Geschenke für den Ministerpräsidenten

Geschenke für den Ministerpräsidenten (l.): Jede Gruppe hatte etwas gemalt oder gebastelt und beim Rundgang überreicht. Die Dino-Gruppe malte für Stephan Weil kleine bunte Insekten auf eine Leinwand. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Stephan Weil besuchte die AWO Kita Altwarmbüchen zu einem Fachgespräch

ISERNHAGEN/ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die Kinder der AWO Kita am Helleweg bereiteten Stephan Weil am vergangenen Donnerstag einen herzlichen Empfang. Auf seinem Rundgang durch die Räume der Kindertagesstätte wurde der niedersächsische Ministerpräsident reichlich ausgestattet mit Geschenken, welche die Kinder aus jeder Gruppe für ihn angefertigt hatten.
Während die Kinder den Rummel in ihren Gruppenräumen schnell vergessen und fröhlich weitergespielt hatten, trafen sich die Erwachsenen im Obergeschoss zu einem Fachgespräch. Der Ministerpräsident informierte sich über die Anforderungen an die Landespolitik aus Sicht eines Trägers von Kindertagesstätten. Mit von der Partie waren auch der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte als Vorsitzender des AWO Präsidiums Bezirksverband Hannover sowie Thomas Müller, Geschäftsführer der AWO Soziale Dienste Bezirk Hannover, und Walter Richter, Vorstandsvorsitzender des AWO Bezirksverbandes Hannover, ebenso wie die Bundestagsabgeordnete Caren Marks.
Kita-Leiterin Marlies Kahle schilderte die Situation der örtlichen Kindertagesstätte und äußerte Wünsche, wie beispielsweise eine Küche, die geeignet sei, das Mittagessen vor Ort zu kochen. Für die Vertreter/innen der AWO war es wichtig, dem Ministerpräsidenten vor allem die Qualitätsstandards in den Kitas näherzubringen. Grundsätzlich begrüßt die AWO zwar die Bestrebungen, Elternbeiträge für Kitas in Niedersachsen für Kinder ab drei Jahren schrittweise abzuschaffen. Dennoch müsse die Verbesserung der Betreuungsqualität in den Kitas im Vordergrund stehen. Um auf veränderte Familienmodelle und eine zunehmende Zahl verhaltensauffälliger Kinder besser eingehen zu können, benötige man eine angemessene Personalausstattung. Die dritte Kraft in den Krippen habe schon erste Entlastung gebracht. Dennoch könnten sich die Kitas nicht allein auf Betreuung, Erziehung und Bildung ausrichten, schränkte Brunotte ein, sondern müssten auch Beratungsangebote und Unterstützung bieten: „Dafür braucht es Netzwerke, die Familienstrukturen erweitern und ergänzen“.
Der allgemeine Fachkräftemangel wird auch in der Berufsgruppe der Erziehenden offenbar. Ein Umstand, der einerseits dem demografischen Wandel geschuldet ist, andererseits auf die starke Erweiterung institutioneller Betreuungskapazitäten, verbunden mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, zurückzuführen ist. Um diesem Mangel zu begegnen, wurde vor allem der Wunsch nach einem besseren Image der Berufsgruppe und mehr Anerkennung sowohl in gesellschaftlicher als auch in finanzieller Hinsicht geäußert.