Internationaler Frauentreff feierte 10-jähriges Bestehen

Die offiziellen Gäste bekamen als Dank einen Globus überreicht. Von links: Marlis Helfers, Caren Marks, Alptekin Kirci, Niedersachsens stellvertretender Integrationsbeauftragter, Flora Collin und Dr. Renate Vogelgesang. (Foto: Renate Tiffe)
 
Außergewöhnlich auf der Bühne des Ratssaales: Flora Collin hatte Mitglieder des Frauentreffs gebeten, sich selbst und ihr Land vor großem Publikum vorzustellen. (Foto: Renate Tiffe)
ALTWARMBÜCHEN (ti). Jede Kommune entwickelt ihre eigene Art, mit dem wichtigen Thema Integration umzugehen. Isernhagen hatte das Glück, dass die Frauen mit fremden Wurzeln die Sachlage sozusagen selbst in die Hand nahmen.
Ein Name steht dafür an vorderster Stelle, der von Flora Collin.
Ihr gelingt es, Frauen aus dreizehn Ländern der Erde bei ihren monatlichen Treffen zusammenzubringen und die Sprache dieses Landes – deutsch – zu sprechen. Jetzt hat sie anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Internationalen Frauentreffs im Rathaus für rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein buntes Fest auf die Beine gestellt, das seinesgleichen sucht.
Die Frau mit dem umwerfenden Charme, mit dem Temperament, das ebenso groß ist wie ihre Zielstrebigkeit, Philippinin von Geburt, ist nicht aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nach Isernhagen gekommen, auch nicht direkt „der Liebe wegen“, wie sie als Gründe für manche „ihrer Frauen“ aufzählte. Flora Collin und ihr englischer Mann leben in Isernhagen, weil es ihnen hier am besten gefällt.
Wie sie Frauen, die auch ihr fremd sind, für sich gewinnt?
Isernhagens Gleichstellungsbeauftragte schilderte anschaulich ihre erste Begegnung mit der Initiatorin des Frauentreffs: Sie hat mich begrüßt, umarmt und geküsst und ganz selbstverständlich aufgenommen. Sie sei in eine Familie gekommen, in der geredet, diskutiert, gelacht - und wenn es sein muss - auch geweint wird, erzählte Azadeh Weinrich-Kroll, selbst eine „Integrierte“, bei ihrer Einführungsrede.
„Wir sind sehr stolz auf Sie. Sie bringen die Welt in unseren kleinen Ort“, stellte die stellvertretende Bürgermeisterin, Dr. Renate Vogelgesang, heraus. Zehn Jahre seien eine kurze Vergangenheit mit einer unendlich langen Zukunft“, meinte Altwarmbüchens Ortsbürgermeisterin Marlies Helfers.
Integration werde in Isernhagen auf wunderbare Weise gelebt, das sei nicht überall so, betonte die parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks. „Sie zeigen die Vielfalt der Menschen auf der Welt, eine Vielfalt, die bereichernd ist“.
Wie sehr das zutrifft, zeigte die Gestaltung des Frauenfestes. Zuerst lud Flora Collin ein zum appetitlich angerichteten und unendlich reichhaltigen Buffet mit Speisen aus aller Frauen Länder.
Auf den Philippinen sei zu jedem Anlass der Tisch gedeckt, erinnerte sie sich, und den dürfe man nicht warten lassen. Gestärkt ging es dann im Ratssaal zum offiziellen Teil. Viele der Damen waren in den Festkleidern ihres Landes erschienen – ein buntes Bild, aus dem auch die zugehörigen Ehemänner keineswegs im strengen „Dunklen“ herausfielen.
Wie aus mindestens sechs Metern Stoff ein Sari gefaltet wird, war einer der Programmpunkte. Und natürlich gehörten Tanz und Gesang bei der festlichen Veranstaltung dazu. Beim philippinischen Tinikling-Tanz zwischen zwei Bambusrohren, von einem Arztehepaar meisterhaft vorgetragen, durfte sich auch Caren Marks versuchen. Zauberhaft die Darbietung des Adlertanzes, den eine der drei Damen vortrug, die zu den Tanzbegeisterten beim Frauentreff zählen.