Helfernetzwerk in Isernhagen braucht weitere Helfer

V.l. Barbara Schindewolf-Lensch, Nicole Körner, Beate Roßbach und Dr. Joachim Wegener vom Isernhagener Helfernetzwerk. (Foto: Renate Tiffe)

Flüchtlinge sollen sich besser einleben können

ALTWARMBÜCHEN (ti). 133 Flüchtlinge leben zurzeit in Isernhagen. 79 sollen noch bis zum zweiten Quartal 2015 hinzukommen. Es könnten eher noch mehr werden, denn die Krisengebiete in der Welt nehmen zu. Um den Menschen das Einleben in der Gemeinde zu erleichtern, hat sich Ende vergangenen Jahres das Helfernetzwerk gegründet, das jetzt seine Arbeit vorstellte. Derzeit zählt es acht Aktive.
Die Gruppe aus ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aus Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und der Bürgerstiftung Isernhagen wird unterstützt von Organisationen wie dem DRK. Die Leitung hat die Ärztin Barbara Schindewolf-Lensch übernommen, Dr. Joachim Wegener von der Bürgerstiftung ist ihr Stellvertreter. Zuständig für die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Gemeindeverwaltung ist Nicole Körner. Sie gehört ebenfalls der Gruppe an.
Einige Projekte des Helfernetzwerks konnten dank der Mittel aus der Bürgerstiftung schon realisiert werden. So wurde bereits ein Flyer herausgegeben, der bei der Begrüßung überreicht wird, und als erste Orientierungshilfe alle wichtigen Adressen und Informationen in der Gemeinde enthält, bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten und den Haltestellen. Er erscheint auf Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch, Persisch und Serbokroatisch. „Wir sind dabei, diesen Flyer zu ergänzen und so aktuell wie möglich zu halten“, sagt Nicole Körner. Fördermittel dafür seien beantragt.
Der Schlüssel zu allem, was die Neuankommenden brauchen, sei die Sprache, meint Joachim Wegener. Deswegen sei die Organisation von Sprachkursen ein weiterer Schwerpunkt. Ein Sprachkurs für die Kinder der Grundschule in NB konnte bereits eingerichtet werden, Sprachkurse für Erwachsene sind geplant. „Wir sind ständig auf der Suche nach ehrenamtlichen Dolmetschern und Deutschlehrern“. Darauf ist auch Barbara Schindewolf-Lensch angewiesen, die sich um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge kümmert.
Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge ist keine leichte Aufgabe. „Da geraten wir schnell an die Grenzen unserer gemeindlichen Kapazitäten und sind auf die Unterstützung des Helferkreises angewiesen“, so die Gemeindebeauftragte. Parallel zu den Kontingentflüchtlingen aus den Krisengebieten mit Aufenthaltsgenehmigungen für zunächst drei Jahre sind Unterkünfte für Asylbewerber zu schaffen.
„In der vergangenen Woche standen plötzlich sechs Georgier vor der Tür“. Die anerkannten unter ihnen können sich selbst Wohnungen suchen. „Sie wollen sich frei bewegen, suchen meist größere Wohnungen“, bemerkt Beate Roßbach, im Helfernetzwerk für die Pressearbeit zuständig. „Auch da sind wir gefragt. Immerhin bietet die Gemeinde für die Vermieter sichere Mieteinkünfte.“
Neben den Wohnungen, die oft groß sein müssen für kinderreiche Familien gibt es die Gemeinschaftsunterkünfte, meist für Einzelpersonen. Probleme gibt es nicht nur dort wegen der kulturellen Unterschiede und der individuellen Bedürfnisse, die einer Betreuung bedürfen - neben all den anderen Schwierigkeiten u.a. bei Krankenkassen und dem Jobcenter. Die Verfahren sind so kompliziert hier. „Man könnte soviel machen, aber auch uns Ehrenamtlichen sind Grenzen gesetzt“, so Beate Roßbach. „Wir brauchen weitere Engagierte“. „Vor allem Dolmetscher ergänzt Nicole Körner.