Helfer und Wohnraum dringend gesucht

Das Team des Helfernetzwerkes würde sich über Verstärkung für die neuen Aufgaben zur Integration der Geflüchteten sehr freuen (v. l.): Bernward Hartje, Barbara Schindewolf-Lensch und Diaa Adam vor dem „Treff“ neben dem Rathaus in Altwarmbüchen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Integration der Geflüchteten rückt bei der Arbeit im Helfernetzwerk in den Vordergrund

ISERNHAGEN (bgp). Das Helfernetzwerk Isernhagen zog nach rund drei Jahren intensiver Arbeit mit Flüchtlingen ein Resümee. „Das neue Ziel heißt Integration“, erklärten die Ehrenamtlichen des Helfernetzwerkes Isernhagen in einem Gespräch mit Vertretern der Presse.
Nach der großen Flüchtlingswelle kämen nicht mehr so viele Menschen nach Deutschland wie bisher. Die Arbeit des Helfernetzwerkes habe sich daher von der Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten hin zur Begleitung bei der Integration verschoben. Dabei gehe es unter anderem um Hilfe bei der Job- und Wohnungssuche oder bei Behördengängen, auch Kinderbetreuung und die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben oder Prüfungsvorbereitungen seien wichtige Aufgaben.
Überhaupt sei die Suche von Wohnraum sehr schwer, warfen Beate Roßbach und Barbara Schindewolf-Lensch leicht entmutigt ein. Allerdings hätten sie mit Teammitglied Diaa Adam aus Syrien „einen sehr wertvollen Helfer“. Er ist als Dolmetscher und Leiter einer arabischen Gesprächsgruppe im Helfernetzwerk tätig und leistet gerade bei Sprachproblemen sehr viel Unterstützung.
„Wir haben uns nun im kleinen Kreis darüber Gedanken gemacht, wie das alles am besten geht“, erläuterte Beate Roßbach vom Helfernetzwerk und betonte: „Dazu benötigen wir unbedingt noch mehr Helfer“. Im Bereich Sprachkurse oder in der Fahrradwerkstatt werde ebenfalls mehr Unterstützung gebraucht.
Bernward Hartje, der im Helfernetzwerk die Geflüchteten vor allem bei der Jobsuche unterstützt, zeigte auf, wie die Neuorientierung der Arbeit im Helfernetzwerk aussehen wird: “Das Thema Integration hat eine ganz andere Qualität, als einfach nur Familienhelfer zu sein“. In der ersten Zeit benötigten die Flüchtlinge hauptsächlich Unterstützung im Alltag, etwa beim Besorgen von Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr oder Einkaufsmöglichkeiten.
Mittlerweile habe sich die Qualität der Arbeit verändert und es gehe mehr darum, wie die Menschen langfristig in Deutschland leben könnten, wie das ganze System funktioniere, so Hartje. Dazu müsse ein ganz anderes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, damit die Menschen „aus sich herauskommen und sagen, was sie wirklich wollen und können“. Es gehe darum, die Geflüchteten in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich zu handeln und sich auch zurücknehmen zu können, selbst wenn man diese Entscheidung anders getroffen hätte.
Hartje unterstrich die Ausführungen von Beate Roßbach und machte deutlich, dass der bestehende Stab der Ehrenamtlichen für die komplexer werdende Arbeit nicht mehr ausreicht. Das Netzwerk brauche mehr Helfer, die langfristig Vertrauen aufbauten und mit den Geflüchteten zu den Ämtern gingen, um dort die richtigen Worte und Lösungen zu finden.
Bei der Job- und Wohnungssuche habe es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn jemand zur Unterstützung dabei sei. Die Geflüchteten fühlten sich sicherer und hätten eher Erfolg. „Das ist echt eine Aufgabe, die haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, und da müssen wir einiges tun“, fasste Hartje zusammen.
Über Verstärkung im Team würden sich die Helfer deshalb sehr freuen. Wer gerne ehrenamtlich mitarbeiten möchte oder Wohnraum anzubieten hat, kann sich über die Facebook-Seite oder das E-Mail-Kontaktformular auf der Webseite des Helfernetzwerkes (www.helfernetzwerk-isernhagen.de) melden. „Wir antworten schnell und stellen auch den telefonischen Kontakt her“, versicherte Beate Roßbach.