Flächenschwund bereitet große Sorge

Barbara Otte-Kienast und Rainer Fredermann beim CDU-Gesprächsabend im Woltmers Hof. (Foto: G. Gosewisch)

Ministerin Barbara Otte-Kienast gab Landwirten Auskunft

ISERNHAGEN (gg). Die Belange der Landwirtschaft interessieren im noch ländlich geprägten Raum, weiß Rainer Fredermann, CDU-Landtagsabgeordneter im hiesigen Wahlkreis. Entsprechend froh war er, Ministerin Barbara Otte-Kienast für einen CDU-Gesprächsabend zu gewinnen. In Woltmers Hof war der Saal voll besetzt und die Erwartungshaltung der zahlreich interessierten Landwirte hoch. Positive Impulse für das Ansehen der landwirtschaftlichen Produktion in der Gesellschaft im Allgemeinen und beim Verbraucher seien nötig, ließ Rainer Fredermann vorab wissen. Seiner Wahrnehmung nach gebe es ein pauschales Gut-Urteil für Bio-Produkte, das ein Kontra zu konventionellen Produkten aufbaue. Nur indirekt bestätigte die Ministerin diese Wahrnehmung, diplomatisch ausgedrückt „ist da noch viel zu tun“. Im Miteinander liegt für sie der Schlüssel zum Erfolg. Ausdrücklich betonte sie, sowohl für die Landwirtschaft, als auch für den Schutz der Verbraucher zuständig zu sein. Darin liege jedoch kein Konflikt, weil sie hohe Wertschätzung für die Produktion habe. Sie sagte: „Landwirte sind innovativ, haben bei Problemen immer gute Lösungen gefunden.“ So werde berechtigte Kritik durchaus wahrgenommen. Am Beispiel der Düngung machte sie deutlich, dass es sowohl das Eigeninteresse der Landwirte als auch das Bestreben des Ministeriums gebe, Verbesserungen zu erwirken. Ebenso gehe es bei vielen weiteren und ganz unterschiedlichen Themen, wie der Biodiversität oder dem Tierwohl. Die Ministerin sagte: „Man muss immer schauen, warum gibt es Streit. Oft liegt es nicht an Bösartigkeit, sondern an Unwissen. Und da können wir helfen, denn es gibt gutes Fachwissen, das bekannt gemacht werden muss.“ Zu Nutzen sei, dass jeder mit dem Thema Ernährung etwas anfangen kann. Sie ergänzte: „Wer sich dazu Fachwissen aneignet, kann entscheiden, was er essen will und was nicht. Sicherlich wird dabei die Wertschätzung für die Lebensmittelerzeugung, die landwirtschaftliche Produktion, steigen.“ Noch ohne Lösung, aber bereits als wichtiges Problem erkannt, nahm Barbara Otte-Kienast das Stichwort Flächenverbrauch aus dem Publikum auf. Einigkeit gab es zum „Wahnsinn der Logistik-Ansiedlung“ und zum „Irrsinn bei der Logik der Kompensationsflächen-Ausweisung“. Einsetzen will sich die Ministerin für eine Aufwertung vorhandener Flächen.