Isernhagen hat nun einen „Raum für alle“

Der "Treff" bietet viele Möglichkeiten, damit aus Isernhagen eine neue Heimat wird, in der sich die geflüchteten Menschen wohlfühlen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Sechs Uhren zeigen an, wie spät es in der vorherigen Heimat und in Deutschland ist. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
Isernhagen: Treffpunkt für Migranten, Flüchtlinge und Deutsche |

Helfernetzwerk Isernhagen eröffnet Treffpunkt im Zentrum

ISERNHAGEN/ALTWARMBÜCHEN (bgp). Glücklich präsentierte das Helfernetzwerk am vergangenen Sonntag den rund fünfzig Quadratmeter großen Raum, der nun als Treffpunkt für Migranten, Flüchtlinge und Deutsche neuer Anziehungspunkt im Zentrum sein wird. Der neue "Treff" ist durch die Lage in der Bothfelder Straße 31 - 33 neben dem Rathaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und lädt dazu ein, einmal vorbeizuschauen.

Viele helfende Hände hatten aus dem ehemaligen Postarchiv einen gemütlichen Treffpunkt mit neuem Fußboden und frisch gestrichenen Wänden gemacht. Die Einrichtung wurde aus zahlreichen Möbelspenden zusammengestellt, die genügend Platz bieten, um an mehreren Tischen beisammen zu sitzen. Ein PC-Platz und viele Spielsachen für die Kinder runden das Angebot ab. "Wir freuen uns sehr, dass wir uns jetzt hier treffen können" schwärmte Barbara Schindewolff-Lensch vom Helfernetzwerk Isernhagen bei der Eröffnung, die mit einer bunten Mischung aus Gästen vieler Nationen und Altersstufen gefeiert wurde.

Vor rund einem Jahr kam die Idee, einen Treffpunkt zu gründen, bei einer Ratssitzung zur Sprache. Der Bürgermeister sicherte damals seine Unterstützung zu. Als endlich ein passender Raum frei wurde, den die Gemeinde nun kostenlos zur Verfügung stellt, konnten die Helfer ihren Traum verwirklichen. Der Vermieter des Objektes war ebenfalls angetan von der vorgesehenen Nutzung und spendete 2500 Euro zur Unterstützung für den "Treff". Selbst die Hausmeister der Gemeinde halfen mit, den Raum für seinen Zweck herzurichten.

Kathrin Rovira-Fritze und Beatrice van den Boom vom Helfernetzwerk kümmerten sich mit ihrem Team um die Ausstattung und bereiteten das Eröffnungsfest vor, zu dem zahlreiche Kuchenspenden mitgebracht wurden. Allen Befürchtungen zum Trotz, es werde kaum jemand kommen, platzte der "Treff" schon kurz nach 15.00 Uhr aus allen Nähten. Ortsbürgermeister und Netzwerk-Vorsitzender Philipp Neessen war ebenso wie die zweite stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Isernhagen, Christiane Hinze, des Lobes voll. "Das, was ihr geleistet habt, ist wirklich toll. Ihr habt Lebenszeit zur Verfügung gestellt, das ist das Höchste, was man hat", würdigte Hinze die Helfer und betonte, dass durch deren großes Engagement die Willkommenskultur gestaltet worden sei.
Nun ist es Aufgabe der Initiatoren und Besucher, den Raum mit regem Austausch zu füllen. Migranten, Geflüchtete und Deutsche können sich hier näher kennenlernen und Projekte anbieten oder Vorträge über interessante Themen halten, eine Teestunde und regelmäßige Nähnachmittage oder -abende sind in der Planung. Bernward Hartje vom Helfernetzwerk Isernhagen beantwortet jeden Freitag ab 17.00 Uhr in einer Sprechstunde Fragen zu Ausbildung und Beruf. Austausch bei einer guten Tasse Tee und Spiele gibt es jeweils am Dienstagvormittag für Frauen und Kleinkinder, Familientag im Treff ist am Sonntag. Die Öffnungszeiten sind am Dienstag, von 9.30 Uhr bis 12.00 Uhr, Mittwoch von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr, Freitag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ab 17.00 Uhr Sprechstunde, Sonntag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr Familientag. (Kontakt: K. Rovira-Fritze, Telefon 0176/63 00 56 79 und B. Heuberg, Telefon 0172/8 50 63 99).