeisters tätig. Dort kümmere sie sich um „alles außer Finanzen und Tiefbau“ erklärte Jürgensen und zählte Bereiche wie Soziales, Standesamt und Personalangelegenheiten auf.
Die zweifache Mutter lebt mit ihrem Mann und den Kindern seit zwölf Jahren in Altencelle und sagte, dass Arbeitsbereiche wie Kindergarten oder Schule ihr „auch aus Muttersicht“ vertraut seien. „Ich freue mich auf Isernhagen und kann mir eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen“, nahm Jürgensen die knappe Entscheidung gelassen.