Freiwillige Leistung kein Versprechen für die Zukunft

Robert De La Chaux gratuliert den Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen HB (Foto: Svenja Steinseifer)

Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Isernhagen HB

ISERNHAGEN (svs). Insgesamt 10.865 Arbeitsstunden leistete die freiwillige Feuerwehr Isernhagen HB im Jahr 2011. Ehrenamtlich. Allein 5800,5 Dienststunden entfallen davon auf die Jugendfeuerwehr. „Beachtlich“ findet Jugendwart Benjamin Ebeling. Sowohl viel Lob und Dank aber auch deutliche Kritik an Rat und Gemeinde kamen auf der Jahreshauptversammlung auf den Tisch.
Feuerwehr – unverzichtbar. So lautet das Jahresmotto der Feuerwehren für das kommende Jahr 2012. Und 2011? „2011 stand im Zeichen der Brandeinsätze“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Tobias Plesse. Zwei sind ihm gut in Erinnerung geblieben. „Kleinbrand in der Eisenstraße“ – so lautete im Sommer der Einsatzbefehl. Das kleine Feuer entpuppte sich als eine in Flammen stehende 1000 qm große Lagerhalle, bei der schließlich rund 200 Rettungskräften im Einsatz waren. Auch an den „Brand bei Aldi in FB“ im Juni, erinnert sich Plesse noch gut. „43 Brandeinsätze haben gezeigt, wie wichtig Aus- und Weiterbildung unserer Kameraden ist“, betont er.
Genau wie eine rege Dienstbeteiligung und Nachwuchsförderung. Denn sowohl die freiwillige Feuerwehr als auch den Feuerwehrmusikzug plagen Nachwuchssorgen. „Es spricht einfach alles dagegen, als Jugendlicher in Isernhagen zu wohnen“, sagt Ortsbrandmeister Robert De La Chaux, „wir leben hier im Speckgürtel von Hannover und die meisten schlafen hier nur“. Um mehr interessierte Jugendliche und Kameraden in die Feuerwehr zu holen, hat sich der Ortsbrandmeister für 2012 einiges vorgenommen: „Ich werde die ortsansässigen Betriebe ansprechen, ob sie nicht Feuerwehrleute einstellen oder Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anbieten wollen“, plant De La Chaux.
Gut und richtig findet die stellvertretende Gemeindebürgermeisterin Dr. Renate Vogelgesang diesen Ansatz, wenn sie auch einräumt, dass es „ein Spannungsfeld zwischen Ehrenamt und Beruf gibt“. „Jugendliche lernen in der Feuerwehr Tugenden, die wir in der Gesellschaft dringend brauchen“, betont Vogelgesang, „wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit.“ Spaß, erfolgreiches Teamtraining und „ein super Zusammenhalt“ machen 2011 für Jugendwart Benjamin Bartling zu einem „vollen Erfolg“. Und auch der Musikzug wehrt sich gegen den Nachwuchsmangel und strebt eine Kooperation mit Großburgwedel an. „Wir geben nicht auf“, betont der stellvertretende Leiter Hans-Jürgen Krohn.
Für Robert De La Chaux ist auch die Belegung des Feuerwehrgerätehauses durch Personal von der Gemeinde ein Kritikpunkt. „Unsere Atemgeräte dürfen nicht unter 16 Grad lagern – im Zweifel hängt unser Leben davon ab“, betont der Ortsbrandmeister, „und teilweise wird einfach die Heizung abgedreht“. Dr. Renate Vogelgesang reagiert mit einem Versprechen: „Wir werden keine Entscheidung über sie, sondern nur mit ihnen fällen!“ Sowohl Ortsbürgermeisterin Christa Reschke (CDU) als auch Dr. Renate Vogelgesang (CDU) betonen das hohe ehrenamtliche Engagement und die Wichtigkeit der Feuerwehr für das Dorfleben.
Robert De La Chaux legt sein Hauptaugenmerk vor allem auf die aktive Abteilung und auf die Jugendfeuerwehr. „Eine freiwillig erbrachte Leistung hat keinen Anspruch auf Zukunft!“, appelliert er. Im nächsten Jahr will er auch mit Info-Flyern auf Neubürger zugehen. Getreu dem Motto: Feuerwehr – unverzichtbar.