Helferkreis Isernhagen organisiert Fahrradwerkstatt

Der erste Kunde in der Fahrradwerkstatt. (Foto: Renate Tiffe)

Hilfe zur Selbsthilfe für mehr Mobilität im Alltag

Isernhagen KB (ti). Nach mehr als einem halben Jahr Vorbereitung war es soweit: die Fahrradwerkstatt in Isernhagen KB konnte Ende Februar ihre Tätigkeit aufnehmen. Das Helfernetzwerk hatte das Projekt initiiert. „Wir wollen „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten, sagte Ingolf Sulies, der die Organisation in die Hand genommen hat. Jeden Dienstag von 15.00 bis 17.00 Uhr ist die Fahrradwerkstatt offen.
Der Gemeinde Isernhagen war es gelungen, das Haus Nummer 10 an der Dorfstraße für die Unterbringung von Flüchtlingen zu mieten. Eine großräumige Garage gehört dazu - genug Platz für viele Fahrräder und zur Einrichtung einer kleinen Werkstatt. An Bedürftige, die es sich sonst nicht leisten können, wird kostenlos ein Fahrrad abgegeben. Es besteht außerdem die Möglichkeit, unter Anleitung das eigene Gefährt zu reparieren und wieder verkehrstüchtig zu machen was Bereifung, Bremse, Klingel oder Lichtanlage betrifft. Sulies betont, dass bei der Vergabe nicht nur an Flüchtlinge gedacht ist.
Ein Bestand von zehn Rädern ist bereits vorhanden. Aber es könnten viel mehr werden. Fahrräder, die noch in gutem Zustand sind, die aber nicht mehr gebraucht werden, wären in der neuerrichteten Werkstatt in den richtigen Händen und könnten noch einen guten Zweck erfüllen. „Ein Fahrrad macht mobil. erweitert den Aktionsradius, verbessert die Unabhängigkeit und ist ein umweltschonendes Transportmittel, schwärmt der engagierte Isernhagener, ganz abgesehen von der sinnvollen Freizeitaktivität, die sportlich und gesund erhält.
Ohne Bedingungen läuft die Übergabe allerdings nicht. Mit dem Empfänger wird schriftlich vereinbart, dass das Fahrrad nur zum eigenen Gebrauch bestimmt ist, dass es nicht verkauft werden darf und an das Helfernetzwerk zurückzugeben ist, wenn es nicht mehr benötigt wird. Es wird vorausgesetzt, dass es vom Empfänger verkehrstüchtig instand gehalten und bei Nichtgebrauch ordentlich abgestellt und mit einem Schloss gesichert wird.
Viel verspricht sich Sulies auch vom gemeinsamen Tun beim Reparieren. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können ab sofort in der Werkstatt handwerklich tätig werden, das eigene Rad wieder instandsetzen, ein „neues“ aus vorhandenen Teilen zusammenbauen, oder einfach nur helfen, ein Vehikel wieder verkehrssicher zu machen. Auf diese Weise könnte dann doch auch ein Stück Integrationsarbeit geleistet werden.