Gemeinde Isernhagen erinnert an Bündnis für Familie

Als Preis winken beim Luftballonwettbewerb unter anderem die Teilnahme an einer Ferienpassaktion. (Foto: Renate Tiffe)
 
Die Aufgaben des Bündnisses für Familie werden künftig nicht mehr so breit gefächert sein, so Gleichstellungsbeauftragte Azadeh Weinrich-Kroll. (Foto: Renate Tiffe)

Ein symbolischer Neustart mit vielen roten Luftballons

KIRCHHORST (ti). Für die Kinder auf dem Freigelände an der Alten Schule in Kirchhorst war es ein Ereignis. In der Hand einen roten Luftballon mit der eigenen Adresse, mitten unter ihnen der Bürgermeister der Gemeinde, Arpad Bogya.
Er wolle diesmal nicht soviel „sabbeln“, sagte er und gab um Punkt 17.00 Uhr das Kommando „los“. Da stiegen sie nun auf in den vorsommerlichen Himmel, begleitet von den Rufen und Gedanken der Kinder: „Meiner ist schon oben“, „wie weit fliegt er wohl?
Ähnlich wie die Luftballons ist vor acht Jahren in Isernhagen das Bündnis für Familie gestartet, vorbereitet mit viel Engagement durch die damalige Gleichstellungsbeauftragte Anne Menke. Etwa 120 Bürgerinnen und Bürgerinnen machten mit, die die bevorstehenden Aufgaben in sieben Arbeitskreisen angehen wollten. An dieses große Vorhaben sollte die Luftballonaktion erinnern, die am bundesweiten „Tag der Familie“ stattfand (an welchem wiederum des 10-jährigen Bestehens des Bündnisses gedacht werden sollte).
Was ist aus den damaligen Zielen des Isernhagener Bündnisses geworden, in denen es unter anderem um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ging und um das Miteinander der Generationen? Weiterentwickelt hat sich lediglich der Arbeitskreis „Gesundheit“ dank des Einsatzes der Kirchhorster Ortsbürgermeisterin und Ratsfrau Dr. Renate Vogelgesang und des TSV-Vorsitzenden Günther Wienecke. Auch das sogenannte Winterkino läuft noch unter der Adresse des Bündnisses. Aber sonst?
Im Gespräch mit den „Burgwedeler Nachrichten“ bezeichnet Bogya das lokale Bündnis dennoch als erfolgreich. Derzeit bedürfe es allerdings neuer Impulse in einigen Bereichen. Er halte zum Beispiel das generationenübergreifende Wohnen für ein aussichtsreiches Projekt. Im Kirchhorster Baugebiet war es gescheitert, möglicherweise auch wegen der mangelnden Verkehrsanbindung, wie er meint. Die Luftballonaktion habe in seinen Augen durchaus Symbolkraft.
Organisiert worden ist die Aktion - bis hin zur Absprache mit der Luftsicherung – von der neuen Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Azadeh Weinrich-Kroll. Sie ist gerade 100 Tage im Amt, hat sich bisher verwaltungsintern eingearbeitet, wie sie anmerkte, und will jetzt den Blick nach außen richten.
Sie möchte über die Kitas mit den Familien ins Gespräch kommen, daher die Kirchhorster Veranstaltung. Die Aufgaben des Bündnisses werden künftig nicht mehr so breit gefächert sein, so Azadeh Weinrich-Kroll. Es gehe darum, zuzuhören, was die Familien erwarten. Es gelte dann, Partner zu suchen und Netzwerke zu schaffen.
In Kirchhorst war das Interesse der Familien allerdings überschaubar geblieben. Außer einigen Offiziellen aus Rat und Verwaltung und den wenigen „Bündnis-Getreuen“ gab es kaum weitere Anwesende.
Für die Kinder geht die Aktion allerdings weiter. Es handelte sich nämlich um einen Wettbewerb. Welcher Luftballon fliegt am weitesten? Und werden die Finder die angehängte Karte zurückschicken? Als Preise winken die Teilnahme an einer Ferienpassaktion und an einer Aufführung des Kindertheaters sowie viele bunte Tüten.