„Fundsachen“ ins rechte Licht gerückt

Manches davon dürfte älteren Besuchern noch bekannt sein, wie die Geräte zum Dosenabschneiden und wieder verschließen. (Foto: Renate Tiffe)

Jahresausstellung im Wöhler-Dusche-Hof aus eigener Sammlung

ISERNHAGEN NB (ti). Für die Jahresausstellung 2012 ist im Isernhagener Bauernhausmuseum die eigene Sammlung zum Thema gemacht worden. „Fundsachen“ lautet das Motto, unter dem ins rechte Licht gerückt wurde, was bei den vergangenen Ausstellungen aus verschiedenen Gründen nicht berücksichtigt werden konnte und sonst weiter sein unbeachtetes Dasein auf dem Speicher gefristet hätte.
Das kennt jeder aus eigener Erfahrung: Dinge, die nicht mehr zu brauchen sind, werden irgendwo aufbewahrt und gesammelt. So ist es auch in einem Heimatmuseum. Dort kommt noch Vieles zusammen, was in anderen Häusern als zu schade zum Wegwerfen erachtet wurde und für ein Museum vielleicht von Wert sein könnte. Auf diese Weise hat sich im Wöhler-Dusche-Hof eine Menge im Depot angesammelt, darunter viele Dinge, die bei genauer Durchsicht nicht selten Staunen erweckten – so wie jetzt bei den Museumsbesuchern, aufpoliert und aufgearbeitet, in Vitrinen ausgestellt und auf metergroßen Wandtafeln in ihren Zusammenhängen erläutert, ist aus vielen Einzelheiten eine informative Schau über „das Leben von damals“ entstanden.
Manches davon dürfte älteren Besuchern noch bekannt sein, wie die Milchzentrifuge oder die Geräte zum Dosenabschneiden und wieder verschließen. Auch Sonderanfertigungen sind dabei wie das gläserne Quirlbutterfass, das vor allem für die Herstellung von Ziegenbutter verwendet wurde. Auch Kurioses wurde entdeckt wie eine Falttaschenlampe, die zunächst nicht als solche erkannt worden war. „Es ist keine Leihgabe dabei, alles stammt aus unserem Bestand“, bemerkt Klaus Heuer vom Vorstand nicht ohne Stolz.
Auch das Kammerfach, die hinteren Stuben, die schon immer dem textilen Bereich vorbehalten waren, zeigen sich in neuem Licht. An Prachtstücken dazu gekommen ist ein schwarzes Taftkleid, das vermutlich mit anmutigem weißen Schleier als Brautkleid getragen wurde, so wie es ein altes Foto daneben zeigt. Eine Reihe von schönen Hauben ergänzt die Sammlung. Es sei schade, dass Vieles beim Abgeben nicht näher beschrieben wurde, sagt die Vorsitzende des Museumsvereins, Dr. Inge Hanslik. Man könnte jetzt mehr damit machen. Vor allem gebe es auch noch viele Fotos, die aufgearbeitet werden müssten.
Vielleicht regt das eine oder andere Stück zu einem weiteren Ausstellungsthema an. Etwas Besonderes muss es im Jahr 2014 sein, wenn der Wöhler-Dusche-Hof sein 25-jähriges Bestehen begeht.