Informationsabend zur Stromtrasse Südlink in Isernhagen

Mit ungewöhnlich scharfen Worten äußerte sich Bürgermeister Bogya zu der bisherigen Vorgehensweise von Tennet. (Foto: Renate Tiffe)

Arpad Bogya fordert „Schluss mit der Mitnahmeverklappsung“

ALTWARMBÜCHEN (ti). Wie Bürgermeister Arpad Bogya in einem Pressegespräch bekanntgab, wird am Dienstag, den 19. August, im Rathaus ein Informationsabend zur geplanten Stromtrasse Südlink stattfinden.
Vertreter der Bundesnetzagentur und der Firma Tennet werden Auskünfte zur Trassenführung sowie zum Planungs- und Genehmigungsverfahren geben. In der anschließenden Diskussion sollen die Bürger Gelegenheit haben, ihre Bedenken und Einwände vorzubringen.
Mit ungewöhnlich scharfen Worten äußerte sich Bogya zu der bisherigen Vorgehensweise von Tennet. Es sei bisher viel geredet, aber nur wenig gesagt worden, ärgerte er sich. Nie habe es direkte Informationen zu den Anregungen der Bürger gegeben. Das störe ihn. Auch die Eingaben der Gemeinde seien stets damit abgetan worden, dass sie in den Abwägungsprozess bei der Planung mit einfließen. „Wie wird abgewogen?", fragte er. Welche Rolle spielt beispielsweise im Bereich von Isernhagen die Kranich-Population im Steinhorster Moor, wie können Fauna und Flora südlich der Autobahn 37 Berücksichtigung finden? Dazu gebe es bis jetzt keinerlei Aussagen.
Er erwarte keine endgültigen Ergebnisse. Aber Tennet solle endlich das Visier hochklappen, verlangte der Bürgermeister. Das wolle er gleich zu Anfang der Diskussion deutlich machen. „Es muss Schluss sein mit der Mitnahmeverklappsung“. Zu befürchten sei, dass nach dem langandauernden „nicht informierenden Info-Wust“ dann blitzartig die Entscheidungen getroffen werden.
Klar müsse allerdings auch sein, dass nicht immer wieder aufs Neue mit der allgemeinen Trassendiskussion begonnen werden könne. Dazu sei die Zeit jetzt zu schade. Die Südlink werde es geben von der Wilstermarsch bis nach Nordbayern. „Daran können wir in Isernhagen nichts ändern“.
Natürlich müsse jeder Bürgermeister für sich die Interessen seiner Gemeinde vertreten. Er halte die Alternative, die der hiesige Bundestagsabgeordnete – und frühere Bürgermeister von Burgwedel - Dr. Hendrik Hoppenstedt vorgeschlagen habe, für eine brauchbare Grundlage, an der jedoch noch gearbeitet werden müsse, sagte Bogya. Die Einwände des Burgdorfer Bürgermeisters könne er verstehen, der mit der Y-Trasse schon genug zu tun habe.
Hoppenstedt hatte angeregt, den Trassenverlauf von der Burgwedeler Ortschaft Fuhrberg ab weiter nach Osten zu verlagern und in der Gemarkung Schillerslage wieder an die bisher bekannte Streckenführung anzubinden. Damit wird der Trassenkorridor im hiesigen Bereich verlängert und es werden u. U. weitere geschützte Gebiete berührt, was noch zu diskutieren ist. Immerhin hatte Tennet dazu geschrieben, dass zunächst keine offensichtlichen Gründe gegen diesen Vorschlag sprechen.
Der Informationsabend im Rathaus beginnt um 18.00 Uhr. Veranstalter ist das Planungsamt der Gemeinde. Noch unklar ist, wer die Moderation übernehmen wird. - Trotz der Ferienzeit wird auf eine rege Beteiligung der Bürgerinitiativen und der Bürger gehofft.